FAKULTATIV

Facultativo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Obligatorisch  vs. Fakultativ

 

Fakultativ

Was getilgt werden kann, ohne dass der verbleibende Rest ungrammatisch wird; darf als grammatisches Merkmal nicht mit dem kommunikativen Merkmal „weglassbar“ verwechselt werden.“ [Engel, U., S. 868]

Fakultatives Satzglied

Für die Grammatikalität eines Satzes / für einen bestimmten Satzbauplan (Satzschema) nicht notwendiges Satzglied; Angabe, z.B. Bei uns gab es (heute Mittag) Eierkuchen (mit Apfelmus). Ergänzungen können je nach der Valenz des Verbs Prädikats obligatorische oder f. S. sein, z.B. Ich sagte kein Wort gegenüber Ich lese (die Zeitung); (vgl. auch Er sitzt im Garten – er sitzt).

Der Terminus «fakultativ» ist formal-grammatisch gemeint; kommunikativ (oder semantisch-pragmatisch) kann das Satzglied dagegen notwendig sein.” [Lewandowski, Th., Bd. 1, S. 191]

Fakultative Variante

Nach N. S. Trubetzkoy sind zwei Laute «nur fakultative phonetische Varianten eines einzigen Phonems», wenn sie «genau in desselben lautlichen Umgebung vorkommen und miteinander vertauscht werden dürfen, ohne dabei einen Unterschied in der Wortbedeutung hervorzurufen». Hinsichtlich der Sprachnorm lassen sich allgemeingültige und individuelle f. V., nach ihrer Zeichenfunktion stilistisch irrelevante und stilistisch relevante unterscheiden (emotionale Färbung, soziale Stellung, Alter, Geschlecht). Individuelle stilistisch irrelevante V. sind z.B. Zungen-r und Zäpfchen-r im Dt.”. [Lewandowski, Th., Bd. 1, S. 191]