HISTORISCH-VERGLEICHENDE SPRACHWISSENSCHAFT

Lingüística histórica comparada

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Junggrammatiker / Kontrastive Grammatik / Konfrontative Grammtik

 

Historisch-Vergleichende Sprachwissenschaft [Auch: Komparatistik].

Im 19. Jh. als selbständige Disziplin entwickelte Forschungsrichtung, deren Ziel es ist, Ursprung, Entwicklungsgeschichte und Verwandtschaftsbeziehungen von Einzelsprachen aufgrund vergleichender Untersuchungen zu rekonstruieren, vgl. komparative Rekonstruktion. Sowohl das Interesse der dt. Romantik an der Geschichte des eigenen Volkes als auch das Bekanntwerden mit dem Sanskrit förderten die insb. mit den Namen und den Werken von F. Schlegel, F. Bopp, R. Rask, J. Grimm und A. Schleicher verbundene Erforschung der genetischen Zusammenhänge zwischen dem Dt. und den übrigen ideu. bzw. germ. Sprachen. Auf der Basis einer gründlichen Beschreibung der wichtigsten ideur. Einzelsprachen, wie sie u.a. Bopp und Grimm geleistet hatten, versuchte Schleicher in der 2. Hälfte des 19. Jh. durch Aufstellung von Wortgleichungen die Entstehung aller ideur. Einzelsprachen aus einer rekonstruierten ideur. Ursprache abzuleiten; die so erwiesenen genetischen Zusammenhänge stellt er in Form eines Stammbaumes dar. Durch die sogen. Junggrammatiker wurde die historische Betrachtung von Sprache zum primären, fast ausschließlichen Untersuchungsziel sprachwissenschaftlicher Forschung.“ [Bußmann, H., S. 310]