GENOTEXT-DISKURS UND PHÄNOTEXT-DISKURS

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Text

 

Der Diskurs: Genotext-Diskurs und Phänotext-Diskurs

Sind Konfiguration, Handlung und etwa auch Deskription sowie das darstellende Medium gegeben, so ist der konkrete Text dadurch noch immer nicht ausdeterminiert. Noch immer ließen sich auf der Basis dieser Elemente sehr verschiedene konkrete Texte denken. Die konkrete Darstellungsweise eines Textes bezeichnen wir als Diskurs des Textes (zu frz. discours = Redeweise). Der Diskurs eines Textes wird durch verschiedene Regel determiniert, die wir in zwei große Gruppen zusammenfassen wollen: erstens die Regeln, die für alle Texte einer Gattung bzw. eines Genre (= Untergattung) gelten; diese Regeln konstituieren den Genotext-Diskurs (zu lat. genus = Gattung). So gibt es z.B. für ein Drama vorweg bestimmte Regeln des Genotext-Diskurses, die Konfiguration, Handlung und Deskription in bestimmter Weise transformieren. Zweitens gibt es die Menge weiterer Regeln, die die konkreten Sätze des Textes definitiv bestimmen; diese Menge von Regeln sollen die des Phänotext-Diskurses (zu griech. phainómenon = Oberflächenerscheinung) heißen. Dazu gehört alles, was die spezifische Syntax, den spezifischen ‚Ton’ und ‚Stil’ eines konkreten Textes charakterisiert. [Für die gesamte Gebiet des Diskurses hat die strukturalistische Literaturtheorie erst wenige und vorläufige analytische Modelle entwickelt.]“

[Link, Jürgen: Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe. München: W. Fink, 1974, S. 282]