GENUS

Género

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Differentia specifica / Definition / Arbor Porphyrii / Genus und Geschlecht / Femininum / Feministische Linguistik  

 

Genus (von lat. genus, Plural: genera ‘Geschlecht’, ‘Art’, ‘Gattung’).

Das Genus gehört als Kategorie fest zum Substantiv.

Man beachte, dass Genus im nominalen Bereich etwas anderes als im verbalen bedeutet.

Das Genus verbi betrifft die Aktiv-Passiv-Unterscheidung.

Genus

Menge sich gegenseitig ausschließender Arten, nach denen eine Sprache ihre Nomen und Pronomen in Kategorien einteilt. In vielen Sprachen entspricht das Genus der Pronomen dem natürlichen Geschlecht (er und sie), während sich das Genus der Nomen nach ihrer Lautung richtet (Wörter, die auf o enden, haben ein bestimmtes Genus, und Wörter, die auf a enden, ein anderes), oder es gibt zwei oder drei arbiträre Listen. In anderen Sprachen wird mit dem Genus zwischen menschlich/nicht-menschlich, belebt/unbelebt, lang/rund/flach oder anderen Merkmalen differenziert.“

[Pinker, Steven: Der Sprachinstinkt. Wie der Geist die Sprache bildet. München: Knaur, 1998, S. 529]

Genus/species (lat. Gattung, Art, Geschlecht; engl. genus [inclusive] kind/species, [included] kind; franz. genre/espèce; griech. genos/eidos; [sp. género/especie]).

In aristotelischer Tradition wird in der scholastischen Philosophie die Unterscheidung zwischen genus und species gemacht, um zwischen allgemeinen und bestimmten Klassen zu differenzieren. Mit Hilfe dieser beiden Begriffe wird traditionell die Definition bestimmt als definitio per g. proximum et differentiam specificam, d.h. als ‹Definition durch Angabe des nächsten Oberbegriffs (Gattungsbegriff, g.) und der besonderen artspezischen Merkmale (differentia specifica)› [siehe hier: ARBOS PORPHYRII]. So kann die Spezies Mensch nach Aristoteles auf folgende Weise definiert werden: ‹Der Mensch ist ein vernünftiges (differentia specifica) Tier (genus proximum)›. Obwohl Aristoteles zwischen dem Wesen (griech. to ti en einai) und dem Gattungsbegriff (Universalien, griech. katholou) unterscheidet, hält er und mit ihm die scholastische Philosophie an der engen Beziehung zwischen Art und Wesensbestimmung fest. Diese Verbindung wird jedoch bereits im Mittelalter von den Nominalisten kritisiert, die Gattungs- und Artsbezeichnungen nicht als Wesensbestimmungen, sondern als Sammelbezeichnungen auffassen. In der modernen Philosophie wird die Frage diskutiert, ob die Klassifikation in bestimmte Gattungen und Arten auf bloß willkürlich gewählten Klassifikationsprinzipien beruht, so dass genus und species jeweils nur relativ zu einem bestimmten Gesichtspunkt, nach dem klassifiziert wird, festzusetzen sind, oder ob es nicht vielmehr natürliche Klassen gibt.”

[Hügli, A. / Lübcke, P. (Hg.): Philosophielexikon. Personen und Begriffe der abendländischen Philosophie von der Antike bis zur Gegenwart. Reinbek: Rowohlt, 1991, S. 209]

«Species (lat.), log. der dem Begriff der Gattung untergeordnete Begriff der Art, von Cicero aus dem Griechischen (Eidos) übersetzt. In der Scholastik das sinnliche Wahrnehmungsbild (s. sensibilis) bzw. das gesitige Wesensbild (s. intelligibilis).»

[Müller, Max / Halder, Alois: Philosophisches Wörterbuch. Freiburg i. B.: Herder, 1988, S. 289]

Genus: Grammatisches Geschlecht / natürliches Geschlecht ( = Sexus). Das natürliche Geschlecht ist in den einzelnen Sprachen entweder lexikalisch oder durch ein Klassenzeichen (morphematisch) markiert

Das grammatische Geschlecht kommt hauptsächlich in den so genannten synthetischen Sprachen (Deutsch, Latein, Russisch) vor und erfüllt dort die syntaktischen Funktionen der Sicherung des grammatischen Zusammenhangs der Satzglieder (Kohäsion), wodurch die Sequenz der Glieder oft keinen morphematischen Wert hat wie in den so genannten analytischen Sprachen (Englisch); daher auch deren Möglichkeit zur freieren Wortstellung. Das natürliche Genus ist der Kategorie Nomen/Pronomen inhärent oder adjungiert. (Beim Pronomen gewöhnlich der 3. Person inhärent (im Spanischen auch der 2. Person Plural, im Arabischen sogar der 2. Person Singular)). Im Englischen ist das grammatische vom natürlichen Geschlecht streng geschieden. Vgl. the table ® it / der Tisch  ® er.“ [Heupel, C., S. 81]

Genus [Pl. Genera; lat. genus ‘Art’, ‘Klasse’; engl. gender. - Auch (Grammatisches) Geschlecht].

Lexikalisch-grammatische Kategorie des Substantivs, durch welche in vielen Sprachen Substantive verschiedenen Klassen zugeordnet werden. Durch Kongruenz-Beziehungen unterliegen vielfach auch andere Wortarten (Adjektiv, Artikel oder Verb) dieser Kategorie. Im engeren Sinne bezeichnet G. solche Substantivklassifizierungen, die u.a. ein Maskulinum und Femininum enthalten, wie z.B. das Deutsche (auch Sexus-Systeme genannt); andere G.-Systeme werden häufig als Nominalklassen-Systeme bezeichnet. Bei Sexus-Systemen führt man in der Regel die Entwicklung der grammatischen G.-Klassifizierung auf die natürliche Geschlechtsordnung  »männlich vs. weiblich« zurück (eine Deutung, die nicht unbestritten ist), in allen bekannten Sprachen aber ist die Beziehung zwischen grammatischem Genus und natürlichem Geschlecht nur in einzelnen Bereichen des Wortschatzes durchsichtig, im Dt. z.B. bei Verwandtschaftsnamen und Berufsbezeichnungen, vgl. die Arbeiten von Köpcke, Zubin. Die im Dt. erhaltene Gliederung in drei G. ist schon für das Ideur. nachweisbar, in anderen ideur. Sprachen ist diese Zahl reduziert. Nicht nur die quantitative Ausprägung ist verschieden, sondern auch die semantische Kategorisierung: Während in den romanischen Sprachen Maskulinum und Neutrum in der Teilkategorie Maskulinum zusammengefallen sind, besteht im Dän. eine Opposition Maskulinum/Femininum vs. Neutrum.

Die formale Kennzeichnung des natürlichen Geschlechts erfolgt entweder lexikalisch durch verschiedene Wörter (Vater:Mutter), durch Wortbildungsmittel (Sänger:Sängerin) oder nur durch den entsprechenden Artikel (der/die Ahne, frz. un/une enfant).“ [Bußmann, H., S. 274]

Genus / gender / genre

Genus (lat. genus = Art) ist eine sprachspezifische, grammatische ‘Kategorie’ des Nomens, die sich ‘morphosyntaktisch’, d. h. sowohl morphologisch (z. B. in Kongruenzerscheinungen oder durch bestimmte, an den Nominalstamm angehängte Suffixe wie in (1)) als auch syntaktisch (etwa durch strikte Beschränkungen in der syntagmatischen (Syntagmatische Relation) Kombinierbarkeit von Artikelformen mit Nomina (cf. (2)) sowie bei pronominaler Referenz (cf. (3))) manifestieren kann.

(1)  (a)            der Autor  vs. die Autorin;  (b) the host vs. the hostess; (c)  le patron vs. la patronne.

(2)  (a)            der Tisch; *das Tisch; *die Tisch;  (b) la table; *le table.

(3)  (a)            Nachdem der Herr1 bezahlt hatte, verließ er1 das Lokal.

       (b)           Nachdem die Damej bezahlt hatte, verließ siej das Lokal.

       (c)            Nachdem der Gastk bezahlt hatte, verließ erk das Lokal.

Dabei darf jedoch – wie in der sprachwissenschaftlichen Literatur immer wieder betont – ‘Genus’ als ‘innerlinguistische’ Eigenschaft der Elemente der Klasse der Nomina im System einer bestimmten natürlichen Sprache nicht mit jener ‘außersprachlichen’ (d. h. in diesem Fall biologischen) Eigenschaft von Referenten identifiziert werden, die umgangssprachlich als ‘Geschlecht’ (‘Sexus’) bezeichnet wird. Der Unterscheidung zwischen ‘Genus’ und ‘Geschlecht’ entspricht die zwischen ‘grammatischem Geschlecht / grammatical gender / genre grammatical’ (‘Maskulinum’, ‘Femininum’, ‘Neutrum’) und ‘natürlichem Geschlecht / natural gender / genre naturel’ (‘Männlich’, ‘Weiblich’). Wie die folgenden Beispiele zeigen, kann grundsätzlich weder vom Genus eines Nomens auf das Geschlecht seines Referenten noch umgekehrt geschlossen werden.

Die Frage nach dem Merkmal [a Männlich] ist dabei eigentlich nur für Nomina mit dem Merkmal [+Belebt] relevant; alle bezüglich des Merkmals [Belebt] negativ spezifizierten Nomina sind sozusagen a priori geschlechtslos. Man vergleiche hierzu etwa:

(10)  der Diwan; die Couch; das Sofa

(11)   das Glück; die Glückseligkeit; der Frohsinn; etc.

Der spezifische Charakter des Genussystems einer Sprache geht (sofern überhaupt eines vorhanden ist) u. a. daraus hervor, dass die Anzahl der verschiedenen General in den jeweiligen Sprachen verschieden sein kann. So gibt es z. B. im Französischen, Italienischen oder Spanischen zwei Genera (‘Maskulinum’ vs. ‘Femininum’), im Deutschen, Russischen oder Lateinischen drei (‘Maskulinum’ vs. ‘Femininum’ vs. ‘Neutrum’), im Suaheli schließlich sogar (mindestens) sechs.

In den natürlichen Sprachen, die über die Kategorie des Genus verfügen, kann diese eine semantisch differenzierende Wirkung (und darüber hinaus auch morphologische Konsequenzen, z. B. bei der Pluralbildung) haben. Es gehört zur (sprachlichen) Kompetenz eines muttersprachlichen Sprechers des Deutschen, unterscheiden zu können zwischen

(12)

(a)

der Band (‘Buch’); (b) die Band (‘Tanzkapelle’); (c) das Band (‘Streifen’)

(13)

(a)

der Bauer (‘Landwirt’, ‘Schachfigur’); (b) das Bauer (‘Vogelkäfig’)

(14)

(a)

der Flur (‘Korridor’); (b) die Flur (‘nutzbare Landfläche’)

(15)

(a)

der Gehalt (‘Inhalt’, ‘Wert’); (b) das Gehalt (‘Besoldung’)

(16)

(a)

der Heide (‘Nichtchrist’); (b) die Heide (‘Landschaft’)

(17)

(a)

der Hut (‘Kopfbedeckung’); (b) die Hut (‘Vorsicht’)

(18)

(a)

der Kiefer (‘Schädelknochen’); (b) die Kiefer (‘Nadelbaum’)

(19)

(a)

der Kunde (‘Käufer’); (b) die Kunde (‘Botschaft’)

(20)

(a)

die Mark (‘Münze’, ‘Grenzgebiet’); (b) das Mark (‘Zellgewebe’)

(21)

(a)

der Schild (‘Schutzwaffe’); (b) das Schild (‘Aushängeschild’)

(22)

(a)

der See (‘Landgewässer’); (b) die See (‘Meer’)

(23)

(a)

die Steuer (‘Abgabe’); (b) das Steuer (‘Lenkrad’)

(24)

(a)

der Tor (‘Törichter Mensch’); (b) das Tor (‘Große Tür’)

(25)

(a)

der Verdienst (‘Gewinn’); (b) das Verdienst (‘Leistung’).

Beispiele aus dem Französischen wären etwa

(26)

(a)

le livre (‘Buch’); (b) la livre (‘Pfund’)

(27)

(a)

le mousse (‘Schiffsjunge’); (b) la mousse (‘Moos’, ‘Schaum’)

(28)

(a)

le vase (‘Gefäß’); (b) la vase (‘Schlamm’).“    

[Welte, W.: Moderne Linguistik. Terminologie / Bibliographie ... Bd. I, S. 145-147]

„Betrachten wir nun die Flexion unter dem Gesichtspunkt der logischen Analyse:

Das Genus der Substantive hat in der Regel keine eigenständige logische Funktion. Das grammatische Geschlecht der Wörter fällt nicht mit dem natürlichen Geschlecht der Gegenstände zusammen, die sie bezeichnen, bzw. die dem Umfang der Begriffe zugehören, die sie ausdrücken. Ursprünglich entstand das grammatische Geschlecht wohl durch die Übertragung der Unterscheidung «männlich» – «weiblich» auf die Sachwelt, es richtet sich aber auch nach rein syntaktischen Prinzipien. So sind z.B. im Deutschen alle Wörter, die auf «-ling» enden, männlich, alle Wörter dir auf «-heit» oder «-keit» enden, weiblich. Das grammatische Geschlecht kann dem natürlichen auch widersprechen, wie z.B. in dem Ausdruck «das Weib». So besteht die grammatische Funktion des Genus hauptsächlich darin, über die Kongruenz die Zusammengehörigkeit von Ausdrücken im Satz deutlich zu machen, hat also die Funktion eines (häufig entbehrlichen) Bindemittels.1 Als Bindemittel bezeichnen wir diejenigen sprachlichen Hilfsmittel, mit denen gewisse Ausdrücke im Satz als zusammengehörig ausgezeichnet werden, die den Anwendungsbereich von Funktoren angeben, deren Argumente unterscheiden etc. – die also dazu dienen, aus einer Menge deskriptiver Wörter einen Satz zu bilden. In L sind das die Hilfszeichen (Klammer und Kommata) sowie die Anordnung der Konstanten im Satz.

Gelegentlich hat das Genus aber auch noch eine semantische Funktion, wenn durch es allein Menschen oder Tiere als männlich oder weiblich charakterisiert werden. Lyons bringt Beispiele wie le chat (Kater) – la chatte (Katze), ragazzo (Junge) – ragazza (Mädchen). In diesen Fällen kann es durch eigene Konstanten wiedergegeben werden oder die semantische Bestimmung kann in die des Substantivs mit aufgenommen werden.”

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1    Das betont auch Johann Werner Meiner in seinem «Versuch einer an der menschlichen Sprache abgebildeten Vernunftlehre oder Philosophische und allgemeine Sprachlehre», Leipzig 1781, in der Vorrede, S. XLVIII f.: «Hingegen, wenn in einer Sprache dem Bestimmungsworte keine gewisse selbständige Stelle angewiesen ist, wie in der lateinischen und griechischen Sprache, wo man das Bestimmungswort mit gleichem Rechte dem Substantiv bald vor- bald nachsetzen kann: dann wird es zweifelhaft, zu welchem von beiden Substantivis das dazwischen stehende Bestimmungswort gehöre, und dann ist es auch nötig, solches durch sichtbare und hörbare Zeichen zu verstehen zu geben. Dieses ist die wahre Veranlassung zu dem in den Sprachen vorhandenen Genere gewesen, und keineswegs das gedoppelte Thiergeschlecht, wie man bisher geglaubt hat.» – Auf diese Stelle hat mich H. Brekle hingewiesen.

[Kutschera, F. v.: Sprachphilosophie. München: Wilhelm Fink, ²1975, S. 244-245]

«Begriffspyramiden:

Die Geltung des „Kontragredienzgesetzes“ vom reziproken Verhältnis von Inhalt und Umfang eines Begriffs (je größer der Inhalt, desto kleiner der Umfang und umgekehrt) ist umstritten. Sie lässt sich im Grunde nur für die Verhältnisse innerhalb von „Begriffspyramiden“ („Porphyrschen Bäumen“, die freilich ebenso wie die „Bäume“ der modernen Graphentheorie gegenüber natürlichen Bäumen auf den Kopf gestellt erscheinen) beanspruchen, in denen jeder der einem Begriff P unmittelbar untergeordneten Begriffe Q1,...,Qm durch Aufnahme eines jeweils neuen, weniger Gegenständen als ganz P zukommenden Merkmals entsteht. Die aus P „spezifizierten“ Begriffe Q1,...,Qm heißen die Species (die Arten) des Genus (der Gattung) P; das zu den Merkmalen von P hinzutretende Merkmal einer Species Q1 heißt deren Differentia specifica und P das genus proximum zu jedem der Q1,...,Qm. Als „oberste Begriffe“ beliebiger Begriffspyramiden galten in der Tradition allgemeinste Begriffe („Kategorien“), an der Basis dachte man sich als „unterste Begriffe“ so genannte Individualbegriffe, deren erreichte Merkmalsvielfalt bewirkt, dass nur noch jeweils genau ein Gegenstand unter einen solchen Begriff fällt, der dann also als Individuum charakterisiert wird. Wiederum ist es erst Frege gewesen, der in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts Gründe dafür aufgewiesen hat, Individualbegriff und darunter fallendes Individuum streng auseinander zuhalten, ein Vorschlag, dem heute weitgehend gefolgt wird und von dem nur in einigen Systemen der axiomatischen Mengenlehre zugunsten einer bewussten Identifikation von Individuum und Individualbegriff abgewichen wird.»

[Seifert, Helmut und Radnitzky, Gerard:  Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. München: Ehrenwirth, 1989, S. 12]

«Género.

1.    Categoría gramatical que, en indoeuropeo, afectaba al sustantivo mediante ciertos morfemas que señalaban la distinción de sexos y era, por tanto, un género natural [A. Geschlecht; I. Sex gender], basado en la oposición masculino / femenino. A la vez, se desarrolla un género gramatical o formal [A. Genus] que se presenta, no sólo en los nombres de objetos sin sexo, sino también en los adjetivos, pronombres, numerales (y después, en los artículos); aparece ligado, no sólo a las raíces, sino a las formas derivadas. (En español, por ejemplo, calle es femenino, y callejón, masculino). Este género comprende, además del masculino y femenino, el neutro. Incluso los nombres que designan seres vivos pueden tener género gramatical; así, en alemán, Kind ’niño’ es neutro. O puede haber indiferencia respecto al género natural de un sustantivo, que debe precisarse mediante procedimientos sintácticos. Dentro del género natural – con las limitaciones señaladas –, son masculinos los nombres de macho, femeninos los de hembra y neutros los que pueden ser considerados como indiferentes, desde el punto de vista sexual. Por el contrario, el origen del género gramatical es problemático. Hoy, el género nos aparece como un recurso sintáctico para expresar la concordancia. En algunas lenguas se habla de género animado [A. Belebtes Genus], propio de seres dotados de vida, que comprende el masculino y el femenino (diferenciándolos o no; el hitita, por ejemplo, ignora esta oposición), y género inanimado [A. Unbelebtes Genus], correspondiente a objetos que se consideran sin vida, y a veces a seres animados que no han alcanzado su madurez sexual.

2.    En la métrica clásica, proporción que existe entre las moras de las sílabas de un pie. Así, por ejemplo, el dáctilo (-ÈÈ) consta de una sílaba larga (= dos moras). Su proporción es 1 : 1. Se dice por ello que posee género igual (como el espondeo, anapesto y coriambo). La proporción 1 : 2 (yambo, troqueo, jónicos mayor y menor) se denomina género doble

    [Lázaro Carreter, F.: Diccionario de términos filológicos. Madrid: Gredos, 1981, p. 207]

«En la lógica se llama género a una clase que tiene mayor extensión y, por consiguiente, menor comprensión que otra, llamada especie. Así, por ejemplo, la clase de los animales es un género con respecto a la clase de los hombres, la cual es una especie de dicho género. Pero la clase de los animales es una especie del género que constituye la clase de los seres vivientes. Cuando un género abarca todas las especies se llama género supremo o generalísimo: ejemplos de este género son (según los autores), la substancia, la cosa o ser. Algunos autores, empero, hablan de géneros supremos (en plural) y los consideran como géneros indefinibles que sirven para definir los otros géneros y no son ellos mismos especies de ningún otro género; tales géneros equivalen entonces a las categorías consideradas como nociones primordiales e irreductibles. El género se usa, en la lógica clásica, para la definición combinándolo con la diferencia específica; en tal caso el género comúnmente usado es el llamado género próximo.

La noción de género ha sido definida de muchas maneras por los filósofos, quienes, además, la han identificado con frecuencia con otros conceptos. Platón, por ejemplo, habla muchas veces de los géneros como ideas. Aristóteles define el género, genoV, como el atributo esencia aplicable a una pluralidad de cosas que difieren entre sí específicamente; la definición aristotélica constituye, en líneas generales, la base para la concepción que tienen del género los lógicos de tendencia clásica. Porfirio discute el género en la Isagoge como uno de los predicables. [...] Varias escuelas (principalmente los estoicos) definen el género como un concepto colectivo; otras tienden a identificar el concepto de género con el concepto de universal. Esta última tendencia explica la frecuente presentación de las diversas doctrinas medievales sobre los universales como doctrinas relativas a la naturaleza ontológica de los géneros, si bien a veces se añaden (como ya hizo Porfirio) los géneros a las especies para preguntarse acerca de su status. Las definiciones que dentro de la disputa de los universales se dan del género corresponden a las diversas posiciones adoptadas; los géneros son presentados, en efecto, como entidades, enunciados (sermones), etc. Ello no significa que haya siempre confusión entre el género entendido en sentido ontológico y el género entendido en sentido lógico. Muchos autores medievales establecen cuidadosamente la distinción entre el genus naturale y el genus logicum: el primero es un universal cuya naturaleza ontológica se trata de determinar; el segundo es una forma de predicación. Tal distinción es desatendida por muchos autores modernos, los cuales usan el término ’género’ a la vez en los dos mencionados sentidos. Las razones (implícita o explícitamente) aducidas para adoptar este último uso se basan en la idea de que no es necesario separar la cuestión de los universales en una parte ontológica y otra parte lógica; la cuestión surge, en efecto, tan pronto como es planteada desde el campo de la lógica y se advierte que toda solución requiere una previa ontología acerca del status de las entidades lógicas.»

[Ferrater Mora, José: Diccionario de filosofía. Buenos Aires: Ed. Sudamericana, 1969, vol. I, p. 750]

Sexo, genética y género

Por Alfonso Oroz, traductor técnico

Hace un par de años, se suscitó un serio debate en varios foros, entre ellos en Naciones Unidas, sobre la traducción del término inglés „gender“. En realidad, no se ve bien dónde estaba el problema: sea cual sea el diccionario consultado, „gender“ significa exactamente género. Pero el verdadero debate estaba y está en otra parte, y lo protagonizan las mujeres que defienden sus derechos.

En este debate, las mujeres no tratan de dilucidar el significado gramatical de una palabra. De lo que tratan es de proclamar de una vez y para siempre que la dominación que sufren no tiene su raíz en el sexo (concepto fisiológico) sino en el género (concepto sociocultural). No hay ningún problema de traducción del inglés al español, siempre y cuando en ambos idiomas se modifique ligeramente el campo semántico del término. Las feministas de habla inglesa ya lo han hecho, y yo voy a tratar de explicarlo por si todavía queda alguien que no lo ha entendido.

El movimiento feminista lucha contra las teorías que sostienen que ciertos procesos genéticos son los determinantes primarios de la conducta humana, y que en ellos radica la explicación de las diferencias sociales. Las feministas tienen razón: atribuir al sexo la discriminación y las injusticias de todo tipo que han venido sufriendo históricamente las mujeres sería tanto como aceptar que tal discriminación obedece a un designio inmutable que la naturaleza imprime en todo ser humano desde que nace.

Si el hombre es más fuerte que la mujer por razones genéticas, éstas no justifican que someta a su voluntad a ese ser que considera de su propiedad, y a quien la educación (impuesta tantas veces a golpes), las convenciones sociales y la tradición han convertido en una persona pobre, pequeña y preñada. En el sexo radican, evidentemente, gran parte de las diferencias anatómicas y fisiológicas entre la mujer y el hombre: pero sólo ellas.

Todas las demás pertenecen al dominio de lo sociocultural, deben incorporarse al ámbito de lo genérico, no de lo sexual. Cuando las feministas hablan de género, se refieren a esas normas socialmente construidas que, con grandes variaciones de una a otra parte del mundo, nos dictan, tanto a los hombres como a las mujeres, el significado y contenido de lo femenino y lo masculino, a esas normas que regulan el grado de adecuación de nuestras conductas, de nuestro aspecto exterior y hasta de nuestras carreras profesionales.

El discurso feminista está muy claro: puesto que no es posible abolir las injusticias suprimiendo las diferencias sexuales (¿quién podría hacerlo, o acaso querría?), suprimamos las diferencias de género, empezando por el lenguaje. Porque es en el lenguaje donde con mayor claridad se perciben algunas de las pautas sociales que han contribuido a la infravaloración histórica de la condición femenina.

Lo peor de todo es que estas influencias sesgadas actúan desde que el niño o la niña tienen uso de razón y, sobre todo, desde que aprenden a leer. Véase por ejemplo la forma en que se presentan en la literatura infantil los papeles estereotipados de ambos sexos: los hombres van a trabajar, las mujeres se quedan en casa. Véanse también los libros de texto utilizados en miles de centros de enseñanza elemental. Según un recuento de los personajes que aparecen en uno de esos libros, en el mundo habría el doble de niños que de niñas, y siete veces más de hombres que de mujeres.

En la lucha por sus derechos, las mujeres se han propuesto modificar deliberadamente el lenguaje: ojalá lo consigan, están en el buen camino. „Podemos encontrar nuevas palabras dice una de ellas para una sociedad más equitativa, en la que tanto las mujeres como los hombres puedan hablar libremente, una sociedad cuyas reglas lingüísticas las hagan las mujeres, tanto como los hombres.“ Han empezado por la introducción del nuevo concepto de género, o más bien por la ampliación de su campo semántico. No pasa nada, no están destruyendo el lenguaje, no están derribando ningún templo sagrado. Hay que adaptar el lenguaje a la realidad, no lo contrario.

Y la realidad está clara: no cabe ya atribuir la histórica discriminación femenina a las diferencias sexuales o genéticas. Aceptemos jugar en un terreno neutral: el del género. Veamos a guisa de ejemplos, algunas de las pautas tradicionalmente sexistas que han venido utilizándose. Una cuestión interesante es la forma en la que las diferentes lenguas relacionan el género con las diferencias sexuales.

En algunos casos extremos, parece que determinadas lenguas son casi incapaces de expresar la experiencia femenina, a causa de su propia constitución y sintaxis. Por supuesto, los usos lingüísticos varían entre las diversas sociedades, pero una pauta común es la forma de señalar el estado civil de las mujeres por la manera en que se nombran, mientras que a los hombres no se les aplican tales señales. En inglés, „Miss“ designa a una mujer soltera, „Mrs“ a una mujer que está casada o que lo ha estado anteriormente.

La reciente y muy extendida costumbre de emplear el descriptor „Ms“ no denota la insatisfacción de las mujeres con su estado de soltera o de casada, sino que es una forma de denunciar la desigualdad actual de trato, consistente en colocar a las mujeres una etiqueta que revela su estado civil, mientras que no se hace lo mismo con los hombres. En efecto, „Mr“ es el único descriptor masculino para adultos, casados o no. En español existen pautas semejantes. Según lo antedicho, podemos cambiar deliberadamente el uso lingüístico.

El siguiente paso consistiría en suprimir todos estos descriptores y confiar en cambio en los nombres. Pero ¿de verdad sería éste un paso lógico? Otro de los componentes del lenguaje sensible al género, estrechamente relacionado con el anterior, es el de los apellidos. En muchos países, la mujer casada tiene que emplear el apellido del marido. En Japón, por ejemplo, ha tenido que pasar mucho tiempo para que las mujeres, tras una ardua batalla legal, hayan adquirido el derecho a conservar su apellido familiar después de su matrimonio. Se trata de una opción que las mujeres no buscan con frecuencia, pero hay ocasiones en que tiene importancia, como en el caso de las mujeres que ejercen profesiones liberales en las que se han ganado una buena reputación y son conocidas por su apellido de solteras.

¿Tiene o no importancia este problema? Para las mujeres que, según algunos usos sociales, pierden por completo el apellido de su familia, la consecuencia indudable es que su herencia familiar no cuenta. Es mucho más difícil seguir la línea genealógica materna que la paterna; el apellido de un niño indicará, dependiendo de lo acostumbrado en cada país, su línea hereditaria paterna, mientras que la identidad de su madre, junto con su correspondiente aportación genealógica se tornará invisible. Este problema tiene antiguas y hondas raíces en el movimiento feminista; desde hace siglo y medio, la historia del feminismo aporta ejemplos de mujeres que se han resistido a perder su apellido y con él su identidad.

Hoy en día, en muchas partes del mundo, las mujeres y los hombres pueden decidir libremente qué apellido usarán después del matrimonio; una vez más, vemos que la intencionalidad puede funcionar, aunque tal vez transcurra mucho tiempo hasta que aparezcan los resultados. La posibilidad de que las mujeres retengan una identidad hasta cierto punto independiente cuando contraen matrimonio ataca en su misma base la visión patriarcal de la familia como compendio de unos papeles biológicamente predestinados a hombres y mujeres.

El concepto de mujer como „propiedad“ del hombre se ve seriamente amenazado por la petición, al parecer inocua, de conservar el apellido de soltera, o de usar un título que no desvele el estado civil. Debe observarse, sin embargo, que algunas culturas en las que las mujeres están sometidas a fuerte subordinación usan pautas de nomenclatura en las que el apellido de soltera de la mujer no se pierde; a veces, se incorpora a su apellido de casada. Curiosamente, este es el caso español : aquí se usan habitualmente los dos apellidos.

Existe otro problema, ampliamente difundido en muchas partes del mundo. Se trata de la costumbre de usar títulos honoríficos de varias clases para los hombres, pero no para las mujeres. Esta cuestión está relacionada, obviamente, con otros aspectos de la condición social de las mujeres. Por ejemplo, en casi todo el mundo los médicos reciben el tratamiento de Dr. X., mientras que a las enfermeras se las llama por su nombre de pila. En las oficinas, el jefe es el Sr. X., pero las mujeres que desempeñan funciones auxiliares y, a veces, algunas colaboradoras que poseen títulos universitarios se convierten en María o Teresa.

Algunas mujeres solicitan formalmente que se utilicen estas fórmulas lingüísticas, lo que refleja su deseo consciente de quitar importancia a estos diferenciales, en lugar de ponerlos de relieve. Si se usan tratamientos honoríficos para los hombres, también deberán usarse para las mujeres. Cada individuo debiera tener derecho a exigir que se le trate según sus deseos. También debemos considerar aquí el uso de términos genéricos como „hombre“ u „hombres“ para designar a toda la humanidad, o dicho de otro modo, la suposición de que el concepto de mujer está incluido en el término „hombre“.

Se trata de una pauta lingüística comúnmente empleada en textos periodísticos y de otras clases, y en la conversación ordinaria; en esto somos todos y todas culpables, casi a título personal y con pocas excepciones. Aunque técnicamente el término „hombres“ puede abarcar a personas de ambos sexos, el uso del masculino sugiere de modo muy claro una referencia a personas masculinas, y contribuye, fuera de toda duda, a la permanente invisibilidad de las vidas de las mujeres y de sus aportaciones a la sociedad. Es lo que sucede en inglés con el uso del término „man“ (hombre) en funciones de sufijo para la designación de oficios u otros papeles sociales, como en „salesman“ (hombre de ventas, vendedor), „fireman“ (hombre del fuego, bombero), „chairman“ (hombre que ocupa la sede, presidente), „forefathers“ (padres anteriores, antepasados), etc.

Para dar solución a este problema, se han propuesto términos tales como „salespersons“ (personas de ventas) o „firefighters“ (combatientes contra el fuego), „chairpersons“ (personas sedentes), „ancestors“ (antepasados o antepasadas), para sustituir a los anteriormente citados. En ocasiones, estas sugerencias no funcionan y a veces conducen a absurdos. En español, en lugar de „neutralizar“ el lenguaje, se acude a veces al extremo opuesto, el de feminizarlo, lo que conduce a aberraciones como „jueza“. Para una vez que la terminación es absolutamente neutral, se pretende llevar las cosas a un extremo inadmisible: decimos „una nuez“, pero también „un almirez“.

Recordemos el chiste de Mingote : „El retrato de esta jueza lo ha pintado este artisto“. Lo mismo sucede con la atribución de géneros diferentes al sufijo característico del participio activo, diciendo „presidenta“ cuando la palabra presidente se refiere tanto al masculino como al femenino, al hombre o a la mujer que preside. Véase si no lo que ocurre con el verbo amar. Quien ama será un o una amante. La mujer que preside una asociación de señoras es la Presidente de la sociedad. Lo contrario conduciría a decir, por ejemplo, que para la elección de la „presidenta“ sólo se admitirá el voto de las „asistentas“, término admitido por la (mala) costumbre, y que tiene un tufillo despreciativo. Lo terrible de estas ridículas palabras radica en que consiguen que un problema realmente importante parezca una tontería.

En cambio, otro medio de atraer la atención hacia las mujeres (válido tanto en español como en inglés) es el que consiste en referirse a ambos sexos diciendo „mujeres y hombres“, es decir, alterando el orden habitual. Los documentos oficiales del gobierno, los discursos de los líderes políticos, las obras de los intelectuales más prestigiosos son textos que se prestan perfectamente al análisis del lenguaje desde la perspectiva del género.

Resumiendo, resulta difícil exagerar la importancia crítica del lenguaje. Por el mero hecho de elegir determinadas palabras, revelamos nuestros conceptos ocultos acerca de la sociedad, y nuestra propia interpretación de la misma. Si cada persona tuviera conciencia de dicho proceso, en definitiva, si nos interrogáramos acerca de las pautas que subyacen en el fondo de nuestras palabras, podríamos encontrar soluciones creativas al problema de unos usos lingüísticos que, o bien ocultan la información sobre las vidas de las mujeres, o la enmascaran con connotaciones inadecuadas.

No hay duda de que las personas dedicadas a hacer que se reconozcan plenamente las aportaciones críticas de las mujeres al proceso del desarrollo internacional, cualquiera que sea su nacionalidad, deberían sentirse obligadas a atraer el respeto hacia las mujeres a través de su ejemplo y su labor didáctica. Suprimamos entre todos, mujeres y hombres, de una vez y para siempre, las diferencias de género, empezando por el lenguaje. Acostumbrémonos desde ahora a pensar en términos de género, concepto sociocultural, en lugar de hacerlo desde el punto de vista del sexo, un concepto meramente fisiológico.“ 

[http://www.el-castellano.com/nosex.html]

«De los dos géneros, el masculino es el de mayor extensión, y el femenino el de mayor intensión. Quiere esto decir que cuando el uso lingüístico ha decidido la indistinción de los géneros, lo que se emplea en la expresión es el significante propio del masculino. Así, en los padres, los reyes, los hombres se significa la fusión de ambos géneros (esto es, el padre y la madre, el rey y la reina, los hombres y las mujeres) cuando tales expresiones se oponen a otras como los hijos, los príncipes, los animales; pero sigue siendo vigente el masculino cuando se manifiestan en oposición a los femeninos las madres, las reinas, las mujeres

[Alarcos Llorach, Emilio: Gramática de la lengua española. Madrid: Espasa-Calpe, 1994, p. 62-63]