HOLISMUS

Holismo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Modularitätsprinzip / Parameter / Kognitive Linguistik / Kompositionalität

 

«Holismus und Kompositionalität

[griech. hólos ‘ganz’, lat. compositio ‘Zusammenstellung’].

Vor allem in der Morphologie und Semantik diskutierte Dichotomie, die sich auf die sprachwissenschaftliche Analyse schon vorhandener sowie auf die Synthese neues komplexer Einheiten bezieht: holistische d.h. „ganzheitliche“ Bildungsweise und Gedächtnisspeicherung wird für weniger kohärente Typen von Derivation erwogen (z.B. bei Präfixverben, ig-Bildungen), kompositionelle Bildungsweise, d.h. aus „Einzelelementen (regelhaft) zusammengesetzt“, gilt vor allem für sehr produktive Typen der Derivation wie deverbale bar- und er-Bildungen (abschätzbar, Lehrer) oder substantivische Zusammensetzungen (Hunde + steuer) und vor allem für die Flexionsmorphologie. Als „holistisch“ bezeichnet man ein Analysevorgehen, bei dem Ganzheiten in Anlehnung an ähnlich strukturierte Ganzheiten (oder Gruppen von Ganzheiten) analysiert werden, z.B. bedrecken als Analogie von beschmutzen, beschmieren, „kompositionell“ dagegen eine Verfahrensrichtung, die die Bedeutung eines komplexen Ausdrucks aus der Bedeutung seiner Bestandteile erklärt, also bedreck(en) aus be + dreck (+ en). Vermutlich handelt es sich bei dieser Dichotomie nicht um polare Gegensätze, sondern um Begriffe auf einem Kontinuum.»

[Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart: Kröner, ²1990, S. 402]

Modularität

Der Konzeption des Modularismus zufolge ist der menschliche Geist ein zu unterteilender Komplex von verschiedenen Fähigkeiten. Im Holismus dagegen wird die These vertreten, dass der Geist ein unteilbares Ganzes darstellt, das von einer Reihe fundamentaler Prinzipien determiniert wird.”

[Schwarz, Monika: Einführung in die Kognitive Linguistik. Tübingen und Basel: A. Francke Verlag, 21996, S. 24]

„Die als »Bedeutungsholismus« bezeichnete Theorie entstand als Reaktion auf den logischen Positivismus. Sie lieferte Argumente für die Widerlegung der positivistischen Versuche zu zeigen, dass jeder Ausdruck, den wir zu verstehen imstande sind, mit Hilfe einer begrenzten Gruppe von begriffen (den »Wahrnehmungsbegriffen«) definiert werden kann. [...]

Der Holismus ist also zunächst eine Gegenposition zum Positivismus. Die positivistische Sprachauffassung behauptet, alle sinnvollen deskriptiven Wörter unserer Sprache müssten sich mit Hilfe von Wörtern eines »Basisvokabulars« definieren lassen, und dieses Vokabular bestehe aus Wörtern, die für Begriffe stehen, die erkenntnistheoretisch elementarer sind als etwa die theoretischen Termini der Wissenschaft. Nach Möglichkeit wollten die Positivisten ein Vokabular aus Ausdrücken für Sinnesempfindungen oder doch zumindest aus Termini für vermeintlich »Beobachtbares«. Formulieren wir den Positivismus nicht als These über die Definierbarkeit von Begriffen, sondern als These über die Wahrheitsbedingungen von Sätzen, können wir es als historisches Faktum festhalten, dass die Positivisten ursprünglich darauf pochten, die Bedeutung eines Satzes solle durch eine Regel angegeben werden (bzw. angegeben werden können), die genau bestimmt, in welchen Erfahrungssituationen der Satz behauptbar ist.

Nun besteht der größte Teil der Wissenschaftsphilosophie dieses Jahrhunderts in der allmählichen Widerlegung dieser Auffassung. Auch die logischen Positivisten änderten ihre Meinung und kritisierten die Ansicht, die sie zuvor befürwortet hatten. Was (auch von den logischen Positivisten selbst) erkannt wurde, war im wesentlichen dies: dass Theorien nicht Satz für Satz getestet werden können. Hätten die Sätze, aus denen eine Theorie besteht, ihre eigenen unabhängigen Erfahrungsbedeutungen oder stellten sie entsprechend viele separat überprüfbare Behauptungen über die Beschaffenheit der Erfahrung auf, könnte man eine wissenschaftliche Theorie testen, indem man Satz 1 und Satz 2 und Satz 3 usw. überprüft. Aber in Wirklichkeit haben die einzelnen Postulate einer Theorie im allgemeinen keine (oder nur sehr wenige) Erfahrungskonsequenzen, wenn sie von den übrigen Aussagen der Theorie gesondert betrachtet werden. [...] Nur wenn ein umfangreiches Korpus von Aussagen gegeben ist, gelingt es, aus einer wissenschaftlichen Theorie alle ihre so genannten »Konsequenzen« abzuleiten. Die Sätze müssen sich, wie Quine es formuliert, nicht einzeln, sondern »als geschlossene Formation« dem Erfahrungstest stellen. (Daher rührt der Ausdruck »Holismus«.) [...]

Sagt man in einer formalisierten Sprache »Alle Vögel fliegen« und fügt hinzu: »Strauße sind Vögel«, so lässt sich folgern: »Strauße fliegen.« Die normale Sprache verhält sich aber nicht so. Wenn ich sage: »Falken fliegen«, will ich nicht, dass mein Hörer den Schluss zieht, dass auch ein Falke mit gebrochenen Flügel fliegt. Was wir erwarten, hängt von dem ganzen Netz der Überzeugungen ab. Sofern die Sprache die Erfahrung beschreibt, gelingt es ihr nicht Satz für Satz, sondern dadurch, dass sie ein Netz bildet.

Der Bedeutungsholismus läuft auch der starken Tendenz zuwider, die Definition als das Mittel herauszustreichen, mit dessen Hilfe die Bedeutung der Wörter erklärt oder festgelegt werden soll, d. h., sie läuft der bekannten Herausforderung zuwider: »Definiere gefälligst deine Terminologie!«. Der Bedeutungsholismus hat diesen (von Quine in sehr hohem Maße hervorgehobenen) Aspekt, weil sich aus ihm ohne weiteres die Andeutung ergibt, dass die meisten Begriffe gar nicht definiert werden können – zumindest dann nicht, wenn man unter einer »Definition« etwas ein für allemal Festgelegtes versteht, etwas, was die Bedeutung des Ausdrucks absolut einfängt.”

[Putnam, Hilary: Repräsentation und Realität. Frankfurt a. M.: Suhrkamp, 1991, S. 33-36]

Holístico

1.      De acuerdo con Escribano (1990c: 179) es casi imposible para el lingüista actual no alinearse en uno de los dos bandos de una de las grandes polémicas contemporáneas basada en la psicología: la que enfrente a quienes sostienen concepciones holísticas, esto es, globales, con quienes defienden concepciones modulares, esto es, analíticas. Para los primeros no hay una facultad del lenguaje específica y diferenciada, sino que el lenguaje es una manifestación más de la actividad de unos mecanismos de cognición generales y homogéneos (Skinner, 1957). La segunda concepción es racionalista, conocida sobre todo a través de las obras de Chomsky, y sostiene que la mente tiene una estructura modular altamente diferenciada, constituida por sistemas autónomos regidos por principios específicos de cada dominio que interaccionan entre sí, uno de los cuales sería la facultad del lenguaje.

2.      También emplea Escribano (1990c: 179-80) la dicotomía anterior para aludir a dos estrategias distintas de división del trabajo entre la lingüística y otras disciplinas. La ‘holística’, de carácter abarcador o imperialista (por ejemplo, las teorías de Petöfi, van Dijk, Hymes, etc.), debe dar cuenta de la conducta lingüística sin restricciones. En la visión ‘modular’, de carácter restrictivo (por ejemplo, las teorías de Saussure, Hjelmslev, Chomsky), la lingüística sólo es una de las ciencias que se reparten el dominio epistemológico del lenguaje, junto a la teoría de la comunicación, la psicología cognitiva, la sociología, etc.”

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 287]