GENFER SCHULE

Escuela de Ginebra

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Prager Schule / Kopenhagener Linguistenkreis

 

Genfer Schule. In der unmittelbaren Nachfolge von F. de Saussure forschende Richtung des Strukturalismus, als deren Vertreter vor allem die auf  de Saussure folgenden Inhaber des Genfer Lehrstuhls gelten (Ch. Bally, A. Sechehaye, S. Karcevskij und H. Frei), die zugleich dessen Exegeten, Editoren und Nachlaßverwalter der „Cercle Ferdinand de Saussure“ seine vordringlichste Aufgabe in der Interpretation, Verteidigung und Präzisierung der Position von de Saussure, wovor vor allem das Publikationsorgan der G. S., die „Cahiers F. de Saussure“ zeugt.“ [Bußmann, S. 272]

Genfer Schule

Ferdinand de Saussure wird allgemein als der Begründer der strukturalistischen Sprachwissenschaft angesehen. Er war Schüler und zugleich Überwinder der Junggrammatiker. Seine Sprachtheorie wurde von seinen Schülern 1916 posthum unter dem Titel Cours de linguistique générale veröffentlicht. Sie wird von folgenden Dichotomien getragen:

(1)  Synchronie - Diachronie,

(2)  langue     - parole,

(3)  Syntagmatik - Paradigmatik und einer neuen Fassung des Zeichenbegriffs:

(4)  signifiant - signifié.

Die kopernikanische Wende, die durch Saussure in der Linguistik eintrat, bestand in der Gleichstellung der synchronen mit der diachronen Linguistik. Für ihn ist die Grammatik ein abstraktes Beziehungssystem, das jedoch auf konkreten Einheiten beruht. Form und Funktion bedingen einander Die Ergebnisse der Genfer Schule wirkten entscheidend auf die Prager und Kopenhagener Schule ein. F. de Saussure bekanntester Schüler ist Ch. Bally, der besonders in der komparativen Stilforschung hervorgetreten ist.“ [Heupel, C., S. 79-80]