ERGON und ENERGEIA

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Relativitätsprinzip / Energeia / Humboldt W. v. / Innere Sprachform / Inhaltsbezogene Grammatik

 

Der idealistisch-energetische  Ansatz von  L. WEISGERBER, der romantischen Sprachauffassung von W. v. HUMBOLDT folgend, bestimmt die Sprache nicht nach der Art ihrer Verwendung, sondern nach ihrer Wesen. Die Sprache (als 'Mutter-Sprache') ist kein statisch gesehenes  'Werk' (Ergon), sondern etwas dynamisches, eine 'wirkende Kraft' (Energeia), eine Kraft des geistigen Gestaltens".

Sprache ist eine bestimmte Denkweise, eine Weltanschauung. Die einzelnen Sprachen unterscheiden sich nicht in einer Unterschiedenheit der Weltansichten selbst.

Ergon [gr. érgon ‘Werk’]

Auf Wilhelm v. Humboldt (1767-1835) zurückgehender Begriff zur Bezeichnung von Sprache als Produkt einer abgeschlossenen Tätigkeit. Dieser Auffassung von Sprache als (statischem) Werk, setzt Humboldt seine Vorstellung von Sprache als Energeia, als „Tätigkeit“ entgegen. Im Rahmen seiner Konzeption einer Inhaltsbezogenen Grammatik greift L. Weisgerber auf Humboldt zurück und versteht unter Ergon die laut- und formbezogene Grammatik einschließlich Wortbildung, die er als notwendiges Durchgangsstadium zu einer Energetischen Sprachauffassung ansieht.“ [Bußmann, H., S. 221]

Ergon (gr. érgon, realización)

Para W. von Humboldt, conjunto de estructuras lingüísticas resultante de los cambios que cada lengua ha experimentado en el pasado, en oposición al conjunto de virtualidades que dichas estructuras pueden desplegar (o energia). Así, p. ej. las lenguas románicas han seguido direcciones diversas a partir de un origen más o menos común, el latín, y tienen, en consecuencia, una estructura gramatical diferenciada.“ [Diccionario de lingüística. Anaya, p. 101]