GEBRAUCHSTHEORIE DER BEDEUTUNG

Concepción del significado como uso

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Bedeutung / Referenz / Bedeutung und Bezug /  Semantik / Semiotik / Modell / Organon-Modell / Sprechakte / Sprachspiel / Sprechakttheorie / Funktionen der Sprache / Funktionale Grammatik / Pragmatismus  / Wittgenstein / Sinn und Bedeutung bei Ludwig Wittgenstein

 

Bedeutung = Gebrauch eines Wortes im sprachlichen und ‑ außersprachlichen Kontext.

"Was in den Zeichen nicht zum Ausdruck kommt, das zeigt ihre Anwendung."

[Wittgenstein, Ludwig: Tractatus 3.262]

«Jedes Zeichen scheint allein tot. Was gibt ihm Leben? – Im Gebrauch lebt es. Hat es da den lebenden Atem in sich? – Oder ist der Gebrauch sein Atem?»

[Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. §432]

"Exaktheit ist eine Funktion des Gebrauchs; unexakt bedeutet nicht (notwendig) unbrauchbar."

[Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen, §88]

"Der Wiener Philosoph L. Wittgenstein (1889‑1951) definierte die Bedeutung eines Wortes als seine Verwendung. Hier wird eine genaue Beobachtung der sprachlichen und außersprachlichen Bedingungen zur Bedeutungsanalyse herangezogen. Die Vorkommensweisen werden unter genauester Berücksichtigung des linguistischen Kontextes (u. a. Distribution, Kollokation) untersucht. Selbstverständlich sind umfangreiche Materialien notwendig, um eine solche genaue Analyse auf wissenschaftlicher Basis zu ermöglichen.

Wittgensteins Definition und die damit verbundene Methode setzen auch eine ungefähre Vorstellung der Bedeutung eines Wortes voraus. Während aus begreiflichen Gründen die vorgenannten Definitionen in der Bedeutungsanalyse vergangener Sprachschichten kaum verwendet werden können, weil sie vorwiegend Direktbeobachtungen voraussetzen, ist hier eine Verwendung gut möglich, wenn das zu analysierende Korpus umfangreich ist. Natürlich stößt diese Art von 'Gebrauchssemantik' auf eine Reihe von Problemen, deren eines z. B. ist, ob die Verwendung nun auf der parole- oder auf der langue‑Ebene untersucht werden kann und soll.

Weiterhin ist dann noch die Frage zu untersuchen, inwieweit neben dem rein sprachlichen Kontext der außersprachliche Rahmen, also die Situation, miteinbezogen werden muss. Insgesamt ergibt sich auch hier eine Problematik in Verbindung mit dem Begriff Kontext, der weder qualitativ noch quantitativ leicht zu definieren ist. (Vgl. Wittgenstein, L.: Philosophische Untersuchungen. Frankfurt/M. 1971, §43.) Von Vorteil ist andererseits die Nachprüfbarkeit solcher Ergebnisse, da hier subjektive Faktoren weitgehend ausgeschaltet sind. Operationelle Bedeutungsanalysen bedienen sich einer Reihe von Wegen, so u. a. auch der paradigmatischen und syntagmatischen Dimensionen."

[Nickel, Gerhard: Einführung in die Linguistik: Entwicklung, Probleme, Methoden. Berlin: Schmidt, 21985, S. 132]

"Gebrauchstheorie der Bedeutung [use theory of meaning]. Die ontologisch‑platonistische Frage nach dem Wesen der Bedeutung wird von L. Wittgenstein unter dem Einfluss B. Russells, des *Pragmatismus und *Behaviorismus in eine Reihe substituierbarer operationaler Fragestellungen auf deskriptiv‑analytischer Ebene aufgelöst. Er fasst die Welt im Gegensatz zur Zeit des Tractatus als nie an sich, sondern immer nur in sprachlicher Interpretation gegeben auf. Wenn die Dinge nun nicht unabhängig von der Sprache existieren, sondern Projektionen der Sprachstrukturen sind, so entfällt die Möglichkeit, die Bedeutung auf die Dinge zu beziehen; die Semantik muss pragmatisch verankert werden. In den »Philosophischen Untersuchungen« gelangt Wittgenstein zur Identifizierung des Zeichens mit seiner Anwendung und zur These, dass die Wörter außerhalb ihres Gebrauchs/ihrer Funktion im menschlichen Handeln nichts beinhalten. »Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache« (Schriften 1, S. 311, 5 43). Unter Gebrauch wird die durch Regeln gesteuerte Verwendung eines Wortes verstanden, die durch die Grammatik festgelegt ist. Danach ist Bedeutung nicht mehr das Korrelat zum Lautbild im sprachlichen Zeichen, das in Bezug zum Gegenstandsbereich steht, sondern eine Größe des Kommunikationsprozesses, bzw. der semantischen Situation. Bezugssystem der Sprache ist »die gemeinsame menschliche Handlungsweise« (§ 206). Spekulation soll durch genaue       Beobachtung ersetzt werden. M. Schlick fasste die Bedeutung eines Satzes als die Methode seiner Verifikation auf (Aufsätze, S. 340), Wittgenstein formuliert die Frage »Was ist Bedeutung?« um in »What is an explanation of the meaning of a word?« (The blue book, S. 1).

Die These Wittgensteins hat als heuristisches Prinzip in der Linguistik Anerkennung gefunden, nicht jedoch sein Versuch, die Bedeutung als Resultat des Gebrauchs zu bestimmen. Die Kenntnis der jeweiligen Bedeutung scheint immer schon vorausgesetzt zu sein. Auf die Schwächen der G., die durch die Aufgabe des Referentenbezugs und der mentalen Kategorien entstehen, hat Budi (1960) hingewiesen. E. K. Specht fragt, wie die G. Bedeutungsgleichheit, Synonymie und Homonymie erklären will. Grundlegende Kritik haben J. A. Fodor (1963), J. A. Fodor, J. J. Katz (1962) und J. J. Katz (1966) geübt. Es handele sich um keine Gebrauchstheorie der Bedeutung, sondern um die Beschreibung von Daten, die für eine Theorie relevant werden könnten, um »Empfehlung, Bedeutungsfragen als Fragen der Verwendung von Wörtern oder Ausdrücken zu behandeln« (Kursbuch 5, S. 169). Begriffe wie Gebrauch, Missbrauch, Sprachregel und Sprechakt seien nicht definiert, so dass immer wieder zur Intuition Zuflucht genommen werden müsse. Dazu seien wesentliche Erkenntnisse und Fragestellungen der Linguistik nicht berücksichtigt. Dass Gebrauch und Bedeutung nicht identisch sind haben Pitcher, Choms­ky, Charlesworth, Ziff aufgezeigt. Mehrfach ist der abstrakte Status der  >Regeln< Gegenstand z. T. scharfer Kritik gewesen. Eine Würdigung der für die Linguistik relevanten Wendung der Semantik zur Pragmatik ­in der G. gibt F. v. Kutschera (1971)."

[Lewandowski, Thomas, Linguistisches Wörterbuch, Bd. 1, S. 218]

"Das Argument der Befürworter der Existenz eines Bedeutungskerns gegen ihre Kritiker, das isolierte Wort sei ja nicht ohne Bedeutung, löst die Streitfrage nicht, denn es ist keineswegs geklärt, was unter einem 'isolierten Wort' zu verstehen sei, noch, woher dieses 'seine' Bedeutung erhielte. Mit Wittgenstein wäre zu sagen, dass ein sprachlicher Ausdruck sich nicht völlig von jeglichem Kontext isolieren lasse. Ein Wort wird verstanden als Wort einer Sprache, als Ausdruck, der einen Platz in einer Grammatik derselben hat. (Vgl. dazu PhU, §§ 199, 432, 514, 525, 583-584, 663; Ph Gr, S. 130f.). Ein isoliert vorgestelltes Wort zu verstehen, heiße etwa, den von ihm ausgehenden Verweisungen auf Sprachspiele zu folgen, in denen es nach allgemeinem Gebrauch verwendet werden könne. «'Ein Wort verstehen' kann heißen: Wissen, wie es gebraucht wird; es anwenden können.» (Ph Gr., S. 47; PhU,§525). Das Paradigma des schlechthin isolierten Wortes ist für Wittgenstein der Ausdruck einer Privatsprache. In Bezug auf eine Privatsprache kann jedoch nicht ohne weiteres mehr von einer 'Sprache' gesprochen werden. Eine Privatsprache bestünde aus Zeichen, die keinerlei Gebrauch hätten, damit jedoch auch keinerlei Bedeutung.

Das Problems des Bedeutungskerns resultier aus einer bestimmten Sprachbetrachtung. Es wiederholt sich in verschiedenen Sprachtheorien in verschiedener Form, ist nun von einem «signifé» und einem «Designat» oder einem «Akttypus», etc. die Rede. Grundlegend für diese Betrachtungsweise ist die Unterscheidung grammatischer Formen und lexikalischer Inhalt. Ein Ausdruck habe Bedeutung, heißt für jede systematische Sprachbeschreibung, er weise wiederholt auf etwas Bestimmtes. Wittgenstein hingegen unterscheidet nicht systematisch zwischen einem verbalen (Ausdruck) und averbalen (Inhalt) Bereich. In Sprachspielen ist beides miteinander verwoben. Das Problem des Bedeutungskerns stellt sich für ihn nicht, weil er die Bedeutung von Wörtern nicht auf ihre Bedeutung als sprachliche Einheit reduziert. Wörter haben Bedeutung in den Lebenszusammenhängen, in denen sie von Bedeutung sind. Löst man sie, als sprachliche Einheiten, aus diesen Zusammenhängen, so kann strenggenommen nicht mehr von Wörtern die Rede sein.

Der pragmatische Zug der Wittgensteinschen Reflexionen liegt somit nicht in der Einführung besonderer, pragmatischer Sprachregeln, die die Restriktionen der Semantik auf eine Kernbedeutung in kontrollierter Weise lockerten oder die den Gebrauch besonderer, pragmatischer Ausdrücke regelten. Die Philosophischen Untersuchungen stellen weder eine Ergänzung semantischer Theorien noch eine Alternative zu ihnen dar. Wittgensteins Kritik an der systematischen Analyse ist die Reflexion ihrer Begrenztheit. 'Unter Umständen', zu bestimmten Zwecken, mag es sinnvoll sein, vom tatsächlichen Gebrauch der Wörter abzusehen und mit einem Explikandum und dessen Explikation einen Gegenstandsbereich festzusetzen.

Sprachwissenschaftliche Theorien erfinden, um eines überschaubaren Gegenstandes willen, Sprachen – die Sprache 'L', diejenige der Sprechakte, u.a. Wittgensteins Kritik an Sprachtheorien ist pragmatisch, insofern er ihren zweckgebundenen, pragmatischen, Charakter im Bewusstsein hält und auf die mit ihrer Funktion als Mittel verbundene Begrenztheit hinweist."

[Nowak, Reinhard: Grenzen der Sprachanalyse. Tübingen: Gunter Narr, 1981, S. 226-227]

"Wittgenstein sagte, 'suche nicht nach der Bedeutung eines Wortes, such nach seinem Gebrauch'. Diese Bemerkung hilft nicht sehr viel weiter, weil wir uns über den 'Gebrauch' eines Wortes kaum klarer sind als über seine 'Bedeutung'. Aber einen gewissen Wert hat diese Bemerkung doch; wir können den Gebrauch untersuchen, und wir geraten weniger leicht in Gefahr, bei Gebrauch an etwas zu denken, was Wörter in einem wörtlichen Sinn 'haben' könnten, so das wir weniger wahrscheinlich unsere Zeit damit vergeuden, herauszufinden zu wollen, was denn genau dieser Gebrauch sei."

[Palmer, Frank: Semantik. Eine Einführung. München: C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, 1977, S. 35-36]

"El eje en torno al cual se desenvuelve el presente estudio ha de ser la función del lenguaje en tanto que medio de comunicación. No me interesa el lenguaje, sino en la medida en que es usado, pues comparto la idea de que «nada sabemos del lenguaje humano si no lo concebimos como habla humana» (P. F. Strawson, «Meaning and Truth», en Logico-Linguistic Papers, N. York, Harper & Row, 1974, p. 189). [...]

«Entendemos el significado de una palabra cuando la oímos o la decimos», recuerda Wittgenstein (PhU, 138); abstraída del acto en que se da, la palabra deja de ser significativa. El lenguaje no se obtiene mediante un aprendizaje teórico: se adquiere con el uso, con la práctica. El significado ha de ir ligado a actos concretos, a situaciones, a personas; su base no puede ser meramente la imagen mental asociada a la materia fónica. Para aprender un idioma desconocido, el diccionario no basta: hay que ponerse en contacto con su funcionamiento real. «Lo que realmente importa, lo que realmente tiene significación no es la imagen que suscita una palabra u oración, sino la acción que sugiere u ordena, aconseja o prohíbe.»

Quede bien claro, sin embargo, que no propongo la reducción del significado al uso del lenguaje (como tampoco podían propugnarla los adictos al lema «el significado está en el uso», pese a que era casi obvio suponer que así lo hacían). Pues si es cierto que el significado de diccionario, el significado abstracto y estático, recibe siempre una interpretación funcional, subordinada al uso que de él se haga, también hay que reconocer que los usos no son nunca arbitrarios, sino que están limitados por el significado. Está claro que todos los usos de un mismo término o de una misma frase han de tener cierto elemento común, dado a veces por la etimología, por relaciones metonímicas o metafóricas, por la evolución histórica de la lengua, etc. Pero ese elemento común es susceptible de adquirir una diversidad de sentidos dependientes del contexto en que aparece. Pensemos, por ejemplo, en los distintos sentidos que puede tener un simple «Adiós», o en la diferencia de significado que tiene «mesa» en dos frases como «déjalo encima de mi mesa» y «la mesa lo decidirá». Para emplear una acertada distinción de Wittgenstein, los dos usos de «mesa» comparten aquí el hecho de ser signos, pero son cada uno un símbolo distinto. (Cf. T, 3323. Y añade luego: «Para reconocer un símbolo por su signo debemos observar cómo se usa con sentido». (T, 3326).

Volviendo, pues, a la supuesta identificación de significado y uso, no debe interpretarse como la anulación de un término en favor del otro. Ocurre que sólo tenemos un término, «significado», para designar un concepto que se quiere mucho más amplio. «Significado – comenta Chomsky – tiende a usarse como un término comodín para abarcar todos aquellos aspectos del lenguaje de los que no sabemos casi nada» (Estructuras sintácticas, Madrid: Siglo XXI Editores, 1974, p. 123, n.)."

[Camps, Victoria: Pragmática del lenguaje y filosofía analítica. Barcelona: Ed. Península, 1996, p. 33-34]

«Es el uso el que en buena medida confiere el sentido real y efectivo a las palabras, al contextualizarlas, siendo también el causante del desgaste. El uso hace que muchas palabras lleguen a significar lo contrario de lo que en principio daban a entender. Pensamos en términos como “enervar” (de ex y nervus), que, frente a lo que muchos podrían creer, significa “debilitar o quitar las fuerzas”, o la manida locución “llegar al punto álgido” (de alget), donde “álgido” significa “muy frío”. Como el periodo álgido de ciertas enfermedades, acompañado de frío glacial, es al mismo tiempo crítico para la vida del enfermo, se ha dado erróneamente a álgido la acepción de “culminante”. Es, precisamente, ante hechos como éstos cuando percibimos una cierta dualidad entre el origen de la palabra y su significado presente, ya que la etimología puede llegar a ser incluso contradictoria. En este sentido, desde la idea casi mágica de un sentido primigenio, natural e inmutable, podemos llegar a defender la idea de que el significado mantiene una relación convencional o arbitraria con respecto a la expresión, lo que conlleva, entre otras consecuencias, la de abrir la posibilidad al cambio semántico y lingüístico en general. De esta forma, la primera concepción lleva implícita una idea de la lengua inalterable, utópicamente considerada perfecta, mientras que la segunda, al entender la relación arbitraria entre significado y significante, abre la puerta al cambio lingüístico. En la historia de las ideas lingüísticas llegamos a encontrar posiciones intermedias entre una y otra concepción, como cuando, aun reconociendo el hecho innegable de que las lenguas evolucionan, se persiste en creer que hubo una primera lengua perfecta, inmutable, de la que después degeneraron las demás.

En resumen, ya veremos cómo el devenir de las preocupaciones en torno al significado de las palabras se han dado y a veces hasta enfrentado estos dos planteamientos:

a)    la significación vista desde el estudio del origen de una palabra, o la etimología.

b)    la significación vista desde el estudio del significado de una palabra en un momento dado, o la semántica.»

[García Jurado, Francisco: Introducción a la semántica latina. De la semántica tradicional al cognitivismo. Madrid: Servicio de Publicaciones de la Universidad Complutense. Cuadernos de Filología clásica - Estudios latinos. Serie de monografías. 2003, Anejo I, p. 16-17]