FUNKTIONSVERBEN

Verbos funcionales

FUNKTIONSVERBGEFÜGE

Perífrasis verbo-nominales

Perífrasis verbales léxicas

Construcciones verbo-nominales 

Construcciones verbales funcionales

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Modalverben / Modifizierende Verben

 

Funktionsverb bei P. v. Polenz expandierte Verbalform (Präposition + Nomen actionis + Verb) ausführen ® zur Ausführung bringen. Im gegenwärtigen Deutsch herrschende Tendenz zu Nominalisierung (oft auch Streckform genannt).“ [Heupel, C., S. 76]

Funktionsverb [auch: Streckformverb]

Bei Polenz Verb, das feste Verbindung mit einem deverbativen Nomen actionis (meist -ung-Ableitung oder substantivierter Inf.) eingegangen ist, dabei lexikalischen Inhalt ganz verloren oder stark reduziert hat und nur noch grammatische Funktion eines syntaktischen „Leitglieds“ erfüllt, während das Substantiv den Inhalt der Wortverbindung trägt, welche daneben fortbestehende einfache Verben inhaltlich nuanciert und variiert; z.B.: in Erwägung ziehen neben erwägen, in Erfüllung gehen neben  sich erfüllen, Beachtung finden, Verwendung erfahren, ins Reden kommen, zum stehen bringen.“ [Ulrich, W., S. 40]

Funktionsverb

Teilmenge der Verben, die (wie bringen, kommen, finden, stehen, nehmen) in bestimmten Kontexten ihre lexikalische Bedeutung als Vollverb fast ganz verloren haben. Als F. erfüllen diese Verben vorwiegend grammatische Funktionen, indem sie in sogen. Funktionsverbgefügen als Bindeglied zwischen Subjekt und präpositionalem Objekt erscheinen und somit Träger der syntaktisch-morphologischen Merkmale sind.“ [Bußmann, H., S. 259]

Funktionsverbgefüge [Auch: Schwellform, Streckform]

Syntaktische Fügungen, die aus einem präpositionalen Objekt und einem Funktionsverb besteht (zur Aufführung bringen). Dem F. liegt folgender Bildungsprozess zugrunde: die ursprüngliche Verbbedeutung von aufführen erscheint durch Nominalisierung als Abstraktum (Aufführung), und ein (sinnschwaches) Ersatzverb in Hilfsverbfunktion (bringen) stellt die grammatische Verbindung zwischen Subjekt und präpositionalem Objekt her. Die große Verbreitung von F. besonders in Amts- und Fachsprachen beruht sowohl auf dem Streben nach Präzision und Ökonomie als auch auf den verschiedenen semantischen Aspekten des F.:

(a)  Variation der Aktionsart: verwirren vs. in Verwirrung sein vs. in Verwirrung bringen;

(b)  Ersatz der Passivkonstruktion: Seine Vorschläge sind von allen Beteiligten gebilligt worden vs. Seine Vorschläge fanden bei allen Beteiligten Billigung;

(c)  Modifizierung der Thema vs. Rhema-Struktur des Satzes dadurch, dass wichtige bedeutungstragende Elemente an das Ende des Satzes und damit in eine vom Mitteilungswert her ausgezeichnete Position gerückt werden: Er willigte freiwillig ein vs. Er gab freiwillig seine Einwilligung.“ [Bußmann, H., S. 260]

„Bei den Funktionsverben handelt es sich um Verben, die ein oder mehrere zusätzliche Elemente zur Hilfe nehmen müssen, um das Prädikat eines Satzes zu bilden. Im Unterschied zu obligatorischen Objekten oder Adverbialbestimmungen, wie sie etwa von den Verben wohnen oder geben verlangt werden, handelt es sich dabei nicht um inhaltlich frei wählbare, sondern um lexikalisch festgelegte Elemente.

Die eigentliche Verbbedeutung ist dabei stark abgeschwächt, und die Bedeutung des gesamten Ausdrucks, des Funktionsverbgefüges, wird vom nicht-verbalen Teil getragen. Als Funktionsverben treten neben bringen typischerweise die Verben kommen, nehmen, stellen oder treffen auf. [...]

Die Klasse der Funktionsverben ist offen; das Verfahren selbst ist produktiv, d. h., es können jederzeit neue Funktionsverbgefüge gebildet werden. Stilistisch sind Funktionsverbgefügen nicht eindeutig zuzuordnen; viele von ihnen werden in der Umgangssprache verwendet (in Ordnung bringen), während andere wie Zur Aufführung gelangen oder eine Entwicklung nehmen eindeutig einem gehobenen Sprachstil zuzuordnen sind.“   

[Hentschel, E. und Weydt, H.: Handbuch der deutschen Grammatik, S. 78-80]

Beispiele:

ein Versprechen geben = versprechen

eine Antwort geben = antworten

einen Beweis führen = beweisen

eine Entwicklung nehmen

Rache nehmen

einen Verlauf nehmen

in Frage stellen

zur Diskussion stellen

zur Abstimmung stellen

Vorsorge treffen

Vorbereitungen treffen

eine Wahl treffen

etwas in Bewegung setzen

Beim Gebrauch der Verben als Funktionsverben handelt es sich um ein Mittel heutiger Fachsprachen, insbesondere der Verwaltungssprache. Herrschende Tendenz im gegenwärtigen Deutsch zur Nominalisierung. Bei solchem Gebrauch spricht man auch von  Streckverben / Streckform, weil das Verb zu einem längeren Ausdruck ‘gestreckt’ wird.

«Funktionsverben

Diese Verben verbinden sich regelmäßig mit Präpositional- oder Nominalphrasen, in denen das Nomen ein Geschehen bezeichnet:

zum Vortrag bringen

Hilfe leisten

In solchen Funktionsverbgefügen ist das Nomen der eigentliche Sinnträger. Das Verb hat seine ursprüngliche Bedeutung fast völlig verloren, es ist nur noch Träger der Konjugationsendungen und hat somit (fast) nur noch eine ausdruckssyntaktische Funktion – daher die Bezeichnung “Funktionsverb”. Das Nomen in derartigen Gefügen bezeichnen wir als Gefügenomen.

Oft steht dem Funktionsverbgefüge ein einfaches Verb gegenüber, das denselben Vorgang bezeichnet (zum Vortrag bringen: vortragen, Hilfe leisten = helfen). Aber es besteht ein wichtiger Bedeutungsunterschied: Das Funktionsverbgefüge ist in allen Fällen präziser, indem es sich auf verschiedene Phasen des Geschehens (Anfang, Vollzug, Ergebnis u. a.) oder andere Aspekte des Geschehens (Auslöser, Betroffener usw.) bezieht.

Im heutigen Deutsch gibt es ein gutes Dutzend Funktionsverben mit Präpositionalgefüge und weit über hundert Funktionsverben mit reiner Akkusativphrase. Vor allem die präpositionalen Funktionsverbgefüge lassen sich großenteils zu komplementären Paaren ordnen, von denen das eine Element einen Vorgang, das andere eine Handlung ausdrückt; das Gefügenomen ist jeweils dasselbe:

kommen

zur Ausführung

bringen

zur Entscheidung

zum Vortrag

zu Gehör

stehen

unter Aufsicht

stellen

unter Beobachtung

unter Kontrolle

geraten

in Angst

versetzen

in Sorge

in Wut

u. a.

Zwischen den paarigen Funktionsverben besteht eine Art Aktiv-Passiv-Verhältnis: der Wechsel der Ergänzungen erfolgt wie dort. Das Subjekt der linksstehenden Verben erscheint bei den rechtsstehenden als Akkusativergänzung:

Der neue Osterchoral kam erstmals zum Vortrag.

Man brachte den neuen Osterchoral erstmals zum Vortrag.

Ähnlich hat etwa gelangen “passivische”, ziehen “aktivische” Bedeutung, obwohl hier keine paarigen Funktionsverben vorliegen:

Allmählich gelangte die Familie zu bescheidenen Wohlstand.

Man zog diese Lösung in Erwägung.

Auch zu den Funktionsverben mit reiner Akkusativphrase gibt es großenteils nichtakkusativische Entsprechungen, z. B. Interesse bekunden, Interesse finden.

Das Funktionsverb regelt im Einzelfall, ob vor dem Gefügenomen ein Determinativ steht und ob weitere Attribute möglich sind.»

[Engel, Ulrich: Deutsche Grammatik. Heidelberg: Groos, 1988, S. 407-408]

Die wichtigsten Funktionsverben mit reiner Akkusativphrase sind:

 

abschließen

ein Geschäft

den ausgehandelten Vertrag

abstatten

einen kürzeren Besuch

Dank

anschneiden

diese Frage

ein heikles Thema

das bekannte Problem

anstellen

eine weitere Überlegung

auslösen

eine neue Entwicklung

bösen Streit

ausüben

diesen Beruf

eine interessante Tätigkeit

bekunden

großes Interesse

eine verdächtige Neugier

betreiben

schwunghaften Handel

ein Geschäft

einbringen

Ärger

beträchtlichen Gewinn

ein unverdientes Lob

einräumen

eine nochmalige Frist

Kredit

erteilen

Auskunft

das Wort

ernten

Lob

unerwarteten Zuspruch

finden

Gefallen

Zuspruch

geben

Erlaubnis

Hinweise

hegen

diese Vermutung

einen finsteren Verdacht

lenken

meine Aufmerksamkeit

das Interesse der Zuhörer

leisten

Hilfe

Vorschub

machen

eine Mitteilung

nähere Angaben

nehmen

Abstand

Maß

schließen

ein Bündnis

Frieden

treffen

eine Verabredung

eine weise Entscheidung

verzeichnen

einen beachtlichen Erfolg

regen Zuspruch

zeitigen

Erfolge

unerwartete Wirkungen

«Eine begrenzte Anzahl von Wörtern aus den Wortklassen der Verben und der Pronomen werden als grammatische Morpheme verwendet. Sie haben weitgehend oder vollständig ihre Bedeutungsinhalte aufgegeben, wenn sie als funktionale Formmittel eingesetzt werden. Verben, die als lose grammatische Morpheme gebraucht werden, bezeichnet man als Funktionsverben. In erster Linie sind dies die Hilfsverben, die zur Bildung von Zeitformen dienen, für die es im Deutschen keine eigene Wortform gibt.

Hilfsverben sind haben und sein zur Bildung des Perfekts und des Plusquamperfekts, werden zur Bildung des Futurs und des Passivs.

Außer den Hilfsverben treten eine Reihe von Verben als Funktionsverben auf, wenn sie mit Verbzusätzen oder Prädikativergänzungen zusammenwirken, wie z. B.:

 

machen

zumachen

einen Spaziergang machen

stellen

herstellen

eine Frage stellen

gehen

umgehen

zur Neige gehen

reißen

abreißen

Witze reißen

schneiden

zuschneiden

Gesichter schneiden

kommen

umkommen

in Vergessenheit kommen

 

Das Verb tun tritt außerdem auch noch als Hilfsverb auf, wenn Inhalte des Prädikats wegen bestimmter Kontaktaufgaben ins Vorfeld treten und und die Satzform aufrechterhalten werden muss.

Arbeiten tun er nur, wenn er Geld braucht.»

[Schulz, D. / Griesbach, H.: Grammatik der deutschen Sprache. München: Hueber, 1992, A 11]

Wesen der Funktionsverben:

«Die Funktionsverben in einem Funktionsverbgefüge sind durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

1.     Ein Funktionsverbgefüge besteht aus einem Funktionsverb und einem nominalen Bestandteil (in der Regel Substantiv im Akkusativ oder Präpositionalgruppe), die beide zusammen eine semantische Einheit darstellen und als solche das Prädikat bilden. Das Funktionsverb kann nicht ohne den nominalen Teil des Funktionsverbgefüges vorkommen (und umgekehrt); dieser wird nach seinem Satzgliedcharakter als lexikalischer Prädikatenteil aufgefasst.

2.     Diese semantische Einheit drückt sich auch darin aus, dass das Funktionsverbgefüge in der Bedeutung weitgehend einem Vollverb oder einem Adjektiv (+ Kopula) entspricht (die den gleichen Stamm haben wie das Nomen im Funktionsverbgefüge:
Das Theater brachte das Stück zur Aufführung.
= Das Theater führte das Stück auf.
Wir gaben den Mitarbeitern Nachricht.
= Wir benachrichtigten die Mitarbeiter.
Peter kam in Wut.
= Peter wurde wütend.

3.     Innerhalb des Funktionsverbgefüges über die Funktionsverben vorwiegend eine grammatische Funktion aus und haben ihre lexikalische Bedeutung weitgehend oder vollständig eingebüßt. Die eigentliche Bedeutung des Prädikats ist in die nominalen Glieder außerhalb des Funktionsverbs (vor allem in Präpositionalgruppen und Akkusative) verlagert, die Verbal- bzw. Adjektivabstrakta sind und in der lexikalischen Bedeutung den entsprechenden Basis-Verben bzw. –Adjektiven nahestehen bzw. entsprechen.

4.     Obwohl die als Funktionsverb auftretenden Verballexeme in anderen Kontexten als gleichlautende Vollverben vorkommen können, haben sie als Funktionsverb im Funktionsverbgefüge ihren semantischen Gehalt stark reduziert, haben ihre lexikalische Bedeutung eingebüßt und sind zu grammatischen Wörtern (wie die Hilfsverben) geworden:
Er bringt die Kreide zur Tafel.
(Vollverb, Ortsveränderung)
Er bringt das Stück zur Aufführung.
(Funktionsverb, keine Orstveränderung)
Die Grammatikalisierung des Funktionsverbs entspricht eine Lexikalisierung des gesamten Funktionsverbgefüges.

5.     Mit dieser Lexikalisierung des Funktionsverbgefüges hängt es zusammen, dass auch der semantische Gehalt der Präposition in präpositionalen Gruppen als nominalen Komponenten des Funktionsverbgefüges stark reduziert ist: Diese Präpositionen üben – ähnlich wie in Präpositionalobjekten – eine kasusartige Funktion aus.

6.     Trotz dieser Lexikalisierung dürfen die Funktionsverbgefüge nicht mit den “phraseologischen Verbindungen” bzw. “phraseologischen Ganzheiten” (vom Typ “ins Wort fallen”, “schwarz sehen”, “unter den Nagel reißen”) identifiziert werden, die ebenfalls semantische Einheiten darstellen, sich in ihrer Bedeutung nicht oder nicht völlig in die Teilbedeutungen der einzelne Bestandteile auflösen lassen und sich meist durch ein anderes Lexem (als Wort) paraphrasieren lassen. Während jedoch die Bedeutung der phraseologischen Einheit nur insgesamt fassbar ist (sie verteilt sich nicht auf die einzelnen Teile), bewahrt das Funktionsverb im Funktionsverbgefüge eine bestimmte – wenn auch sehr allgemeine – Bedeutung, die zur Reihenbildung führt:
in Frage / zum Ausdruck / zum Ausbruch / zur Ruhe / zum Abschluss / zur Anwendung kommen
Abstand / Einblick / Einfluss / Rücksicht / in Besitz / in Empfang / zu Hilfe nehmen

7.     Obwohl das Funktionsverb im Funktionsverbgefüge seine ursprüngliche lexikalische Bedeutung verliert, ist es nicht nur Träger von morphosyntaktischen Funktionen, sondern auch Träger von semantischen Funktionen sehr allgemeiner Art; es drückt einen Zustand [dur], eine Zustandsveränderung [incho] oder das Bewirken einer Zustandsveränderung (bzw. eines Zustands) [caus] aus – mitunter bei denselben nominales Bestandteilen im Funktionsverbgefüge:
sich in Abhängigkeit befingen [dur] (durativo)
in Abhängigkeit kommen / geraten [incho] (incoativo)
in Abhängigkeit bringen [caus] (causativo)
Angst haben [dur]
Angst bekommen [incho]
in Angst versetzen [caus].»

[Helbig, G. / Buscha, J.: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Berlin:  Langenscheidt, 141991, § 1.4.3.1]

Semantische und kommunikative Leistungen der Funktionsverben:

«Die hauptsächliche semantische Leistung der Funktionsverbgefüge (im Verhältnis zu den ihnen entsprechenden Vollverben) besteht darin, dass sie ein Geschehen als dauernd, als beginnend bzw. einen Zustand verändern und bewirkend markieren können. Sie haben allgemeine semantische Merkmale wie [dur, [incho] und [caus] und lassen sich einteilen in durative, inchoative und causative Funktionsverbgefüge.

Auf Grund dieser semantischen Funktion unterscheiden sich die Funktionsverbgefüge nicht nur von den ihnen bedeutungsmäßig entsprechenden Vollverben, sondern auch untereinander. Deshalb sind die Funktionsverben in ihnen - obwohl sie die lexikalische Bedeutung eingebüßt oder reduziert haben – keineswegs völlig bedeutungsleer. Es stehen z. B. nebeneinander:

 

[dur]

[incho]

[caus]

in Bewegung

sein

kommen

setzen

in Gang

sein

kommen

bringen

zur Verfügung

stehen / haben

bekommen

stellen

Einsicht

haben

bekommen

geben

Mut

haben

bekommen

machen

in Abhängigkeit

sich befinden

geraten / kommen

versetzen / bringen

in Ordnung

sein / bleiben

kommen

bringen / halten

 

Ebenso, aber mit Veränderung des morphologischen Typs:

 

Angst haben

[dur]

Angst bekommen

[incho]

in Angst versetzen / halteb

[caus]

 

Kenntnis haben

[dur]

Kenntnis bekommen

[incho]

in Kenntnis setzen

[caus]

 

Eine weitere semantische Leistung der Funktionsverbgefüge besteht darin, dass sie – falls es keine ihnen entsprechenden Vollverben (oder Adjektive) gibt – bestimmte (zufällige) Lücken im System der deutschen Verben (und Adjektive) schließen und auf diese Weise die Ausdrucksmöglichkeiten bereichern. So können z. B. folgende Funktionsverbgefüge nicht durch entsprechende Vollverben oder Adjektive paraphrasiert werden:

zur Vernunft bringen

auf den Gedanken bringen

in Auftrag gehen

zu Ansehen gelangen

zu der Ansicht gelangen

ins Gerede geraten

in Verzug geraten

in Frage kommen

in Gang kommen

Die Funktionsverbgefüge sind – im Unterschied zu den ihnen entsprechenden Vollverben – manchmal auch in der Lage, allgemeinere Bedeutungen dadurch auszudrücken, dass sie das zu ihnen gehörige Objekt nicht realisieren (während dieses beim Vollverb obligatorisch ist):

Sie erheben Ansprüche.

*Sie beanspruchen.

Die Funktionsverbgefüge eröffnen manchmal die Möglichkeit – gegenüber den ihnen entsprechenden Vollverben – Valenz und Rektion zu vereinheitlichen:

Wir klagen ihn an, werfen ihm etwas vor und beschwerden und über ihn.

= Wir erheben Anklage, Vorwürfe und Beschwerde gegen ihn.

Mit Hilfe einiger (nicht-lexikalisierter) Funktionsverbgefüge ist es möglich – im Unterschied zu den entsprechenden Vollverben –, die in ihnen enthaltenen Substantive durch Attribute näher zu charakterisieren und diese Substantive mit Bestimmungswörtern zu Komposita neuzusammenzusetzen:

Der Assistent hat fleißig gearbeitet. =

Der Assistent hat eine fleißige, nützliche und für das gesamte Team unabdingbare Arbeit geleistet.

Das Messverfahren entwickelt sich gut. =

Das Messverfahren nimmt eine gute, die ursprünglichen Erwartungen übertreffende Entwicklung.

Er kritisiert die Dissertation hart. =

Er übt an der Dissertation harte, heftige, aber durchaus berechtigte Kritik.

Der Geschädigte erhebt Ersatzansprüche.

Die Leitung hat Höchstforderungen an die Mitarbeiter gestellt.

Solche Attribuierungen und/oder Zusammensetzungen sind natürlich nur möglich, wenn das Funktionsverbgefüge nicht völlig lexikalisiert ist.

Mit Hilfe der Funktionsverbgefüge ist es möglich, das Passiv zu umschreiben und manchmal auch schwierige Passivkonstruktionen – unter dem Aspekt einer leichteren Rezeption – zu vermeiden:

Das Buch ist allgemein anerkannt worden. =

Das Buch ist allgemeine Anerkennung gefunden.

Die Herstellungstechnik ist in letzter Zeit stark vervollkommnet worden. =

Die Herstellungstechnik hat in letzter Zeit eine starke Vervollkommnung erfahren.

Da die Funktionsverbgefüge formelhaft und Modellcharakter haben, werden sie bevorzugt in solchen Textsorten (z. B. Fach- und Wissenschaftssprache) verwendet, in denen eine Art Dispositionsausdruck vorherrscht. Ein solcher Dispositionsausdruck arbeitet stärker mit vorgeformten Fertigkeiten, die die Denkarbeit erleichtern können.»

[Helbig, G. / Buscha, J.: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Berlin:  Langenscheidt, 141991, § 1.4.3.5]

Verbos funcionales en alemán son los verbos que pierden su significado original cuando aparecen combinados con sustantivos en acusativo o con sintagmas preposicionales (sustantivo con preposición). Prácticamente es el sustantivo el que aporta el significado.  Así en

Ich habe einen Freund getroffen

el verbo treffen tiene su significado original de encontrar a un amigo

mientras que en

ich habe eine Entscheidung getroffen

el verbo treffen ya no significa ‘encontrar’, sino ‘tomar’

He tomado una decisión.

Esta pérdida se da igualmente en los casos españoles

He tomado un vaso de vino.

He tomado una decisión.

En las construcciones con verbos funcionales, no es el verbo el que transmite el significado, sino la construcción entera o perífrasis que forma el verbo con el sintagma nominal - sustantivo en acusativo - o con el sintagma preposicional. Estos no son complementos del verbo, sino que forman con él una unidad de significado. La función del verbo en estos casos es la de expresar accidentes como persona, número, tiempo y modo. De ahí que a estos verbos se les llame en alemán Funktionsverben: verbos funcionales. Las construcciones con estos verbos, que en alemán se llama Funktionsverbgefüge, reciben varias denominaciones en español:

Perífrasis verbo-nominales.

Perífrasis verbales léxicas.

Construcciones verbo-nominales. 

Construcciones verbales funcionales.

Este tipo de construcciones con verbos funcionales se dan tanto en alemán como en español y, en ocasiones, se utilizan para expresar lo mismo en los dos idiomas. Pero no todas las construcciones alemanas encuentran su correspondiente construcción en español, y al revés. La diferente naturaleza de los verbos que forman estas perífrasis léxicas justifica un tratamiento diferenciado. Así en las combinaciones españolas con verbos funcionales encontramos verbos pseudocopulativos que pueden tomar como atributo tanto sintagmas preposicionales

el coche está en movimiento

como adjetivos

el coche está quieto.

Es por lo que algunos autores no quieren hablar de una clase especial de verbos funcionales en español.

En estas construcciones, el componente verbal es el portador de las deteminaciones de tiempo, persona, número y modo, pero pierde su valor léxico, aunque no siempre de forma total. El verbo funcional queda así a medio camino entre verbo auxiliar y verbo pleno o autosemántico. Así en el ejemplo

Pon atención

el verbo poner no tiene el significado de ‘colocar’ y no puede ser sustituido por él

*Coloca atención

El componente nominal, por su parte, se convierte en el núcleo del contenido léxico de toda la construcción

Pon atención = Atiende / Estáte atento.

El contenido del componente nominal de estas construcciones presenta cierta afinidad con la categoría semántica verbo, pues se trata generalmente de sustantivos que expresan un acontecer, un proceso, una acción, un estado.

Las construcciones verbo-nominales o perífrasis léxicas no se deben confundir con los fraseologismos que contienen un componente verbal.

Las perífrasis verbales léxicas tienen son combinaciones regulares, y, como los compuestos, son analizables. Pero se diferencian de otras construcciones en que no son compactas, es decir, se les puede intercalar elementos o alterar el orden de sus componentes:

Pon atención.

Pon mucha atención.

A ver si pones más atención.

La atención que pones es poca.

Hay algunas construcciones con verbos funcionales que han sido consagradas por el uso y conservan su regularidad semántico-sintáctica, por lo que se las puede considerar colocaciones. Por ejemplo

hacer caricias

sería una colocación, mientras que

dar caricias

dar calabazas

no lo son.

El verbo funcional se coloca generalmente en segundo lugar y el sustantivo o el componente nominal de estas construcciones se puede colocar al final de la oración.

Dieser Terminus findet überall Anwendung.

= Dieser Terminus wird überall angewendet.

Este término se puede emplear en todos los casos.

Das neue Stück gelangte zur Uraufführung ...

La nueva obra fue estrenada ...

= Das neue Stück wurde uraufgeführt ...

Der Handel nimmt eine gute Entwicklung.

= Der Handel entwickelt sich gut.

El comercio se va desarrollando bien.

Er stellte ihnen alle notwendigen Mittel zur Verfügung.

Puso a su disposición todos los medios necesarios.

Er hatte ihnen alle notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt.

Había puesto a su disposición todos los medios necesarios.

Como excepción cabe indicar los casos en que la perífrasis posee un complemento preposicional que puede aparecer delante o detrás del sintagma nominal de la perífrasis verbo-nominal:

Er übte auf ihn einen großen Einfluss aus.

Ejercía una gran influencia sobre él.

Er übte einen großen Einfluss auf ihn aus.

Ejercía una gran influencia sobre él.

En muchos casos, toda la perífrasis verbo-nominal (Funktionsverbgefüge) puede ser sustituida por un verbo con significado pleno (Vollverb). Por ejemplo

etwas zum Vortrag bringen

recitar una poesía / ejecutar una pieza musical

= etwas vortragen

Hilfe leisten

prestar ayuda

= helfen

Pero hay una diferencia entre la construcción con verbo funcional y el verbo con significado pleno: La perífrasis verbo-nominal es más precisa, pues se refiere a todas las fases del proceso (comienzo – realización – resultado) o a otros aspectos.

El alemán actual posee una docena de verbos funcionales con sintagma preposicional y más de cien verbos funcionales con acusativo.

Las construcciones con sintagma preposicional pueden formar pareja con otras construcciones complementarias con el mismo sintagma preposicional pero con otro verbo. Una construcción denota un proceso y la otra una acción o estado:

 

 

kommen

zur Ausführung

 

bringen

zur Entscheidung

zum Vortrag

zu Gehör

 

stehen

unter Aufsicht

 

stellen

unter Beobachtung

unter Kontrolle

 

geraten

in Angst

 

versetzen

in Sorge

in Wut

 

Otros ejemplos:

zur Verfügung stellen – poner a disposición

zur Verfügung stehen – estar a disposición

in Angst versetzen – asustar

in Angst geraten – asustarse

ums Leben bringen – matar

ums Leben kommen - morir

Entre estos pares existe una relación de activa > pasiva:

Der neue Osterchoral kam erstmals zum Vortrag.

La coral de Pascua fue interpretada por primera vez.

Man brachte den neuen Osterchoral erstmals zum Vortrag.

Se interpretó por primera vez  la coral de Pascua.

De forma análoga, gelangen tiene significado “pasivo” y ziehen “activo”, aunque estos verbos funcionales no se emparejan:

Allmählich gelangte die Familie zu bescheidenen Wohlstand.

Poco a poco la familia fue alcanzando un cierto desahogo.

Man zog diese Lösung in Erwägung.

Se consideró la posibilidad de aplicar esta solución.

Las construcciones con acusativo tienen también, por lo general, su pareja correspondiente:

Interese bekunden.

= Interesse finden.

Según el verbo, el acusativo puede llevar un determinativo o un atributo.

Los principales verbos funcionales con acusativo son:

 

abschließen

ein Geschäft

den ausgehandelten Vertrag

abstatten

einen kürzeren Besuch

Dank

anschneiden

diese Frage

ein heikles Thema

das bekannte Problem

anstellen

eine weitere Überlegung

auslösen

eine neue Entwicklung

bösen Streit

ausüben

diesen Beruf

eine interessante Tätigkeit

bekunden

großes Interesse

eine verdächtige Neugier

betreiben

schwunghaften Handel

ein Geschäft

einbringen

Ärger

beträchtlichen Gewinn

ein unverdientes Lob

einräumen

eine nochmalige Frist

Kredit

erteilen

Auskunft

das Wort

ernten

Lob

unerwarteten Zuspruch

finden

Gefallen

Zuspruch

geben

Erlaubnis

Hinweise

hegen

diese Vermutung

einen finsteren Verdacht

lenken

meine Aufmerksamkeit

das Interesse der Zuhörer

leisten

Hilfe

Vorschub

machen

eine Mitteilung

nähere Angaben

nehmen

Abstand

Maß

schließen

ein Bündnis

Frieden

treffen

eine Verabredung

eine weise Entscheidung

verzeichnen

einen beachtlichen Erfolg

regen Zuspruch

zeitigen

Erfolge

unerwartete Wirkungen