EXISTIMATORISCHE ANGABEN

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Satzadverb / Modalpartikeln

 

Existimatorische Angaben: Diese Elemente geben eine Einschätzung des Sachverhalts durch den Sprecher wieder (von lat. existimare ‘einschätzen’). Sie sind primär auf die ganze Äußerung zu beziehen. Manche existimatorischen Angaben sind zusätzlich auf spezielle Teile der Äußerung hin orientiert: Sie hat sogar einen Preis bekommen.

Existimatorische Angaben haben die Funktion einer Äußerung zur Äußerung, und entsprechend können sie auch umschrieben werden:

Die hat einen Preis bekommen, und das ist überraschend.

Unter anderem nach der Art ihrer zusätzlichen Orientierung kann man diese äußerungsbezogenen Angaben in 7 Subklassen einteilen:

(1) kautive [den Ausdruck relativierende] Angaben (z.B. geradezu), zusätzlich phrasenorientiert;

(2) selektive Angaben (z. B. besonders), zusätzlich phrasenorientiert;

(3) ordinative Angaben (z. B. erstens), meist zusätzlich satzorientiert;

(4) judikative Angaben (z. B. bemerkenswerterweise), zusätzlich satzorientiert;

(5) verifikative angaben (z. B. tatsächlich),

(6) Abtönungselemente (z. B. ja),

(7) Dativus ethicus

Manche Elemente tauchen in mehreren Subklassen auf. Es handelt sich dann um verschiedene, wenn auch gleich lautende Wörter (sog. Homographen).

Bei manchen Wörtern ist Zuordnung zu mehreren Subklassen möglich, ohne dass sich die Bedeutung ändert. In solchen Fällen werden die Elemente entsprechend ihren überwiegenden Merkmalen zugeordnet. Existimatorische Angaben lassen sich nicht erfragen.“

[Engel, Ulrich: Deutsche Grammatik. Heidelberg: Groos, ²1988, S. 226-227]