FREMDWORT

Extranjerismo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Lehnübersetzung / Lehnübertragung / Lehnwort / Lehnschöpfung / Lehnbedeutung / Lehnprägung / Barbarismus

 

Fremdwort  · Extranjerismo / voz extranjera

Fremdwort

Der Terminus F. wurde von J. Paul (1763-1825) geprägt, während der Begriff F. schon seit etwa Mitte des 17. Jh. existiert: aus einer fremden Sprache in die Muttersprache übernommener sprachlicher Ausdruck (meist zugleich mit der durch ihn bezeichneten Sache), der im Unterschied zum Lehnwort sich nach Lautung, Orthographie und Flexion (noch) nicht in das graphemische bzw. morphophonemische System der Sprache eingepasst hat, vgl. Pneumonie, Revolution, Spaghetti. Allerdings ist die Abgrenzung von F. und Lehnwort in vielen Fällen schwierig bzw. fließend, z.B. bei Musik, Kultur, Sport, komisch, Wein, Koks, ganz besonders bei hybriden Formen wie buchstabieren, superklug, temperamentvoll. Als Kriterium zur Abgrenzung gegenüber Lehnwörtern gelten

(a)  die »fremde« morphophonematische Struktur (z.B. Re-vo-lut-ion);

(b)  die Häufigkeit des Auftretens bzw. die Vertrautheit des Sprechers mit dem Terminus und Begriff, wobei das Alter des F. keine Rolle spielt: Bibliothek (seit dem 15. Jh.) wird z.B. eher als F. charakterisiert als Sport oder Film, die beide erst seit dem 19. Jh. verwendet werden;

(c ) die orthographische Repräsentation (Teak- vs. Tiekholz).

Die Einschätzung des F. ist unterschiedlich und reicht von puristischen Verurteilungen (besonders durch die Sprachgesellschaft im 17. Jh. und alle späteren auf »Reinheit« von Volks- und Nationalsprache bedachten Sprachkritiker) bis zu Prestige-Zuschreibungen (nicht zuletzt in den Sprachen der Wissenschaften).“ [Bußmann, H., S. 253]