FAKTEN

Hechos

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Faktizität

 

Fakten / Faktum (Hechos)

Fakten

N. Chomsky unterscheidet zwischen linguistischen Fakten und Daten. Daten gewinnt der Linguist aus der Beobachtung der Form und der Verwendung von Äußerungen. Die zu entdeckenden Fakten der Sprachstruktur bilden insgesamt die Grammatik der Sprache. Linguistische Darstellungen auf der Ebene der Daten sind beobachtungsadäquat; beschreibungsadäquat sind sie erst, wenn sie alle Fakten im Zusammenhang erklären können. (Adäquatheitsebenen / Beschreibungsadäquatheit).“ [Lewandowski, Th., Bd. 1, S. 191]

Faktum

(von lat. facere) eigentlich das Gemachte: die Tatsache; dazu faktisch, tatsächlich; Faktizität, Tatsächlichkeit.

Faktum meint ein Gesetztes, Vorhandenes, nicht rückgängig zu Machendes, auf das alles Handeln zu achten hat; ein Faktum kann und muss interpretiert werden, aber ein Faktum im strengsten Sinn kann nicht hinterfragt werden. Es ist wohl in seiner Genese beschreibbar, nicht aber deduzierbar; Fakten gibt es deshalb primär im Freiheitsbereich menschlichen Handelns in der Geschichte.

Für Kant gibt es überhaupt nur ein Faktum der reinen Vernunft, den sittlichen Sollensanspruch der Vernunft und damit die Freiheit selbst. Für Kierkegaard ist der christliche Glaube in doppelter Weise faktisch fundiert: in der widersprüchlichen Einheit («Paradox») des geschichtlichen F. Jesus und des absoluten F. Christus. Heidegger hat in «Sein und Zeit» erstmals die Forderung nach einer «Hermeneutik der Faktizität» erhoben. Faktizität ist für ihn begründet in der Faktizität des Daseins, d.h. in dessen «Geworfenheit», die darin besteht, dass sich der Mensch unbeliebig in eine je geschichtlich konkrete Situation hineingeboren vorfindet, die er nicht selbst gestaltet hat, die weiter zu gestalten aber gleichwohl seine Aufgabe ist. Als «Geworfener» entwirft so der Mensch seine Möglichkeiten aufgrund der Auslegung (Hermeneutik) seiner faktischen Situation. «Dasein existiert faktisch».”

[Müller, Max / Halder, Alois: Kleines Philosophisches Wörterbuch. Freiburg, Basel, Wien: Herder, 1988, S. 90]