IDIOMATISIERUNG

Desmotivación

(Recop.) Justo Fernández López

 

Siehe / Ver:

DEMOTIVIERUNG

LEXIKALISIERUNG

MOTIVIERUNG

Idiomatisierung

[Auch: Bedeutungsisolierung, Demotivierung, Lexikalisierung, Verdunkelung].

Historischer Vorgang der Bedeutungsänderung bei komplexen Konstruktionen, deren ursprünglich aufgrund der Bedeutung ihrer Einzelelemente motivierte Gesamtbedeutung sich nicht mehr aus der Bedeutung der Einzelelemente ableiten lässt, vgl. Morgenrock, engl. cupboard. Voll idiomatisierte Wendungen bilden eine (neue) semantische Einheit, ihre ursprüngliche Motivierung lässt sich nur mit sprachhistorischen Kenntnissen erschließen, vgl. den Zusammenhang von Zwerchfell mit mhd. twerch ‘quer’.“ [Bußmann, H., S. 321]

Idiomatisierung, die (gr. idios = allein, besonders):

Verdunklung oder Verlust der morphologischen Durchsichtigkeit (De-Motivierung) eines Wortes, so dass das Gesamtwort nicht mehr als Konstruktion aus seinen semantisch-morphologischen Einzelelementen erkennbar ist; es gibt verschiedene Grade der Motivation bzw. ihrer Beseitigung durch historische Idiomatisierung mit allmählichen Übergängen; z. B.: Messer heute synchron gesehen unmotiviertes einfaches Wort (Simplex), geht aber diachron gesehen auf westgerm. mati-sahs = <Speise-Schwert> zurück, war also einmal motivierte Zusammensetzung; Augenblick heute noch morphologisch-strukturell motiviert als Zusammensetzung aus Auge und Blick, hat sich aber inhaltlich von seinen Bestandteilen gelöst, semantisch idiomatisiert: <kurze Zeiteinheit>; Kirchturm vollständig motiviert: <Turm der Kirche>.“ [Ulrich, W., 48]