FORM vs. SUBSTANZ

Forma vs. Contenido

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Zeichen / Ausdrucksform / Ausdruckssubstanz / Inhaltsform / Inhaltssubstanz / Bedeutung vs. Sinn / Humboldt /  Sapir-Whorf-Hypothese / Inhaltsbezogene Grammatik / Glossematik / Stil

 

Andere Termini für das semiotische Dreieck sind Lautform + Begriff  > Sache. M. L. Hjelmslev hat auf die systematische Interdependenz von Zeichenausdruck + Zeicheninhalt einerseits, andererseits auf die Relevanz der Kategorien Form und Substanz für die Bestimmung sowohl der Ausdrucks- als auch der Inhaltsseite der Zeichen hingewiesen.

Form. Unterschiedliche Verwendungsweise je nach terminologischem Kontext:

(1)     In der traditionellen Grammatik Bezeichnung für Wörter gleichen Stammes, aber verschiedener Deklination oder Konjugation: in diesem Sinne sind laufen, lief, läuft verschiedene Wortformen des Wortes laufen.

(2)    Seit der Antike (Aristoteles) sinnlich wahrnehmbarer Aspekt des sprachlichen Zeichens (Bezeichnendes) im Unterschied zu Inhalt / Bedeutung bzw. Funktion.

(3)    Im amerikanischen Strukturalismus unklassifizierte sprachliche Äußerung, der eine Bedeutung zugeordnet ist. Dabei wird unterschieden zwischen

          (a) freien Formen, die allein vorkommen können, wie das Wort, das als kleinste freie Form definiert wird, und

          (b) gebundenen Formen, wie Flexions- oder Wortbildungssuffixe, die nur zusammen mit anderen nämlich freien Formen auftreten können.

(4)    In der Glossematik werden unter Formen in dem Gegensatzpaar »Form vs. Substanz« die abstrakten (allen möglichen substantiellen Realisierungen eines sprachlichen Ausdrucks zugrunde liegenden) Eigenschaften verstanden, wobei Substanzen materielle sprachliche Realisierungen auf der Ebene der Parole, Formen aber Langue-bezogene Einheiten darstellen. Die Unterscheidung von Form vs. Substanz trifft für alle Beschreibungsebenen zu; so bezieht sich Form auf der Inhaltsebene auf die abstrakten Bedeutungsbeziehungen des Wortschatzes, durch die die Bedeutungssubstanz (= ungegliederte Menge von Gedanken und Vorstellungen) von Sprache zu Sprache unterschiedlich gegliedert wird. Vgl. hierzu als anschauliches Beispiel die Bezeichnung der Grundfarben in verschiedenen Sprachen: die gleiche Substanz (das Farbspektrum) wird sprachspezifisch durch unterschiedliche formale Beziehungen strukturiert.“ [Bußmann, H., S. 246-247]

Nach Saussure ist die Sprachwissenschaft für das Grenzgebiet zuständig, auf dem „Laut“ und „Gedanke“, Elemente von zweierlei Natur, eine Verbindung eingehen; „diese Verbindung schafft eine Form, keine Substanz“. „Die Sprache ist eine Form, keine Substanz“. Das Phonemsystem einer Sprache hängt demnach nicht von seiner physikalischen Substanz ab, in der es realisiert wird. Die strukturellen Merkmale der Phoneme ändern sich nicht, die sprachlichen Einheiten sind rein relationaler Art.

Für Hjelmslev bedarf die Untersuchung der sprachlichen Relationen / Strukturen keiner Aussagen über die innere Natur, das Wesen oder die Substanz der diese tragenden Einheiten. Seine Bemühungen richten sich auf die Erforschung der langue als reiner Form, unabhängig von ihrer substantiellen Verwirklichung. Die Linguistik habe das System der sprachlichen Relationen zu beschreiben. Später jedoch scheint Hjelmslev die Substanz bei der Kommutation stärker berücksichtigt zu haben.

In grundsätzlich anderer Weise wird das Verhältnis von Form und Substanz in der Prager Schule gesehen. Trnka u. a. (1957) betonten, dass bei der Untersuchung der Relationen zwischen den sprachlichen Einheiten zu beachten ist, dass die Beziehungen und ihre Träger korrelativ aufeinander verweisen, sie also notwendig zusmmen existieren: die Relationen sind nur durch die Träger hindurch zu erfassen.

An einer von der Substanz abstrahierten linguistischen Form über A. Martinet und seine Schule Kritik. Will man die Form nicht deduktiv behandeln, sondern aus einem gegebenen Text gewinnen, so ist immer die Substanz zu berücksichtigen.“

[Lewandowski, Th.: Linguistisches Wörterbuch, Heidelberg, 1973,  Bd. 1, S. 206-207]

«Lege einen Maßstab an diesen Körper an; er sagt nicht, dass der Körper so lang ist. Vielmehr ist er an sich – ich möcht sagen – tot, und leistet nichts von dem, was der Gedanke leistet. – Es ist, als hätten wir uns eingebildet, das Wesentliche am lebenden Menschen sei die äußere Gestalt, und hätten nun einen Holzblock von dieser Gestalt hergestellt und sähen mit Beschämung den toten Klotz, der auch keine Ähnlichkeit mit einem Lebewesen hat.»

[Wittgenstein, Ludwig: Philosophische Untersuchungen. § 430]

„Aus der Geschichte der Philosophie wissen wir, dass der Begriff der „Form“ notorisch mit Doppeldeutigkeiten belastet war. Wenn wir von der Form eines Zeichens sprechen, so ist damit normalerweise die wahrnehmbare Gestalt eines Zeichenexemplars gemeint; gleichzeitig spielt aber dabei der der Stoff, die Substanz, die so und so gestaltet oder geformt ist, bei solchen Erklärungen eine Rolle.

Es war vor allem der dänische Sprachtheoretiker Louis Hjelmslev, der in seinem Werk Prolegomena to a Theory of Language (dän. 1943, engl. 1963) auf die systematische Interdependenz der Begriffe „Zeichen“, „Zeichenausdruck“ (expression), „Zeicheninhalt (content) einerseits, und andererseits auf die Relevanz der Kategorien Form und Substanz für die Bestimmung sowohl der Ausdrucks- als auch der Inhaltsseite von Zeichen hingewiesen hat: Zwischen der Funktion eines Zeichens und den diese Funktion bestimmenden Größen - nämlich Ausdruck und Inhalt - besteht ein notwendiger Zusammenhang. Ohne die gleichzeitige Anwesenheit von Ausdruck und Inhalt kann es eine Zeichenfunktion nicht geben; desgleichen kann der Ausdruck eines Inhalts oder der Inhalt eines Ausdrucks nicht existieren, ohne dass durch sie eine Zeichenfunktion aufgebaut wird. Ausdruck und Inhalt setzen einander also gegenseitig notwendigerweise voraus. Ein Ausdruck fungiert als Ausdruck nur insofern er Ausdruck eines Inhalts ist; ein Inhalt ist Inhalt nur dadurch, dass er Inhalt eines Ausdrucks ist. Es kann also - von Fällen künstlicher Isolierung einmal abgesehen - keinen Ausdruck ohne Inhalt und keinen Inhalt ohne Ausdruck geben.

Das Verhältnis von Substanz und Form, einmal auf der Ebene des Inhalts, zum anderen auf der Ebene des Ausdrucks lässt sich diagrammatisch folgendermaßen zeigen:

Während sich leicht sagen lässt, dass jede Sprache - nach der ihr eigenen Formprinzipien - die phonische Substanz (z. B. die Menge aller Laute, die vom Menschen hervorgebracht werden kann) so oder sof „formt“; d. h. paradigmatisch einer bestimmten Anzahl lautlicher Merkmale den Status eines Phonems zuerkennt, anderen dagegen nicht und syntagmatisch bestimmte Phonemverbindungen zulässt, andere dagegen nicht; ist es auf der Inhaltsseite viel schwieriger, die Unterscheidung Substanz - Form zu treffen. (Wir gelangen damit in ein sprachphilosophisch und erkenntnistheoretisch sehr umstrittenes Gebiet; vgl. z. H. die Sapir-Whorf-Hypothese, Weisgerbers „Weltansicht der jeweiligen Sprache“).

Betrachten wir das Paradigma der einfachen Farbadjektive im Englischen und im Walisischen.

Es ist offensichtlich, dass die beiden Sprachen einen Teil des Farbspektrums (= Substanz) verschieden strukturieren oder formen. Damit lassen sich jedoch Spekulationen der Art, dass der Waliser nicht in der Lage sei, zwischen „braun“ und „grau“ eindeutig zu unterscheiden, nicht verbinden. Der Perzeptionsapparat eines Eingeborenen von Oxford ist nicht von dem eines Einwohners von Carmarthen verschieden. Im Übrigen hat der Sprecher einer beliebigen Sprache sehr wohl die Möglichkeit, jede Wahrnehmung oder Vorstellung (die entsprechende sprachliche Ausdruckskraft vorausgesetzt) beliebig zu präzisieren.

Das Problem spitzt sich jedoch zu, wenn wir in den Bereich der Satzsemantik (syntagmatische Semantik) übergehen. Hier gibt es in den verschiedenen Sprachen oft sehr verschiedene Kategorien, die keineswegs als Universalien aufzufassen sind. Einige Beispiele (siehe in Hjelmslev 1963, 50 ff.) genügen um zu zeigen, dass die Kategorien Substanz  - Form auch auf der Inhaltsebene einer Sprache angewendet werden können.

Im Zusammenhang mit diesen Unterscheidungen flammt in der Linguistik immer wieder der Kampf der Meinungen auf, was eigentlich der Gegenstandsbereich der Linguistik sei. Diejenigen, die mit de Saussure für eine „linguistique interne“ kämpfen, wollen linguistische Unterscheidungen nur auf der Ebene der „geformten“ Einheiten und Kombinationen von solchen durchgeführt wissen (Phonem, Morphem, Satz). Hier ist es wichtig, einen Unterschied zu machen (mit B. L. Whorf) zwischen „overt“ und „covert“ (oder wie Šaumjan, zwischen phänotypischen und kryptotypischen) linguistischen Einheiten und Strukturen. Dies sind unmittelbar bzw. mittelbar - etwa durch transformationelle Beziehungen - feststellbare Kategorien.

Auf der anderen Seite gibt es Sprachwissenschaftler, die sich mit Erscheinungen beschäftigen, die unterhalb der Form-Ebene (vgl. Diagramm) liegen; z. B. Phonetiker, die sich als akustische Physiker verstehen, oder Onomasiologen, die die Benennugsmöglichkeiten von irgendwelchen Gegenständen in einer Sprache untersuchen. Diese Forscher kommen sozusagen von „außen“ her an sprachliche Strukturen heran. Die Grenzen zwischen beiden Richtungen lassen sich nicht absolut feststellen.“

[Brekle, Herbert E.: Semantik.München: Fink, 1972, S. 66-70]

“Das Argument der Befürworter der Existenz eines Bedeutungskerns gegen ihre Kritiker, das isolierte Wort sei ja nicht ohne Bedeutung, löst die Streitfrage nicht, denn es ist keineswegs geklärt, was unter einem ‘isolierten Wort’ zu verstehen sei, noch, woher dieses ‘seine’ Bedeutung erhielte. Mit Wittgenstein wäre zu sagen, dass ein sprachlicher Ausdruck sich nicht völlig von jeglichem Kontext isolieren lasse. Ein Wort wird verstanden als Wort einer Sprache, als Ausdruck, der einen Platz in einer Grammatik derselben hat. (Vgl. dazu PhU, §§ 199, 432, 514, 525, 583-584, 663; Ph Gr, S. 130f.). Ein isoliert vorgestelltes Wort zu verstehen, heiße etwa, den von ihm ausgehenden Verweisungen auf Sprachspiele zu folgen, in denen es nach allgemeinem Gebrauch verwendet werden könne. «’Ein Wort verstehen’ kann heißen: Wissen, wie es gebraucht wird; es anwenden können.» (Ph Gr., S. 47; PhU, § 525). Das Paradigma des schlechthin isolierten Wortes ist für Wittgenstein der Ausdruck einer Privatsprache. In Bezug auf eine Privatsprache kann jedoch nicht ohne weiteres mehr von einer ‘Sprache’ gesprochen werden. Eine Privatsprache bestünde aus Zeichen, die keinerlei Gebrauch hätten, damit jedoch auch keinerlei Bedeutung.

Das Problems des Bedeutungskerns resultier aus einer bestimmten Sprachbetrachtung. Es wiederholt sich in verschiedenen Sprachtheorien in verschiedener Form, ist nun von einem «signifié» und einem «Designat» oder einem «Akttypus», etc. die Rede. Grundlegend für diese Betrachtungsweise ist die Unterscheidung grammatischer Formen und lexikalischer Inhalt. Ein Ausdruck habe Bedeutung, heißt für jede systematische Sprachbeschreibung, er weise wiederholt auf etwas Bestimmtes. Wittgenstein hingegen unterscheidet nicht systematisch zwischen einem verbalen (Ausdruck) und averbalen (Inhalt) Bereich. In Sprachspielen ist beides miteinander verwoben. Das Problem des Bedeutungskerns stellt sich für ihn nicht, weil er die Bedeutung von Wörtern nicht auf ihre Bedeutung als sprachliche Einheit reduziert. Wörter haben Bedeutung in den Lebenszusammenhängen, in denen sie von Bedeutung sind. Löst man sie, als sprachliche Einheiten, aus diesen Zusammenhängen, so kann streng genommen nicht mehr von Wörtern die Rede sein.

Der pragmatische Zug der Wittgensteinschen Reflexionen liegt somit nicht in der Einführung besonderer, pragmatischer Sprachregeln, die die Restriktionen der Semantik auf eine Kernbedeutung in kontrollierter Weise lockerten oder die den Gebrauch besonderer, pragmatischer Ausdrücke regelten. Die Philosophischen Untersuchungen stellen weder eine Ergänzung semantischer Theorien noch eine Alternative zu ihnen dar. Wittgensteins Kritik an der systematischen Analyse ist die Reflexion ihrer Begrenztheit. ‘Unter Umständen’, zu bestimmten Zwecken, mag es sinnvoll sein, vom tatsächlichen Gebrauch der Wörter abzusehen und mit einem Explikandum und dessen Explikation einen Gegenstandsbereich festzusetzen. Sprachwissenschaftliche Theorien erfinden, um eines überschaubaren Gegenstandes willen, Sprachen – die Sprache ‘L’, diejenige der Sprechakte, u.a. Wittgensteins Kritik an Sprachtheorien ist pragmatisch, insofern er ihren zweckgebundenen, pragmatischen, Charakter im Bewusstsein hält und auf die mit ihrer Funktion als Mittel verbundene Begrenztheit hinweist.”

[Nowak, Reinhard: Grenzen der Sprachanalyse. Tübingen: Gunter Narr, 1981, S. 226-227]

Form, Inhalt, Sinn in der Literaturwissenschaft:

„Welchen Nutzen können semiologische Arbeiten vorweisen, die sich mit den kommunikativen Makrostrukturen befassen, welche ihrerseits die Elemente des Plots ausmachen? Wir wissen sehr gut, dass es eine Methode gibt, narrative Strukturen als neutrale Elemente einer vollkommen formalisierten Kombinatorik anzusehen, der er versagt ist, Rechenschaft über die Gesamtheit von Bedeutungen abzulegen, welche die Geschichte und die Gesellschaft dem Kunstwerk zuschreiben. In diesem Fall bleiben solche zugeschriebenen Signifikate - die pragmatischen Ergebnisse der Kunstwerk-Aussage - immer nur beiläufige Variationen, die das Kunstwerk in seiner strukturalen Gesetzmäßigkeit nicht berühren oder die sich sogar als davon abhängig erweisen (oder genauer gesagt: was sich als determiniert erwiese, wäre die Vergeblichkeit einer sukzessiven Auffüllung von Sinn angesichts der ebenso massiven wie in ihrer Beweglichkeit täuschenden Präsenz der reinen Signifikanten). Doch wir wissen andererseits, dass jede Bemühung, eine signifikante Form zu definieren, ohne sie bereits mit Sinn ausgestattet zu haben, selbst vergeblich und illusorisch ist: denn jeder absolute Formalismus ist nichts anderes als ein maskierter „Inhaltismus“. Formale Strukturen zu isolieren, bedeutet zugleich, ihre Relevanz zu erkennen; relevant aber sind sie nur im Hinblick auf eine umfassende Hypothese, in welcher der Sinn des Kunstwerks bereits antizipiert wird. Es gibt keine Analyse von einander zugehörigen signifikanten Aspekten, die nicht bereits eine Interpretation und somit eine Auffüllung von Sinn beinhaltetet.“

[Eco, U.: Lector in fabula. Die Mitarbeit der Interpretation in erzählenden Texten. München: dtv, 1990, S. 13-14]

“Es fragt sich, ob es Mnemotechniken gibt, die nicht nur semiosische Kunstgriffe sind, sondern Semiotiken, also Systeme, die über eine Ausdrucksebene, Form und Substanz, korreliert mit einer Inhaltsebene, Form und Substanz verfügen.

In einer Sprache gibt es auf der Ausdrucksebene eine syntaktische Form, die es erlaubt, Sätze zu generieren, und eine phonologische Form, die es erlaubt, Morpheme und Lexeme zu erzeugen. Doch muss es, und darin besteht die Neuheit des Hjelmslevschen Ansatzes, eine Form auch auf der Inhaltsebene geben. Nicht nur ist im lexikalischen System der semantisch etwa vom Wort Stute belegte Raum in Opposition zu dem vom Wort Hengst besetzten Raum definiert und der von beiden besetzte Raum in Opposition zu dem Raum, den das Wort Zebra besetzt: diese Oppositionen werden ermöglicht durch das Faktum, dass der Inhalt der drei Wörter durch die Kombination kleinerer semantischer Einheiten (Stute = weibliches Pferd vs. Hengst = männliches Pferd) bestimmt wird. In diesem Sinn von Inhaltsform reden heißt von einer systematischen Organisierung der Welt reden.

Für Hjelmslev sind die beiden Ebenen einer Verbalsprache nicht konform, das heißt die Beziehung zwischen ihnen ist nicht isomorph: was anders ausgedrückt besagt, dass die Korrelation zwischen Ausdruckseinheiten und Inhaltseinheiten, die die Zeichen‑Funktion instauriert, keine Entsprechung von Element zu Element vorsieht und in jedem Fall arbiträr ist. Hjelmslev möchte Systeme mit nur einer Ebene nicht der Semiotik zurechnen. Ich habe anderswo (vgl. Eco 1975: 2.9.2) gesagt, dass das, was ein semiotisches System ausmacht, nicht der Besitz zweier Ebenen, sondern vielmehr die Interpretierbarkeit ist. Auch bei Systemen, die weitgehend mit zwei Ebenen arbeiten, wie etwa eine Verbalsprache, ist die Beziehung zwischen den syntaktischen Strukturen und der Form der Propositionen bzw. der signifizierten logisch‑faktischen Sequenzen großenteils motiviert, zeigt also Merkmale eines Systems mit nur einer Ebene. In den beiden Sätzen: Der Vater von Peter liebt Paul und Petri pater Paulum amat spiegelt die syntaktische Form Beziehungen des Inhalts (bzw. wird von ihnen bestimmt), im Deutschen aufgrund der linearen Aufeinanderfolge der Wörter, im Lateinischen aufgrund der Flexionsendungen. Mit diesen Problemen wird man, wie wir sehen werden, konfrontiert, wenn man die Mnemotechnik als semiotisches System untersucht.

Ein letzter interessanter Aspekt des Hjelmslevschen Konzepts besteht darin, dass bei der Zeichen‑Funktion die Rollen vom System festgelegt werden: Es kann, anders ausgedrückt, eine Semiotik geben, bei der eine Aufeinanderfolge von Buchstaben als Ausdrucksebene für eine Aufeinanderfolge von Gegenständen fungiert; doch verbietet nichts, dass eine Aufeinanderfolge von Gegenständen als Ausdrucksebene für eine Aufeinanderfolge von Buchstaben verwendet wird.”

[Eco, Umberto: Die Grenzen der Interpretation. München / Wien: Carl Hanser, 1992, S. 82-83]

„El problema de ser y estar, como todo el de la atribución, es un problema que nace del contenido, no de laforma. La forma de los verbos atributivos [Kopulaverben] no difiere en nada de la forma de los verbos predicativos: es el contenido lo que difiere. Queda, pues, claro que vamos a establecer un sistema fundamentalmente semántico, dentro del cual función y valor deben entenderse en ese sentido. No es cierto que en la lengua sea todo forma, como exageradamente postula Hjelmslev: precisamente lo original del signo lingüístico es el ser un compuesto duplo de forma y contenido. No hay uno sin el otro y de ahí precisamente nace lo difícil en el análisis de los fenómenos lingüísticos. Y no creo que partiendo de la forma puedan resolverse todos los problemas: a veces, partir del contenido es mucho más positivo y fructífero, pues con la misma licitud pueden establecerse sistemas de formas que de contenidos.“ (R. Navas Ruiz, Ser y estar, Acta Salmanticensia, Salamanca, 1963).

¿Qué nos dice el texto [de Navas Ruiz]? Admite que el signo lingüístico es forma y contenido, en oposición a Helmslev, que sostiene que la lengua es todo forma. Con la forma sólo o con sólo el contenido no es posible deslindar clasificaciones lingüísticas; pero sí lo es con la existencia de esos dos valores en el signo y enfrentando uno u otro según convenga en cada caso. Hay palabras (signos) que pueden definirse oposicionalmente a otras mediante la forma; y otras, que, teniendo igual forma, sus contenido semánticos o referenciales son distintos y, por tanto, dan lugar a signos diferentes.“

[Pérez Moreta, J. / Viudas Camarasa, A.: Lengua española. Curso de orientación universitaria. Madrid: Ediciones  s/m, 1992, p. 142-143]

«Nivel conceptual y nivel léxico

Un planteamiento como éste supone la necesidad de reconocer un nivel metateórico fundamental, el nivel conceptual, en el que es posible representar conceptos léxicos independientes de su incardinación en signos lingüísticos, o conceptos funcionales, independientes en este caso de la dimensión sintáctico-oracional de una lengua natural. Junto a ese nivel conceptual deberemos establecer un nivel lingüístico, determinado por la gramática de una lengua concreta, que es plasmación del anterior, y en el que pueden venir dados independientemente los distintos elementos aislados conceptualmente, o pueden venir condensados en una sola forma. Este planteamiento podría basarse en la dualidad estructuralista sustancia del contenido y forma del contenido, pero teniendo claro que una neta separación, en el nivel objetual lingüístico, no está justificada. Forma y sustancia son términos relativos, no absolutos (Hjelmslev, 1972: 63), la sustancia debe considerarse formalizada y la forma debe tener atributos sustanciales: la sustancia lingüística es forma semiótica.

Según Helmslev (1974: 73-108), es equívoca la consideración saussureana de la sustancia independiente de la forma, ya que la sustancia sólo puede aparecer como consecuencia de una forma previa. En Saussure, esa sustancia amorfa en la que las lenguas practican cortes arbitrarios es también la sustancia mediante la cual se manifiestan las formas lingüísticas, tanto de la expresión como del contenido. Según esto, la sustancia es a la vez independiente de la forma y previa a ella, por un lado, y consecuencia de la forma y, por tanto, posterior ella, por otro. Es independiente y anterior al presentarla como masa amorfa segmentable de modo arbitrario por las lenguas; es dependiente y posterior en tanto que realización de las formas lingüísticas. Para deshacer esa duplicidad, Hjelmslev introduce el “sentido”, que es el equivalente de la sustancia saussureana entendida como masa amorfa previa a la segmentación que en ella realizan las lenguas; es, pues, indiferente a la conformación semiótica. La sustancia de Hjelmslev será la manifestación de una forma, la proyección de la forma sobre la materia. Así pues, la sustancia está semióticamente conformada y depende de la forma de que es proyección. Sustancia quiere decir sustancia semiótica, es una sustancia semióticamente formada (Hjelmslev, 1972: 65).

En esta perspectiva, según Rojo (1983: 87 y ss.), las funciones semánticas pertenecen a la forma del significado siempre que lo que encontremos en el significante nos autorice a ello. Los elementos que hay en la sustancia del significado son del mismo tipo; la diferencia radica en que en la sustancia del contenido tendrán que estar todas las funciones semánticas, mientras que en la forma del contenido podremos considerar únicamente a aquellas que tengan un correlato en plano significante.

Por tanto, y siguiendo el parecer de Ramón Trives (1979: 73-75), la realidad nos viene dada por medio de unas determinadas formas que filtran la sustancia extraconceptual según los intereses y posibilidades de la colectividad, convirtiéndose así en contenido de comunicación. Es por ello que Trives afirme tajantemente que la “semántica lingüística” debe estudiar la sustancia del contenido lingüístico o la sustancia lingüística de contenido, no la lingüisticidad de ese contenido, que sería el estudio de la forma pura, como las sintaxis ultraformalizadas. De esta manera, el significado es concebido como sustancia sensitivo-conceptual formalizada, en el sentido de que toda su sustancia conceptual, o parte de la misma, es apoyada por la expresión, realizándose una segunda selección formal de la sustancia, esta vez, ya no aformalizada, debido a la canalización comunicativo-lingüística de la colectividad. Esta definición de la significación es equiparable a la propuesta por la Gramática Cognitiva.

Así pues, la conceptualización filtra la realidad objetiva, y la verbalización selecciona la realidad conceptualizada de acuerdo con los distintos grados epistemológicos, en consonancia con las propuestas de Matoré de que la palabra socializa y racionaliza el concepto, permitiéndole sobrepasar el estudio individual y afectivo, al igual que clasifica, posibilita distinciones, generaliza o abstracciones (Ramón TRives, 1990: 1192-1193).

Por tanto, lo conceptual es algo central, siendo imprescindible saber qué otros son omitidos, cuáles aparecen condicionados por la dinámica paradigmática léxico-gramémica y qué otros son ofrecidos por los esquemas de distribución léxico-gramémica; pero no todo lo cognoscible es filtrado por la lengua, a menudo ésta queda abierta a lo imprevisible de la situación (Ramón Trives, 1979: 86-88).»

[Cifuentes Honrubia, José Luis: Sintaxis y semántica del movimiento. Aspectos de Gramática Cognitiva. Alicante: Instituto de Cultura “Juan Gil-Albert”, 1999, p. 123 sigs.]

„Empleo el término de «ser-ágil» en homenaje al genio enorme de Fichte, el primer pensador que define al hombre como siendo primaria y fundamentalmente reine Agilität. Sería, de todo el pasado, el filósofo más actual sino le estorbase su patetismo constante, ingenuo y predicante. En Fichte llega a madurez la gran idea de Leibniz, por tanto, la gran idea alemana de que la realidad, la sustancia no es forma, como creían los griegos – aun los que intentan superarse como Aristóteles, o como tras ellos creyeron los escolásticos – y han creído siempre los mediterráneos, sino que es vis activa. Ahora bien, qué sea una realidad consistente en actividad, dice Leibniz, arcus tensi illustrari potest, puede representarse por un arco tenso hacia algo (Philosophischen Schriften von G. W. Leibniz, Berlín, 1880, IV, pág. 469). Por eso, desde mis veinte años la portada de mis libros españoles lleva un arquerito salvaje lanzando su flecha. Pertenezco a la tribu de los flecheros.”

[Ortega y Gasset, José: “Meditación de Europa” (1960). En: Obras Completas. Madrid: Revista de Occidente, 1962, vol. IX,  pp. 278, nota 1]