DUALISMUS  

Dualismo

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Monismus / Holismus / Platonismus

 

Dualismus (von lat. dualis = auf 2 [gegensätzl. Dinge] zielend)

die Lehre, nach welcher die Wirklichkeit aus 2 einander entgegen gesetzten Seinsbereichen besteht, z.B. aus Geist und Stoff, Freiheit und Naturnotwendigkeit, Gut und Böse. Der extreme Dualismus stellt diese Gegensätze gänzlich unverbunden nebeneinander. Folgerichtig muss er diese Doppelung auch in den Ursprung der Wirklichkeit hineintragen und 2 völlig verschiedene Seinsgründe von gleicher Ursprünglichkeit annehmen, die sich gegenseitig beschränken, oft auch feindlich gegenüberstehen; so religionsgeschichtlich bes. in der Gnosis (Lichtseele und Körper) und im Zoroastrismus (mit Einschränkung). Unter solchem Einfluss behauptet der Platonismus die ewige Materie neben dem göttl. Demiurgen.

Als Dualismus im weniger strengen, allgemeinen Sinne bezeichnet man jedes philos. System, das im Gegensatz zum strengen Monismus an den Grundunterscheidungen von Seiendem und Sein, Sinnlichkeit und Geist, Materie und Form, Potenz und Akt usw. festhält, nicht aber deren unversöhnbare Gegensätzlichkeit behauptet. In diesem Sinn lässt sich jede Gestalt der abendländl. Metaphysik seit Platon als (auf einem prinzipiellen Monismus beruhender hierarchischer) Dualismus kennzeichnen.

In jedem Dualismus drängt, insbes. dann, wenn nicht von vornherein schon das eine der beiden Prinzipien offenbar als Derivat (und damit als Depravationsform) des ihm übergeordneten anderen, sondern jedes in Eigenständigkeit gefasst ist, das Problem einer möglichen Vermittlung beider Prinzipien und Bereiche in den Vordergrund.“

[Müller, Max / Halder, Alois: Philosophisches Wörterbuch. Freiburg / Basel / Wien: Herder, 1988, S. 68-69]