FREUDSCHER VERSPRECHER

Lapsus linguae

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Witz / Isotopie

 

Ausrutscher

deliz

Erinnerungslücke / Unaufmerksamkeit

lapso

Fehlleistung

acto fallido / parapraxia / parapraxis

freudscher Versprecher

lapsus linguae / lapsus de la lengua

Verschreiben

lapsus calami / lapsus de la pluma

Fehlleistung

Handlung, deren ausdrücklich angestrebtes Ziel nicht erreicht, sondern durch ein anderes ersetzt wird. Man spricht nicht von Fehlleistungen, um jedes Versprechen, Vergessen und jede Fehlhandlung zu bezeichnen, sondern im Hinblick auf eine Absicht, deren Verwirklichung dem Subjekt gewöhnlich gelingt und deren Misslingen es einzig seiner Unaufmerksamkeit oder dem Zufall zuschreibt.

Freud hat gezeigt, dass die Fehlleistungen wie die Symptome Kompromissbildungen zwischen der bewussten Intention des Subjekts und dem Verdrängten sind.

Über die Theorie der Fehlleistung möge sich der Leser in Freuds Schrift Zur Psychopathologie des Alltagslebens (1901) orientieren, aus der hervorgeht, dass die so genannte Fehlleistung auf einer anderen Ebene eine geglückte Handlung darstellt: der unbewusste Wunsch erfüllt sich dort auf eine oft sehr deutliche Weise.

Mit dem französischen Ausdruck acte manqué wird das deutsche Wort ‘Fehlleistung’ übersetzt, in dem sich für Freud nicht nur Handlungen sensu stricto, sondern Versehen jeder Art, ein Daneben im Sprechen und im psychischen Funktionieren vereinigen.

In der deutschen Sprache kommt die Gemeinsamkeit aller nicht geglückten Handlungen in der Vorsilbe ver- zum Ausdruck, so in das Vergessen (frz.: oubli), das Versprechen (lapsus linguae), das Verlesen (erreur de lecture), das Verschreiben (lapsus calami), das Vergreifen (méprise de l’action), das Verlieren (fait d’égarer un objet).

Halten wir fest, dass vor Freud diese Randphänomene des täglichen Lebens weder zusammengestellt, noch mit einem gemeinsamen Begriff bezeichnet wurden. Einen solchen brachte erst seine Theorie hervor. Die Herausgeber der Standard Edition vermerken, dass für dessen Bezeichnung im Englischen ein neues Wort geschaffen werden musste, das Wort parapraxis. Im Französischen verwendet der Übersetzer der Psychopathologie des Alltagslebens das Wort acte manqué, das allgemein anerkannt wurde, aber es scheint, dass seine Verwendung im psychoanalytischen Sprachgebrauch in Frankreich nur eine partielle Bedeutung des Wortes Fehlleistung ausdrückt, nämlich das Nichtgelingen der Handlung sensu stricto.”

[Laplanche, J. / Pontalis, J.-B.: Das Vokabular der Psychoanalyse. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag, 1972, Bd. 1, S. 153‑154]

Fehlleistung

Bezeichnung für das Vergessen, Versprechen, Verlesen, Verschreiben, Verlegen von Gegenständen, Vergreifen und Irrtümer infolge Beeinflussung des Bewusstseins durch das Unbewusste. Ebenso Symptom- und Zufallhandlungen. Die Aufdeckung der Zusammenhänge zwischen unbeabsichtigten Ungeschicklichkeiten und so genannten Zufallshandlungen mit unbewussten Absichten, Abwehr- und Ersatzbefriedigungstendenzen gehört zu den wichtigsten Entdeckungen von Freud. Bei der psychoanalytische Erforschung der Traumarbeit und der Traumsprache war ihm die merkwürdige Übereinstimmung der Symptombildung seiner neurotischen Patienten mit allgemein vorkommenden, nicht krankhaften Fehl- und Zufallshandlungen aufgefallen. Er widmete diesen eine eingehende Untersuchung, die 1904 unter dem Titel «Psychopathologie des Alltagslebens» veröffentlicht wurde. Sie zählt zu den in der Welt weitverbreitetsten wissenschaftlichen Arbeiten von Freud. Zur Kennzeichnung der Fehlleistung gehört:

a)     «Sie darf nicht über ein gewisses Maß hinausgehen, welches von unserer Schätzung festgesetzt ist und durch den Ausdruck innerhalb der Breite des Normalen bezeichnet wird.

b)     Sie muss den Charakter der momentanen und zeitweiligen Störung an sich tragen. Wir müssen die nämliche Leistung vorher korrekter ausgeführt haben oder uns jederzeit zutrauen, sie korrekter auszuführen. Wenn wir von anderer Seite korrigiert werden, müssen wir die Richtung der Korrektur und dir Unrichtigkeit unseres eigenen psychischen Vorganges sofort erkennen.

c)      Wenn wir Fehlleistungen überhaupt wahrnehmen, dürfen wir von einer Motivierung derselben nichts in uns verspüren, sondern müssen versucht sein, sie durch Unaufmerksamkeit zu erklären oder als Zufall hinzustellen.» (Psychop. d. Alltagsleb., 201).

[Doucet, Friedrich W.: Psychoanalytische Begriffe. Vergleichende Textdarstellung Freud-Adler-Jung. München: Heyne Verlag, 1972, S. 51]

Freudscher Versprecher:

Als Erscheinungsweise psychischer oder geistiger Störungen findet sich der Bruch der Isotopie in der alltäglichen Rede. So fallen manche Sprecher aus einer beliebigen Isotopie (etwa der romantischen Klaviermusik) plötzlich in eine andere Isotopie, die Isotopie ihrer «fixen Ideen» (etwa die gelbe Gefahr [= chinesicher Kommunismus]). Bekannt ist der «freudsche Versprecher», bei dem sich eine Isotopie auf der Ebene des Unbewussten in die Isotopi auf der Ebene des Bewussten drängt.

Beim «freudschen Versprecher» handelt es sich meistens um eine lautliche Ähnlichkeit zwischen einem Semem der bewussten Isotopie und einem Semem der unbewußten Isotopie. Wird dieser Bruch bewusst angewandt, so sprechen wir von Isotopiemodulation (zum musikal. Terminus Modulation = Tonartenwechsel).

Eine ganze Gattung von Witzen ist auf Isotopiemodulation aufgebaut. Ein Beispiel:

- So, Sie waren in Rom. Haben Sie denn auch die Sixtinische Kapele gesehen!

- Ja, tolle Burchen, besonders der Schlagzeuger.

Hier wird zuerst eine Isotopie 1 mit den Klassement Kunst, historische Monumente usw. aufgebaut. Dagegen wird plötzlich eine Isotopie 2 mit dem Klassem Musik, Schlager usw. gestellt. Der Wechsel, d. h. die Modulation, geschieht über einen Aktanten, der ein Homonym darstellt und deshalb beiden Isotopien angehört.“

[Link, Jürgen: Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe. Eine programmierte Einführung auf strukturalistischer Basis. München: Wilhelm Fink Verlag, 1974, S. 78-79]

Lapso

1.      Transcurso de un periodo de tiempo: En el lapso de una semana, resolverán su petición de divorcio.

2.      Lapsus (invariable en número)

Equivocación que se comete por descuido; lapso: Sufrí un lapsus y se me olvidó decirte que no podía acudir a nuestra cita.

Lapsus linguae

Equivocación que se comete al hablar: He tenido un lapsus linguae al decir ‘infracción’ en vez de ‘inflación’.”

[Diccionario dicáctico del español – Intermedio. Madrid: SM, 1993]

Parapraxia / parapraxis

Una acción defectuosa debido a la interferencia de algún deseo, conflicto o cadena de pensamientos inconscientes. Los lapsus de la lengua y de la pluma son las parapraxias clásicas. Véase de Freud, Psicopatología de la vida cotidiana (1901), donde utiliza las parapraxias para demostrar la existencia de procesos mentales inconscientes en la persona sana.“

[Rycroft, Charles: Diccionario de psicoanálisis. Buenos Aires: Editorial Paidós, 1976, p. 86]