GRADPARTIKELN

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Fokuspartikeln / Rangierpartikeln  / Modalpartikel / Abtönungspartikeln / Kopulapartikeln / Satzäquivalente

 

Dt. Wortklasse: Gradpartikeln können im Konstativsatz immer zwischen Konjunktor und Vorfeldelement stehen: (Und) sogar (dies war mir nicht zuviel).

„Der Begriff „Gradpartikel“ wird sehr uneinheitlich verwendet: während Altmann oder Eisenberg nur die hier unter Fokuspartikeln behandelten Partikeln darunter verstehen, umfasst die Gruppe beispielsweise nach Engel sämtliche hier als Fokus- und Intensivpartikeln eingeordneten Partikeln. Helbig/Buscha wiederum verstehen unter Gradpartikeln nur die hier als Intensivpartikeln bezeichneten Partikeln, für die sie zusätzlich den Terminus „Intensifikatoren“ vorschlagen. Da der Begriff „Gradpartikel“ also nur zusammen mit einer zusätzlichen Literaturangabe sinnvoll ist, soll hier auf seinen Gebrauch ganz verzichtet werden. Statt dessen werden die beiden Partikelgruppen, die alternativ oder auch gemeimsam unter dieser Bezeichnung zusammengefasst werden, entsprechend ihrer Funktion als Intensivpartikeln bzw. Fokuspartikeln bezeichnet.“ [Hentschel / Weydt, S. 289]

Gradpartikel [Auch: Fokuspartikel; engl. focusing adjunct, scalar particle]. Von H. Altmann [1976] eingeführter Terminus zur Bezeichnung einer nach ihrer semantischen Funktion definierten Klasse von Partikeln, zu der im Dt. nur, sogar, auch, schon, noch u. a. m. gehören. (Allerdings kommen viele G. auch in anderen Funktionen vor, z. B. nur als Modalpartikel oder Konjunktion, schon und noch als Temporaladverbial). G. induzieren Aussagen über Alternativmengen, die durch die Fokus-Hintergrund-Struktur (vgl. Topik vs. Prädikation) und den Kontext bestimmt sind; so bezeichnet nur z. B. den Ausschluss aus den kontextuell möglichen alternativen Besetzungen der Fokuskonstituente (der dem Hintergrund entsprechenden Prädikation): Nur Philip kommt, ‘Philip kommt, und niemand sonst kommt’. Häufig nehmen G. auch auf Skalen (Alternativmengen) Bezug, z. B. sogar, das die Besetzung der Fokuskonstituente als besonders hoch in der jeweiligen Skala angeordnet kennzeichnet (Sogar Philip kommt).

Vgl. Quantifizierende vs. Skalierende Interpretation.

Die von G. zur Satzbedeutung beigesteuerten Aussagen sind zumeist Präsuppositionen oder Konventionelle Implikaturen. Syntaktisch zeichnen sich G. im Deutschen durch eine große Beweglichkeit im Satz aus. Ihre Stellungsfreiheit ist jedoch dadurch eingeschränkt, dass sie im Mittelfeld in der Regel vor dem Fokus stehen müssen (Ausnahme: auch) und nicht allein das Vorfeld füllen können.“ [Bußmann, H., S. 286]