ERGÄNZUNG

Complemento

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Transitivität vs. Intransitivität / Angabe / complemento / Objekt / Komplement / Agens / Dativ / Akkusativ / Präpositionalobjekt / Prädikative Ergänzung / Umstandsbestimungen

 

Siehe / Ver:

ERGÄNZUNG

SATZGLIEDER - Elementos oracionales

Sistema terminológico tradicional español

alemán

complemento

objeto = complemento = Ergänzung

Objekt

complemento directo

objeto directo

direktes Objekt

Akkusativ

complemento indirecto

objeto indirecto

indirektes Objekt

Dativ

complemento predicativo

predicativo sujeto / predicativo objeto

Prädikative Ergänzung

complemento circunstancial

Angabe / Adverbiale Ergänzung

Umstandsbestimmung

complemento preposicional /

complemento de régimen preposicional

complemento de régimen verbal

Präpositionalobjekt

complemento agente

el agente

Agens

 

complemento genitivo

Genitivobjekt

 

Sistema terminológico de Emilio Alarcos Llorach

alemán

complemento

Objeto = Complemento = Ergänzung

Objekt

implemento

objeto directo

direktes Objekt

Akkusativ

complemento

objeto indirecto

indirektes Objekt

Dativ

complemento predicativo

Predicativo sujeto / Predicativo objeto

Prädikative Ergänzung

aditamento

Angabe / Adverbiale Ergänzung

Umstandsbestimmung

suplemento

complemento de régimen verbal

Präpositionalobjekt

complemento agente

el agente

Agens

Gegensatz = Angabe

Komplementsatz = Objektsatz

Syntaktisches Glied, das seinem Regens subklassenspezifisch zugeordnet ist; kann obligatorisch oder fakultativ sein; kommt vor allem bei Verb, Nomen, Adjektiv, Pronomen vor.

«Ergänzung [Auch: Aktant, Partizipant, Komplement]

Eine Satzkonstituente X ist Ergänzung einer Konstituente Y, wenn X von Y valenzabhängig ist. Die ursprüngliche Annahme, Ergänzung unterschieden sich von Angaben durch ihre Nicht-Weglassbarkeit, ist unhaltbar, da es weglassbare Ergänzungen gibt (z.B. das Objekt von schreiben). Man geht deshalb heute oft von einer Dreiteilung in obligatorische Ergänzungen und fakultative Ergänzungen und Angaben aus. Auch damit kann man jedoch die Beziehung bestimmter Konstituenten zum Verb nicht adäquat klassifizieren, z.B. diejenige verschiedener Formen des freien Dativs. Für solche Fälle hat man den Verlegenheitsbegriff der Ergänzungsangaben eingeführt. Vgl. auch Objekt.» [Bußmann, H., S. 218]

«Ergänzungsangaben

Sammelbezeichnung für fakultative (= nicht valenzgebundene) Ergänzungen zu verschiedenen syntaktischen Kategorien. Zu Ergänzungsangaben zählen:

(a)      Prädikative Attribute zu Subjekt oder Objekt: Sie kommt hüstelnd ins Zimmer vs. Der Arzt traf sie hüstelnd an;

(b)      Dativus commodi: Er holte ihr die Medizin;

(c)       Possesiver Dativ: Ihr tat beim Husten die Lunge weh.» [Bußmann, H., S. 218]

«Ergänzungsfragesatz

[Auch: W-Frage, Wortfrage]

Durch Interrogativpronomen (wer?, was?) oder Interrogativadverbien (wann?, wohin?) eingeleiteter Fragesatz, durch den eine Präzisierung eines bereits als bekannt vorausgesetzten Sachverhalts gefordert wird, vgl. Wen hast du heute im Konzert getroffen?» [Bußmann, H., S. 218]

«Ergänzungssatz

Gliedsatz vs. Gliedteilsatz, Inhaltssatz, Nebensatz.» [Bußmann, H., S. 218]

Ergänzung [object (complement, extension), complément (regime)]. Ergänzungsbestimmung, Objekt vom Verb regiertes Satzglied (vgl. Rektion); zum Prädikatsverband/zur Verbalgruppe notwendig gehörendes Satzglied, mit dem eine Leerstelle zu besetzen ist (Akkusativobjekt, Dativobjekt, Genitivobjekt, Präpositionalobjekt usw.). „Element, das einer verbalen Subklasse unmittelbar zugeordnet werden kann“ (Engel); die Klasse „Verb“ zerfällt dann in unterschiedliche Valenzklassen/Verbklassen, „die durch Zahl  und Art ihnen spezifischer D. definiert werden“ (WW 6, 1970, S. 371). Wie viele und welche E. im „Vor. und Nachfeld“ des Verbs/Prädikats notwendig auftreten, hängt von der Valenz des Verbs ab. Ergänzungen sind für die Grammatikalität nicht in allen Fällen obligatorisch. Z. B. ich habe Hunger, er wohnt in Köln gegenüber ich lese (Bücher), die Band spielt (einen Top-Hit).“ [Lewandowski, Th., Bd. 1, S. 178]

«Ergänzungen: in vielen Grammatiken die deutsche Bezeichnung für das Objekt:

Der Ober bringt den Gästen die Speisekarte.

Ergänzungen im engeren Sinne sind Satzglieder, die wie die Objekte stehen müssen, deren Inhalt aber dasselbe wie Adverbiale (Umstandsbestimmungen) ausdrücken: Raum-, Richtungs-, Zeit-, Modal- und Kausalangaben. Sie sind deshalb von diesen nicht leicht zu unterscheiden:

Die Hilfsfragen lauten:

Wo? Wohin? Wann? Wie lange? Wie? Warum? Wozu? usw.

Raumergänzung: Wir waren an der Haltestelle. [Wo?]

Richtungsergänzung: Er fährt nach Köln. [Wohin?]

Zeitergänzung: Die Fahrt dauert eine halbe Stunde [Wie lange?]

Modalergänzung (Art und Weise): Der Unfall passierte mit unglaublicher Geschwindigkeit.

Unter welchen Umständen? [Wie?]

Kausalergänzung (Grund): Der Unfall passierte durch grobe Unachtsamkeit. [Wie? Warum?]

Ersetzung durch Adverbien (Umstandswörter) ist möglich.

Wir warten dort. – Der Buch fährt geradeaus.

Er kommt pünktlich. – Er braucht Lange.

Man kann diese Ergänzungen im engeren Sinne von ihrer äußeren Form her auch mit präpositionalen Objekte verwechseln. Vergleiche:

Ich warte auf meine Tante. [Auf wen?]: Objekt.

Ich warte auf dem Marktplatz [Wo?]: Ortsergänzung.»

[Bünting, Karl-Dieter / Eichler, Wolfgang: Grammatik-Lexikon. Frankfurt am Main: Scriptor, 1989, S. 41]