IKONISMUS

Iconismo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Icon / Zeichen / Symbol

 

Ikonismus

Im Rahmen der Semiotik entwickeltes Konzept der Textinterpretation, das sich auf die Übereinstimmung von Eigenschaften der Darstellung mit Eigenschaften des Dargestellten stützt. So wird unter bestimmten stilistischen Voraussetzungen durch die Umständlichkeit der Berichterstattung dem Hörer/Leser eine Umständlichkeit der dargestellten Handlung nahe gelegt, ebenso wie die Reihenfolge der dargestellten Handlungsabschnitte auf die natürliche Abfolge der Handlungsschritte in der Realität schließen lässt. Ikonische Textinterpretation ist nicht auf verbale Kommunikation beschränkt, ihr Gelingen basiert weitgehend auf dem kooperationswilligen Verhalten von Sprecher/Hörer, wie es durch die Konversationsmaximen von Grice unterstellt wird. Siehe Markiertheit.“ [Bußmann, H., S. 323]

Ikonismus

Semiotisches Konzept der Textinterpretation, nämlich dass die einzelsprachlich geregelte Abfolge der Satzglieder sowie stilistische Regeln auf die Wahrnehmungs- und Verständnisrealität der Sprecher dieser Sprache schließen lassen. Wesentliche Begriffe dieses ikonistischen Grammatikansatzes sind «foregrounding» bzw. «backgrounding», die den in der funktionalen Satzperspektive entwickelten Begriffen des Thema und Rhema nahestehen und über die der Zugang zu Satzgliedbegriffen (Subjekt, Prädikat, Objekt) sowie syntaktischen Umstellungsoperationen unmöglich ist.” [Abraham, W., S. 286]