IKON

Icono

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Symbol / Zeichen

 

Ikone sind Zeichen, die Ähnlichkeit mit dem Objekt aufweisen, das sie bezeichnen (Porträt, Karikatur, manche Verkehrszeichen, idiographische Schriften). Während dem Symbol eine Bedeutung durch Konvention zugeordnet ist, stellt das Ikon die Bedeutung dar.“ [Heupel, C., S. 95]

Ikon [griech. eikon ‘(Ab)bild’. - Auch: Ikonisches Zeichen]. In der Semiotik von Ch. S. Peirce Klasse von visuellen oder akustischen Zeichen, die in unmittelbar wahrnehmbarer Beziehung zur bezeichneten Sache stehen, indem sie Aspekte des realen Objekts abbildhaft imitieren und dadurch eine Ähnlichkeit oder Gemeinsamkeit von Merkmalen aufweisen, vgl. z. B. Schaubilder in Medien, Hinweis- und Verkehrsschilder (Fußgängerschild), Landkarten, Lagerpläne, aber auch musikalische Wiedergabe von Geräuschen u. a. Lautmalerei.“ [Bußmann, H., S. 323]

Ikon

Im traditionellen Sprachgebrauch die stilisierte, meist gemalte und festen KONVENTIONEN folgende Abbildung eines Gegenstandes (vgl. auch die Ikone). In der Einführung zu seinem Buch The Verbal Icon liefert W.K. Wimsatt eine brauchbare Zusammenfassung der Bedeutung, die das Wort in neuerer Zeit angenommen hat:

Der Begriff Ikon wird heute von Semiotikern für ein verbales Zeichen verwendet, das irgendwie dieselben oder ähnliche Merkmale hat wie die Gegenstände, für die es steht... Das verbale Bild, das am vollkommensten seine verbalen Möglichkeiten ausschöpft, ist das Bild, das nicht nur bunt ist, sondern auch die Realität in ihrer metaphorischen und symbolischen Dimension interpretiert. (1970, x)

Wimsatts Behauptung, dass SEMIOTIKER Ikone auf verbale Zeichen beschränken, stimmt nicht ganz; grundsätzlich ist ein Ikon in der modernen Semiotik ein ZEICHEN, das eine außersystemische Ähnlichkeit mit dem, wofür es steht, aufweist. Dieser Sprachgebrauch geht auf C.S. Peirce zurück, der drei Grundformen eines Zeichens unterscheidet: das IKON, den INDEX und das SYMBOL.

Diese Dreiteilung ist, wie Jonathan Culler (1981, 23) auch feststellt, die einzige seiner vielen taxonomischen Spekulationen über ZEICHEN, mit denen Peirce es zu bleibendem Einfluss brachte. Culler formuliert die in Frage stehende Beziehung korrekter, wenn er schreibt, dass, während alle Zeichen aus einem Signifikanten und einem Signifikat bestehen, es beim Ikon tatsächlich 'um eine Ähnlichkeit zwischen Signifikant und Signifikat geht: Ein Porträt steht nicht auf Grund einer willkürlichen Konvention für die Person, von der es gemalt ist, sondern nur auf Grund der Ähnlichkeit mit dieser Person' (Culler 1975, 16). Und diese Ähnlichkeit muss, zumindest nach Auffassung vieler Autoren, auch beabsichtigt sein: Ein Felsblock, der durch Wind und Wetter so bearbeitet worden ist, dass er Mrs Thatcher ähnlich sieht, wäre demnach nicht als Ikon zu betrachten, weil diese Formgebung nicht beabsichtigt war.

Wimsatts Gebrauch des Wortes Ikon wird vielfach als typisches Beispiel für die Auffassung der NEW CRITICS vom literarischen WERK als Gegenstand oder Objekt gesehen, ebenso wie Cleanth Brooks' vergleichbarer Ausdruck well wrought um (der Ausdruck geht eigentlich auf John Donne zurück) für das Gedicht. Für die New Critics sind bestimmte literarische und (vor allem) poetische Muster und Beziehungen HOMOLOG zu Mustern und Beziehungen in der außerliterarischen Welt.

Indem die New Critics der Sprache ikonische Eigenschaften zuweisen, betonen sie auch die Selbstreflexivität der poetischen oder literarischen Sprache; das gemalte Ikon (die Ikone) mag wohl einem Heiligen ähnlich sehen, aber es wird doch selbst als heiliger Gegenstand verehrt. Entsprechend sind die New Critics der Auffassung, dass ein literarisches Werk Aspekten der realen Welt ähnlich sein mag, es aber doch für das geschätzt wird, was es selbst ist, und nicht in erster Linie für die Ähnlichkeit.“

[Hawthorn, Jeremy: Grundbegriffe moderner Literaturtheorie. Tübingen und Basel: Francke, 1994]

Ikon

Man spricht dann von einem ikonischen Zeichen, wenn eine topologische Ähnlichkeit zwischen einem Bezeichnenden und seinen Denotata besteht.

Das Ende des Hinterleibes eines Aphiden kann für eine Arbeiterameise den Kopf einer anderen Ameise bezeichnen. Aphiden sind kleine Insekten, die von Ameisen «gemolken» werden, indem sie ihre Fühler am Rücken der Aphiden vibrieren lassen, worauf die Aphiden Honigtautropfen ausscheiden, die dann von den Ameisen konsumiert werden. Dieses höchst interessante Verhältnis scheint auf einer für den Betrachter geradezu verblüffenden Ähnlichkeit zwischen dem Retroaspekt eines Aphiden und dem Frontalaspekt einer Ameise zu beruhen. Nach Sebeok handelt es sich hier um ein Abbild, eine Unterart des Ikons. In Anlehnung an Uexkülls Terminologie nennt er das Hinterteil eines Aphiden ein «ikonisch auslösendes Schema», das die Verhaltenskette der Ameise auslöst.

Dies bringt ethologische und semitische Analysen auf einen gemeinsamen Nennen. Dabei ist jedoch zu bemerken, dass die von Sebeok festgestellte Ikonizität für das Tier – im Unterschied zu uns als Beobachter – nur dann zutrifft, wenn den Rezeptoren (zum Beispiel Augen, Antennen, pheromenalen Geruchsinnen) der Ameise eine Kodierung der Aphiden-Hinterleibes zugesprochen werden kann, die unserer visuellen Wahrnehmung analog ist. Auf den Fehler, von unserer Vorstellungsweise auf jene des Tieres zu schließen, hat Jakob von Uexküll (1970) lebenslang mit großem Nachdruck hingewiesen. (Krampen u. a. 1981: 300ff.)

Erstes Glied des Zeichens im Objektaspekt; es bildet sein Objekt ab, d.h. es hat mindestens einen Zug mit seinem Objekt gemeinsam; es bezeichnet die Qualität seines Objektes. «Ein Ikon ist ein Zeichen, das sich auf das Objekt, welches es denotiert, lediglich durch seine eigenen Eigenschaften, die es besitzt, bezieht, und zwar gleichermaßen, ob nun dieses Objekt tatsächlich existiert oder nicht. Es ist wahr, daß das Ikon nicht als Zeichen wirkt, wenn es wirklich kein solches Objekt gibt; aber das hat nichts mit seiner Eigenschaft als Zeichen zu tun. Irgend etwas, sei es eine Qualität, ein existierendes Einzelding oder ein Gesetz, ist ein Ikon von etwas, wenn es diesem ähnlich ist und als Zeichen von ihm benutzt wird.») (Peirce, CP 2.247)

Nach Morris ist ein Ikon (engl. icon) ein charakterisierendes Zeichen. Sebeok spricht von einem ikonischen Zeichen, wenn eine topologische Ähnlichkeit zwischen Bezeichnendem und Bezeichnetem besteht. «Es gibt viele Beispiele für Ikonizität in der Tierkommunikation [...] die im wesentlichen alle verfügbaren Kanäle, wie zum Beispiel den chemischen, auditiven oder visuellen, einschließen. Die ikonische Funktion eines chemischen Zeichens wird gut durch die Alarmsubstanz der Ameisenart Pogonomyrmex badius veranschaulicht: Wenn die Gefahr für die Kolonie nur zeitweilig besteht, verflüchtigt sich das Signal – eine bestimmte Menge freigesetzter Pheromone – rasch wieder und behelligt den größten Teil der Kolonie nicht weiter; dauert die Gefahr jedoch an, breitet sich die Substanz aus und erfasst eine ständig wachsende Zahl von Arbeitern. Das Zeichen ist insofern ikonisch, als es sich im analogen Verhältnis zu der Zunahme oder Abnahme der Gefahrenreize verändert.» (Sebeok 1979ª: 107f.) [Abraham, W., S. 285-286]

Icono (gr. eikón, imagen)

Símbolo no arbitrario que presenta alguna cualidad, generalmente formal, con la clase de objetos que representa, con lo que guarda con aquéllos una relación de semejanza. En la terminología de Charles S. Peirce, dícese del signo que presenta en sí mismo su carácter significativo al margen de que alguien lo interprete o no, como, p. ej., una figura geométrica trazada con un lápiz.“ [Diccionario de lingüística, Anaya, p. 149]

Icono, iconicidad, icónico

Siguiendo a Peirce, los iconos o imágenes son signos, junto con los índices y los símbolos, caracterizados por mantener con sus significados una relación de semejanza. Dicho con otras palabras, la relación entre el ‘icono’ y lo representado no es convencional sino preexistente. Son icónicas, por ejemplo, las señales de tráfico que indican «ciclistas», «desprendimiento», «pavimento deslizante», etc. La palabra española ojo es bastante ‘icónica’ porque su forma recuerda «los dos ojos y la nariz de la cara». La estilística estudia las palabras y las construcciones ‘icónicas’.

En la lingüística, en especial en la cognitiva, se llama iconicidad a la relación no arbitraria entre una propiedad o distinción de orden conceptual y los medios lingüísticos que se asocian a su representación. Puede considerarse icónica, por ejemplo, la relación que se establece entre la secuencia de los acontecimientos descritos en el enunciado «La abuelita se murió y la incineramos» y la ordenación de las oraciones que lo integran. El orden lineal de las oraciones refleja el orden en que se producen los acontecimientos representados: en primer lugar, la abuelita se murió; en segundo lugar, la incineramos.”

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 291]

“Alguien ha decidido que los carteles son un método de comunicación muy anticuado y, poco a poco, están siendo sustituidos por iconos.  Hay iconos que ya se han hecho populares, como el del cigarrillo encendido sobre el que se pone el disco de prohibido aparcar, o el avión en los carteles de la carretera para indicar el camino adecuado que lleva hasta el aeropuerto. Algunos son hallazgos felices y otros menos, pero cada día ocupan nuevas áreas, tal que si los autores de las señalizaciones temiesen que, como cada vez leemos menos y dedicamos más horas a ver la televisión, pudiese llegar un momento en que el proceso desalfabetizador nos impida leer „salida“ o „entrada“ que, como recordarán, se indica ya en casi todos los lugares con un cuadrado del que sale o entra una flecha por el lado abierto.

Sin embargo, esta tarea que en principio se supone que sirve para simplificar lo mensajes y comunicarlos de una manera más rápida puede causar problemas que no presentaban los letreros de toda la vida. El más usual es el del baño. Lo de „señoras“ y „caballeros“ ya sólo se encuentra en alguna vieja estación de ferrocarril abandonada, porque hace mucho que se sustituyeron por las más diversas figuras y dibujos. Tan diversas y variados que, muchas veces, en los establecimientos públicos te ves obligado a reflexionar, interpretar y traducir el dibujito, cosa que no es muy cómoda cuando está uno impelido por urgencias mingitorias. El bastón y el abanico, el bombín y el sombrero de señora, el carmín de labios y el cigarrillo, los pantalones y las faldas... se entienden, pero lo peor es cuando llegamos a un señalizador que se cree dotado de sentido del humor.  En el nuevo código penal no hay nada previsto para estos anarquistas del buen gusto, pero ya he visto un huevo y una castaña, por no hablar de los menos finos. Te encuentras a uno de esos iconos y no sabes si la castaña es un cigoto y el huevo es un óvulo, o al contrario.

Convendría detener inmediatamente a esta gente tan peligrosa, porque lo que provocan no es para mearse de risa, sino por retraso en la interpretación.”

[Luis del Val: Iconos. En: EL FARO DE VIDO, 15 de junio de 2001]