CHOMSKY Noam

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Minimalistisches Programm / Modularitätsprinzip / Generative Transformationsgrammatik / Eingeborene Ideen / Mentalismus / Kompetenz vs. Performanz / GB-Theorie / Behaviorismus / Rekursivität / Kognitive Linguistik / Funktionalistische Sprachwissenschaft

 

«Postulate der Kognitiven Linguistik:

§         Die sprachlichen Fähigkeiten werden von allgemeinen kognitiven und neuronalen Prinzipien determiniert.

§         Die Sprache ist als Subsystem der Kognition ein mentales Kenntnissystem mit eigenen Gesetzmäßigkeiten.

§         Es gibt derzeit keine Theorie, die auch nur ansatzweise alle relevanten Aspekte menschlichen Wissens und seiner Verwendung erklären kann.

§         Die Untersuchung und Beschreibung der kognitiven Fähigkeiten des Menschen kann auf zwei verschiedenen Ebenen erfolgen: auf der mentalen oder der neuronalen Untersuchungsebene.

§         Der mentalistische Ansatz erstellt Modelle, die Struktur- und Prozessaspekte mentaler Phänomene auf einer abstrakten und von der materiellen Grundlage losgelösten Ebene beschreiben.

§         In der neurobiologischer Forschung steht dagegen die physische Basis der Kognition im Vordergrund, die mittels neurobiologischer Explikationen beschrieben wird.

Jeder Versuch einer angemessenen Integration stößt unweigerlich auf das Problem einer Korrelationsmöglichkeit beider Ebenen und damit auf das alte Geist/Körper-Problem. In welcher Relation stehen materielle Grundlage und geistige Tätigkeit? Gibt es gemeinsame Gesetze, unter die neuronale und mentale Zustände und Ereignisse fallen?»

[Schwarz, Monika: Einführung in die Kognitive Linguistik. Tübingen/Basel: Francke Verlag, 21996, S. 58-59]

«Die Kognitive Wende

In der behavioristischen Psychologie beschäftigte man sich nicht mit der Funktionsweise des menschlichen Geistes; nur das beobachtbare, mit naturwissenschaftlichen Methoden messbare Verhalten des Menschen wurde analysiert.

Anfang der 60er Jahre vollzog sich in der Psychologie die Ablösung vom behavioristischen Forschungsansatz, der mentale Zustände und Vorgänge aufgrund seines rigiden positivistischen Postulats der Beobachtbarkeit als Blach-box-Phänomene (die sich dem wissenschaftlichen Zugang entziehen) aus dem Forschungsprozess ausgeschlossen hatte. Die Einbeziehung mentaler Entitäten erfolgte in einem sich über Jahre erstreckenden Paradigmawechsel, der heute als die »Kognitive Wende« bezeichnet wird. In der Psychologie gab Neisser (1967) dem neuen Forschungsparadigma seinen Namen: Kognitive Psychologie. Die Kognitive Psychologie beschäftigt sich mit allen Prozessen der Aufnahme, Speicherung und Anwendung von Informationen. Kognition wird als die menge aller Strukturen und Prozesse menschlichen Wissens definiert. [...]

Kognitive Einheiten und Prozesse sind als Teile komplexer Zusammenhänge aufzufassen und lassen sich nicht auf isolierte, unstrukturierte Komponenten reduzieren. Dem Menschen stehen gewisse kognitive Dispositionen von Geburt an zur Verfügung. Mit diesen Annahmen wendet sich der kognitivistische Ansatz gegen die Auffassung des Behaviorismus, dass der Mensch als Tabula rasa auf die Welt kommt und sein Wissen aufgrund assoziativer Lernsequenzen erwirbt. Eine wirkungsvolle Kritik am behavioristischen Erklärungsansatz kam dabei mit Chomskys Skinner-Rezension auch aus der Linguistik. Chomsky (1959) wies nach, dass sich die sprachlichen Fähigkeiten des Menschen nicht durch simple Reiz-Reaktion-Kontingenzen erklären lassen, sondern nur durch die Annahme eines komplexen Regelsystems, das als internalisiertes Kenntnissystem aufzufassen ist. Die Linguistik vor Chomsky war weitgehend eine beschreibende Wissenschaft, die sich mit der Klassifizierung eines Korpus sprachlicher Daten beschäftigte, ohne diese Daten in Beziehung zum menschlichen Geist zu setzen. Seit Chomsky (1965) ist nicht mehr das konkrete Verhalten (in Chomskys Terminologie: die Performanz) im Mittelpunkt sprachwissenschaftlicher Untersuchungen, sondern das diesem Verhalten zugrunde liegende Kenntnissystem (die Kompetenz). Chomsky hat die Wende in der Linguistik rückblickend folgendermaßen beschrieben:

«... the shift was from behavior or products of behavior to states ot the mind/brain that enter into behavior.» (Chomsky 1986:1)

Damit wird die Linguistik zu einer erklärende Wissenschaft, welche die im menschlichen Geist verankerte Repräsentationen als Konstituenten der Sprachfähigkeit des Menschen analysiert und beschreibt. Chomsky (1975, 1988) hat deshalb die von ihm definierte generative Linguistik wissenschaftstheoretisch stets als ein Teilgebiet der kognitiven Psychologie aufgefasst. Die mentalistische Sprachtheorie, die mit Chomskys generativer Grammatik in den Vordergrund sprachwissenschaftlicher Arbeiten rückte, ist damit von ihrer Konzeption her ein Vorläufer der kognitivistischen Ansätze in der Linguistik.»

[Schwarz, Monika: Einführung in die Kognitive Linguistik. Tübingen und Basel: A. Francke Verlag, 21996, S. 13-15]

Chomsky, Noam Avram (*1928)

Professor für Linguistik und Philosophie am Massachussetts Institute of Technology, USA.

«Es gibt wohl kaum einen Wissenschaftler des 20.Jh.s, der einen vergleichbar großen Einfluss über die Grenzen seines Fachgebiets, der Linguistik, hinaus hatte. Seine erste wichtige Publikation  Syntactic Structures (1957) war ein Meilenstein für die Sprachwissenschaft, die Psycholinguistik, aber auch für die analytische Philosophie. Sein mentalistisches Programm stellte eine Abkehr vom damals vorherrschenden Behaviorismus und dem dieser Methodologie verpflichteten taxonomischen Strukturalismus dar. Der Gegenstand der mit dieser Arbeit begründeten generativen Transformationsgrammatik ist die Sprachkenntnis, die Kompetenz oder, wie es in neueren Arbeiten (insbes. Knowledge of Language. Its Nature, Origin, and Use, 1986) heißt, die I(nternalisierte) Sprache. Sprecher einer Sprache haben nämlich implizite Kenntnis von Strukturbeziehungen in ihrer Sprache, welche die Unterscheidung von verschiedenen Beschreibungsebenen (Tiefen‑ und Oberflächenstrukturen bzw. D‑ und S‑Strukturen, engl. deep and surface structures) und einen Kalkül benötigen, der diese Ebenen aufeinander bezieht, nämlich Transformationen.

Das grammatische Design hat seit dieser Zeit einige z.T. radikale Veränderungen erfahren. Geblieben ist jedoch der Regeltyp der Transformationen, allerdings in sehr allg. Form: «Bewege α». Ch.s Konzeption der generativen Grammatik durchlief von den Syntactic Structures vier große Stationen: (die sog. Standardtheorie in Aspects of the Theory of Syntax (1965), die sog. Erweiterte Standardtheorie in Deep Structure, Surface Structure, and Semantic Interpretation (1969), das sog. «T‑Modell»  in Lectures on Government and Binding (1981) und The Minimalist Program (1995).

Während im modular aufgebauten T‑förmig verzweigenden Modell von 1981 zwischen D‑ und S‑Struktur unterschieden wird, die D‑Struktur Input für die syntaktisch Logische Form, die S‑Struktur Input für die Phonetische Form, reduziert sich im heutigen minimalistischen Programm die Aufgabe der Grammatik auf die Aufbereitung der syntaktischen Struktur (Strukturen, morphosyntaktische Merkmale und Transformationen) für die sog. Schnittstellen der Grammatik: die der Logischen Form als Wegbereiter für die Semantik und die der Phonetischen Form als Wegbereiter für die artikulatorisch‑perzeptuellen Prozesse der Sprachverarbeitung. Von invarianter Bedeutung in allen Konzeptionen allerdings ist das universalgrammatische, rationalistische Programm, eine kognitive Theorie über das genetisch festgelegte Sprachvermögen, das den Menschen bei gegebenen unzulänglichen Erfahrungsdaten einen mühelosen  Spracherwerb während der kritischen Reifungsphase des Gehirns (bis maximal 6 Jahre) ermöglicht. Mit dieser Annahme einer sprachspezifischen genetischen Ausstattung setzt sich Ch. sowohl vom Empirismus (wie etwa W.V. Quine) als auch von der Entwicklungspsychologie J. Piagets ab (vgl. Piatelli-Palmarini 1980). Alle Sprache befolgen dieselben universalgrammatischen Prinzipien, und der Spracherwerb reduziert sich auf die durch Erfahrungsdaten (sog. «trigger») ausgelöste Festlegung einzelsprachspezifischer Parameter und ähnelt dabei der Reifung anderer Organe. Dabei ist nach Ch.s  Rules and Representations (1980) das menschliche Gehirn modular in verschiedene aufgabenspezifische Komponenten organisiert.

Zwischen dieser universalgrammatischen Konzeption und Ch.s politischer Vorstellung einer komplett freien menschlichen Gesellschaft besteht seiner Auffassung nach ein inhaltlicher Zusammenhang. Erst wenn ein solcher Gesellschaftszustand erreicht wird, können sich die außergewöhnlichen und einzigartigen Fähigkeiten des Menschen frei entfalten (vgl. z.B. Ch. 1971 und 1988). Diese Bedingungen sind seiner Auffassung nach in keiner der gegenwärtigen Gesellschaftsformen gegeben (vgl. Ch. 1969).»

[Nünning, Ansgard (Hg.): Metzler Lexikon Literatur‑ und Kulturtheorie. Stuttgart ‑ Weimar, Metzler, 1998, S. 66-67]

«Die konzeptuellen Grundlagen der Generativen Grammatik

Die Generative Grammatik unterscheidet sich von den anderen Syntaxtheorien in deinem wichtigen Punkt: Es geht ihr nicht primär um die Beschreibung sprachlicher Strukturen, sondern um die Modellierung der Kenntnisse, die den Sprecher dazu befähigen, sprachliche Strukturen aufzubauen, sie zu generieren. Der ganze Beschreibungsapparat dient also letztlich nur dazu, die Sprachkompetenz nachzubilden. Diese ist zentraler Bestandteil unserer kognitiven Fähigkeiten. Sie zu beschreiben sollte nach Chomsky eigentlicher Gegenstand linguistischer Untersuchungen. [...]

Ziel der Generativen Grammatiker ist es also, die Prinzipien und Parameter adäquat zu beschreiben und damit eine Erklärung für den Spracherwerb zu bieten. Wenn die Theorie gelegentlich auch als ‚Prinzipien- und Parametertheorie’ (PPT) bezeichnet wird, so wird eben diese Zielsetzung in den Vordergrund gerückt. Zwar haben sich die Annahmen darüber, wie der Spracherwerb und die Sprachfähigkeit im Modell erklärt werden kann, geändert. Doch eines ist immer gleich geblieben: Es geht der Generativen Grammatik um das Aufdecken der Gesetzmäßigkeiten, die dem sprachlichen Kenntnissystem zugrunde liegen, darum, einen Teilbereich der menschlichen Kognition zu erfassen – nicht die Sprache selbst. Es ist sicher berechtigt zu sagen, dass sich innerhalb der linguistischen Forschung durch die Generative Grammatik eine Hinwendung zu Fragen der Psychologie und Neurologie vollzogen hat. Ob allerdings dieses ‚kognitive Wende’ in der Sprachwissenschaft dem Untersuchungsgegenstand gerecht wird, ist umstritten.»

[Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 32005, § 8.2]

«Die Generative Grammatik

Die Generative Grammatik hat in den vergangenen vier Jahrzehnten eine beachtliche Entwicklung genommen. So verwundert es nicht, dass viele der generativen Untersuchungen heute nur noch wissenschaftsgeschichtlichen Wert haben. Wichtig ist, dass man sich bei der Lektüre stets klar macht, welcher theoretische Rahmen den Arbeiten zugrunde liegt. Meist genügt ein Blick auf die Strukturbäume, um sich Klarheit zu verschaffen: Werden Sätze als NP/VP-Strukturen dargestellt, so liegt der ältere Theoriestand zugrunde. Erfolgt eine CP/IP-Analyse bzw. CP/AgrP/TP-Analyse, so ist dies der neuere Theoriestand. Es ist dann noch weiter zu überprüfen, wie die Strukturen restringiert werden: über eine Vielzahl von Einzelprinzipien wie in der GB-Theorie oder über einige abstrakte Mechanismen wie im MP.

In allen bislang vorgestellten Theorievarianten stellt sich dasselbe Problem: Wie kann verhindert werden, dass ungrammatische Strukturen entstehen (Standardtheorie) bzw. wie können diese wieder ‚ausgemustert’ werden (GB-Theorie, MP)? Zieht man in Betracht, dass die Generative Grammatik alle natürlichen Sprachen erfassen möchte, so ist schnell einzusehen, dass es schier unmöglich ist, ein Modell zu entwickeln, das alle grammatischen von allen ungrammatischen Strukturen trennt.»

[Dürscheid, Christa: Syntax. Grundlagen und Theorien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 32005, § 8.6]

«Als Kronzeuge gegen den Skinnerschen Behaviorismus wird gern einer seiner schärfsten Kritiker zitiert, N. Chomsky. Dessen Einwände finden sich hauptsächlich in A review of B. F. Skinner's Verbal Behavior (1959) und Psychology and Ideology (1973). Von den verschiedenen Argumenten sei hier jenes herausgegriffen, das sich gegen die These richtet, ein sorgfältiges Arrangement von Verstärkungskontingenzen durch die Sprachgemeinschaft sei eine notwendige Bedingung, damit das Kind eine natürliche Sprache erlerne (vgl. Skinner, 1969, S. 197). Chomsky hat dazu folgendes zu sagen:

»In ähnlicher Weise steht wohl außer Frage, dass Kinder einen großen Teil ihres sprachlichen und nichtsprachlichen Verhaltens durch zufällige Beobachtung und Imitation von Erwachsenen und anderen Kindern erwerben. Es ist einfach nicht wahr, dass Kinder eine Sprache nur bei ,sorgfältigem Bemühen~ seitens der Erwachsenen lernen, die ihr sprachliches Repertoire durch genaue differentielle Verstärkung ausformen, auch wenn dies vielleicht in akademischen Familien üblich ist. Man kann häufig beobachten, dass ein junges Kind von eingewanderten Eltern mit erstaunlicher Geschwindigkeit eine zweite Sprache in den Straßen lernt, von anderen Kindern, und dass seine Sprache vollkommen flüssig und bis zum letzten Allophon korrekt ist, während die Feinheiten, die ihm zur zweiten Natur geworden sind, den Eltern trotz hoher Motivation und ständiger Praxis entgehen. Ein Kind kann einen großen Teil seines Wortschatzes und seines ‑Gefühls« für Satzstrukturen vom Fernsehen, vom Lesen und vom Hören Erwachsener etc. aufnehmen. Sogar ein sehr junges Kind, das noch nicht das minimale Repertoire erworben hat, aufgrund dessen es neuartige Äußerungen formen könnte, imitiert unter Umständen bei einem der ersten Versuche ein Wort sehr gut, ohne dass die Eltern sich bemühen, es ihm beizubringen. Es ist ferner ganz offensichtlich, dass ‑in einem späteren Stadium ‑ ein Kind in der Lage sein wird, Äußerungen zu konstruieren und zu verstehen, die vollständig neu und gleichzeitig akzeptierbare Sätze seiner Sprache sind. jedes Mal wenn ein Erwachsener eine Zeitung liest, begegnet er ohne Zweifel zahllosen Sätzen, die im einfachen physikalischen Sinn keinem der Sätze ähnlich sind, die er vorher gehört hat, die er jedoch als Sätze erkennt und versteht; er wird auch fähig sein, leichte Entstellungen und Druckfehler zu entdecken. Der Begriff Stimulusgeneralisierung verewigt in diesem Fall nur das Rätsel unter einem neuen Titel. Diese Fähigkeiten zeigen, dass hier fundamentale Prozesse wirken müssen, die ganz unabhängig sind vom feedback aus der Umgebung. ich konnte nicht die geringste Unterstützung für die Annahme Skinners und anderer Autoren finden, dass langsame und sorgfältige Ausformung sprachlichen Verhaltens durch differentielle Verstärkung eine absolute Notwendigkeit ist. Wenn die Verstärkungstheorie wirklich ein solches sorgfältiges Bemühen verlangt, dann sollte man das einfach als eine reductio ad absurdum dieses Ansatzes auffassen« (1959, S. 562 ff.).

Der Erwerb, die Aneignung einer natürlichen Sprache durch das Kind ist unbestritten ein sehr verzwicktes und kontroverses Forschungsgebiet; ich habe hier weder die Absicht noch die Möglichkeit, auf fundierte Weise zu den Bemerkungen Chomskys Stellung zu nehmen, zumal dies eine sehr intensive Beschäftigung mit seiner Sprachphilosophie und Grammatiktheorie erfordern würde. In diesem Zusammenhang ist das nicht nötig, da selbst bei Korrektheit der Einwände Chomskys gegen die Skinnerschen Annahmen lediglich bewiesen wäre, dass der Spracherwerb, oder wenigstens wesentliche Aspekte desselben, nicht durch operante Lernprozesse hinreichend erklärt werden können (vgl. Westmeyer, 1976, S. 17). Aber auch dieses Ergebnis trägt zu einer Beurteilung der Skinner‑These nichts bei, da ‑ soweit ich das sehe ‑ das Erlernen einer Sprache durch ein kleines Kind von niemandem teleologisch erklärt wird. Das heißt, es kann nicht angenommen werden, dass das Kind alle diejenigen Verhaltensweisen, die im Zusammenhang mit seiner Sprachentwicklung auftreten, in der Absicht ausführt, später einmal ordentlich Deutsch, Englisch oder Chinesisch sprechen zu können. Vielmehr handelt es sich um einen Prozess, der, nach Chomsky, unter geeigneten Bedingungen automatisch in Bewegung gesetzt wird. Wir haben es also nicht mit einem Verhaltenskomplex zu tun, der zwar nicht durch die Theorie des operanten Verhaltens, wohl aber als subjektiv Zweck bestimmter erklärt werden kann ‑ und es sei noch hinzugefügt, dass Chomsky dies auch nicht behauptet hat.

An dieser Stelle soll noch eine generelle Bemerkung über die Grammatiktheorie Chomskys eingeschoben werden.

»Das fundamentale Ziel in der linguistischen Analyse einer Sprache L ist es, die grammatischen Sequenzen, die Sätze von L sind, von den ungrammatischen Sequenzen zu trennen, die keine Sätze von L sind ' und die Struktur der grammatischen Sequenzen zu untersuchen. Die Grammatik von L ist also ein Instrument, das alle grammatischen Sequenzen von L generiert und keine der ungrammatischen« (Chomsky, 1957, S. 13).

Eine Grammatik ist demnach ein formaler Kalkül, der nach bestimmten Regeln Zeichensequenzen generiert, und zwar in einem anderen Sinn als ein realer Sprecher Sätze produziert und ausspricht bzw. aufschreibt. Die Konstruktion einer solchen Grammatiktheorie ist ‑ genauso wenig wie die Konstruktion eines Logikkalküls ‑ Teil eines psychologischen Forschungsprogramms und hat daher zunächst mit empirischen Hypothesen über menschliches Verhalten nichts zu tun (vgl. Lyons, 1970, S. 83‑95). Allerdings erstellt die Grammatiktheorie Richtlinien für die Ausarbeitung einer selbständigen psychologischen Theorie des Spracherwerbs und der Sprachperformanz, die mit anderen psychologischen Auffassungen in Konflikt geraten kann. Obwohl Chomsky in seinen späteren Arbeiten mehr dazu neigt, die Linguistik als einen Zweig der kognitiven Psychologie zu betrachten, hält er doch an folgendem fest:

»Zweifelsohne wird ein vernünftiges Modell der Sprachverwendung die generative Grammatik als grundlegende Komponente integrieren, die die Sprachkenntnis des Sprecher‑Hörers zum Ausdruck bringt; aber diese generative Grammatik stellt von sich aus keine Vorschrift dar für den Charakter und das Funktionieren eines Modells der Perzeption oder eines des Sprechvorganges« (1965, S. 20; vgl. auch Herriot, 1970, S. 56‑78 ).»

[Kraiker, Christoph: Psychoanalyse Behaviorismus Handlungstheorie. Theoriekonflikte in der Psychologie. München: Kindler, 1980, S. 152-155]

Das Zeichen für Saussure und für Chomsky und die Sprache für Freud und Lacan

«Das Modell von Saussure ist axiomatisch (Forderung eines Minimums an evidenten Axiomen und Ausgangsbegriffen), während dasjenige von Chomsky am kritischen Rationalismus orientiert ist (Forderung eines Maximums an nichtevidenten, falsifizierbaren Hypothesen). Dieser Unterschied dürfte aber das Gemeinsame nicht verdecken.

Saussure geht von einem privilegierten Begriff, dem des linguistischen Zeichens aus, dem er ein Axiom hinzufügt, dass nämlich die Sprache ein Zeichensystem sei. Chomsky dagegen kommt ohne einen Zeichenbegriff und dessen Aporien aus und verzichtet darauf, «Grundbegriffe» einzuführen; es ist die Systemform selbst, die in ihren Differenzierungen diese Rolle übernimmt.

Das Zeichen wird durch Saussure als «arbiträr, negativ und zweiseitig» definiert, wobei die zwei ersten Eigenschaften seine Besonderheit ausmachen. Saussure führt einen absoluten Dualismus, Kantischer Herkunft, zwischen den Dingen und den Zeichen ein. Dass die Linguistik eine Wissenschaft der Zeichen als reiner Form sei, bedeutet, dass Saussure die ontologische Frage nach dem Ursprung der Zeichen als eine imaginäre Frage erkannt hat, denn jeder Ursprung kann nur mit der Bildung eines Fantasmas bzw. eines Mythos beantwortet werden. Aber dafür hat er einen Preis zahlen müssen, nämlich die Weigerung, etwas über die Dinge wissen zu wollen (wogegen Lacan die Möglichkeit des Wissens hervorhebt). Obwohl er ein nach Aristotelischem Muster axiomatisches Modell wählte, akzeptierte er weder die ontologische Frage nach dem Ursprung noch die Frage nach der Wahrheit, und dadurch reihte er sich in die Galileische Tradition ein.

Der arbiträre Charakter des Zeichens kann so formuliert werden: «Es gibt die Sprache». Darin liegt die Willkür der Herrn, des ersten Gesetzgebers. Die Betonung des kontingenten Aspekts des Zeichens musste die Frage nach seiner Gründung jedoch offen lassen. Benveniste und Milner betonten, dass der arbiträre Charakter nur bedingt gilt und seine Hervorhebung den Diskurs des Herrn erzeugt, so wie das Lacan gezeigt hat.

Der relative Aspekt der Zeichen, die sich nur gegenseitig (negativ), aus ihrer Opposition zueinander (entgegen der klassischen philosophischen Tradition) definieren, basiert ebenfalls auf dem absoluten Dualismus, der keine unabhängige Identität der Zeichen zulässt, die nur durch die Hinzunahme von dinglichen Aspekten zustande kommen könnte.

Die Eigenschaften des Zeichens werden bei Chomsky einzeln und unabhängig vom Zeichenbegriff in seine Theorie integriert. Statt des arbiträren Charakters von nicht beobachtbaren Einheiten geht er von der Beschreibung von unmittelbar beobachtbaren Daten aus, welche aber ebenfalls eine Reihe von möglichen Aspekten ausschließen. Andererseits geht Chomsky, statt von den zweiseitigen und differentiellen Aspekten des Zeichens, von der reinen Differenz zwischen den verschiedenen Sprachniveaus aus. Somit könnte man als Kern der Linguistik folgendes annehmen:

a)                        Wahl eines Wissenschaftsmodells, in dem ein vorstellbares, durch Regeln gegebenes Objekt konstruiert wird;

b)                        Eine Operation des Ausschlusses von bestimmten Aspekten, die nicht zum Objekt gehören, also eine Anwendung des Nichtall-Operators, die die Bildung des Universums «Sprache» ermöglicht und darin besteht, nichts «anders» über dieses Objekt wissen zu wollen;

c)                         Die These, dass es in der Sprache etwas Unterschiedbares, Diskretes gibt, sei es zwischen Zeichen oder Niveaus oder Segmenten der Sprache.

Entgegen einer hermeneutischen oder strukturalistischen (Saussure) Vorstellung, ist also das Ziel der Linguistik (wie der Sprache) das Reale (und nicht eine Fiktion), von dem sie verlangt, dass es durch das Eine, d.h. das Unterscheidbare, markiert wird. D. h. das Eine auf dem Niveau von Lalangue ist die Möglichkeitsbedingung der Linguistik. Und dies ist der Beitrag der Psychoanalyse zur Sprachanalyse: dadurch, dass Freud im Unbewussten, d.h. in Lalangue, den Punkt entdeckte, in dem die Sprache und das Begehren sich gegenseitig «verfälschen» und artikulieren, indem er das unbewusste Denken entdeckte, ermöglichte er die Behauptung, dass die Linguistik, gerade durch die Bildung von Differenzen, das Reale berührt. Das Reale ist in der Sprache nicht ein Kontinuum, ein Fluss, der willkürlich zurechtgeschnitten wird; die distinktiven Einheiten oder Differenzen, mögen sie auch je nach Paradigmawahl anders definiert werden, deuten auf einen nichtkonventionellen Charakter hin. Deswegen spielt es keine große Rolle, welcher besonderen Form von Linguistik Freud oder Lacan sich bedient haben und ob sie die adäquate war. Worauf es ankommt, ist vielmehr, dass beide die Möglichkeit der Schrift verlangt und gefunden haben. D.h. die Psychoanalyse interessiert sich dafür, dass es «das Eine gibt» (J. Lacan: Séminaire XX, S. 63).»

[Lipowatz, Thanos: Die Verleugnung des Politischen. Die Ethik des Symbolischen bei Jacques Lacan. Weinheim und Berlin: Quadriga Verlag, 1986, S. 37-39]

«Noam Chomsky: Una aproximación naturalista a la mente y al lenguaje (Editorial Prensa Ibérica, Barcelona, 1998); Aspectos de la teoría de la sintaxis (Editorial Gedisa, Barcelona, 1999); Conversaciones con Mitsou Ronat (Editorial Gedisa, Barcelona, 31999).

Que Noam Chomsky es uno de los intelectuales más influyentes de nuestro tiempo nadie lo pone en duda. Sea por sus teorías lingüísticas, por sus estudios en diversas áreas de las humanidades o por sus controvertidas posturas políticas, actualmente se encuentra entre los diez primeros autores más citados de cualquier tiempo. Comparte rango con Marx, Lenin, Shakespeare, Aristóteles, Platón o Freud, con la particularidad de que es el único vivo de este selecto grupo. [...]

Este libro, compuesto por materiales de producción muy reciente, tiene el interés de presentar la última revisión de las teorías chomskianas, realizadas por el propio maestro: el programa minimista o minimalista (The Minimalist Program).

Principios tan aceptados y sólidos como que el lenguaje tiene sonido y significado, se revisan en el programa minimista, que entiende que «la facultad del lenguaje se acopla a otros sistemas de la mente/cerebro en dos niveles de interacción, uno relacionado con el sonido y otro con el significado. Una expresión particular generada por el lenguaje contiene una representación fonética legible por parte de los sistemas sensoriomotores y una representación semántica legible por parte del sistema conceptual y de los otros sistemas de pensamiento y acción» (p. 75).

Así, entre las aportaciones de este modelo, destaca la propuesta de que la interacción con estos dos sistemas de la «actuación» es central para la configuración de la concepción del lenguaje.

En la interpretación de Chomsky, el lenguaje incluye tres tipos de elementos que son los rasgos (las propiedades de sonido y significado); los elementos léxicos (las unidades que se articulan a partir de los rasgos); y las expresiones complejas construidas a partir de los dos tipos de elementos anteriores.

Esto supone un sistema computacional que articula los rasgos en elementos léxicos y forma objetos sintácticos más amplios a partir de los ya construidos comenzando por los léxicos. Y, en este sentido, Chomsky reconoce su deuda con el sistema computacional de la mente, desarrollado por el funcionalismo cognitivo como lo presenta Putnam.

La visión novedosa que aporta el programa minimista es mostrar que la complejidad y la variedad de las reglas de estructura de la frase y de las reglas transformacionales «son sólo aparentes y que los dos tipos de reglas pueden reducirse a una única forma simple» (pág. 79). De este modo se minimizan las diferencias entre los aspectos sintácticos de las diferentes lenguas existentes.»

[Bordón, Teresa: "La fascinación por el lenguaje". In: Revista de Occidente, Madrid, N. 229, junio 2000, pp. 168-170]

«Holístico

1.      De acuerdo con Escribano (1990c: 179) es casi imposible para el lingüista actual no alinearse en uno de los dos bandos de una de las grandes polémicas contemporáneas basada en la psicología: la que enfrente a quienes sostienen concepciones holísticas, esto es, globales, con quienes defienden concepciones modulares, esto es, analíticas. Para los primeros no hay una facultad del lenguaje específica y diferenciada, sino que el lenguaje es una manifestación más de la actividad de unos mecanismos de cognición generales y homogéneos (Skinner, 1957). La segunda concepción es racionalista, conocida sobre todo a través de las obras de Chomsky, y sostiene que la mente tiene una estructura modular altamente diferenciada, constituida por sistemas autónomos regidos por principios específicos de cada dominio que interaccionan entre sí, uno de los cuales sería la facultad del lenguaje.

2.      También emplea Escribano (1990c: 179-80) la dicotomía anterior para aludir a dos estrategias distintas de división del trabajo entre la lingüística y otras disciplinas. La 'holística', de carácter abarcador o imperialista (por ejemplo, las teorías de Petöfi, van Dijk, Hymes, etc.), debe dasr cuenta de la conducta lingüística sin restricciones. En la visión 'modular', de carácter restrictivo (por ejemplo, las teorías de Saussure, Hjelmslev, Chomsky), la lingüística sólo es una de las ciencias que se reparten el dominio epistemológico del lenguaje, junto a la teoría de la comunicación, la psicología cognitiva, la sociología, etc.»

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 287]

«Chomsky define el lenguaje como “la expresión del pensamiento” y para los nuevos empiristas el lenguaje es primordialmente “un instrumento de comunicación”. Por otro lado, el modelo lingüístico que postulan es diferente; para el primero, el lenguaje es un conjunto de sistemas autónomos en el que cada sistema posee principios inherentes de organización que son esencialmente independientes de los principios de otros sistemas. Por ello Chomsky se concreta en el estudio de la estructura del lenguaje, la Sintaxis, que ve como independiente y autónoma.

Esto hace que desde otras vertientes de la lingüística se hable de una competencia lingüística que incluya tanto una competencia comunicativa como la puramente gramatical de Chomsky. Esta competencia comunicativa incluirá tanto modelos de competencia pragmática que den cuenta de las circunstancias de uso del lenguaje, como modelos de percepción que expliquen la inaceptabilidad de muchas oraciones. Incluirá también, y en este caso con una larga y valiosa aportación que procede del campo de la sociolingüística, modelos cuantitativos que precisen los datos reales sobre el uso de las reglas de la gramática. Esta postura, que tuvo su iniciación en los trabajos de Labov, se ha enriquecido, en su formulación de reglas variables, con los aportes de Sankoff y sus colaboradores y hoy constituye una corriente importante de la lingüística dirigida tanto al análisis de hechos fonológicos como sintácticos y del discurso. Todas estas posibilidades que el modelo chomskiano ha relegado al campo de la actuación,  tienen hoy gran relevancia debido, especialmente, a la calidad de sus aportaciones.»

[Amparo Morales de Walters: “Morfosintaxis”, en Introducción a la lingüística actual, de H. López Morales (Coord.), Madrid: Playor, 1983, pp. 57-82]

«Sintaxis, léxico y semántica - Enfoque minimalista

Las restricciones semánticas que intervienen en la construcción de cualquier secuencia se encuentran codificadas en un especie de diccionario interiorizado, conocido con el nombre de “léxico” o “lexicón”, que contiene junto con el inventario de las piezas léxicas la información semántica relevante para construir una oración, por ejemplo, la relativa a las exigencias semánticas que impone un verbo a los sintagmas que coaparecen con él.

Las categorías funcionales también se encuentra almacenadas en el léxico interno de los hablantes. En este caso, no se organizan según exigencias semánticas, sino mediante los rasgos formales que poseen. [...]

El adverbio afortunadamente que encabeza la oración

Afortunadamente, todos decidieron comprarle un regalo a María

no está exigido semánticamente por ninguno de los verbos. Además, presente rasgos especiales que determinan que vaya entre pausas y que pueda, cumpliendo este requisito, situarse en diferentes posiciones de la oración:

Todos decidieron, afortunadamente, comprarle un regalo a María;

Todo decidieron comprarle un regalo a María, afortunadamente.

Para explicar este comportamiento tenemos que tener en cuenta aspectos fonológicos relacionados con la presencia de unas pausas y de una entonación que advierten de la existencia de una estructura especial: los incisos. El nivel fonológico o “Forma Fonética” es el que se encarga de asignar rasgos fonológicos a una secuencia como esta; tales rasgos luego se convertirán, al ser enviados al cerebro, en instrucciones par la actuación de los órganos articulatorios.

Por último, toda oración debe ser interpretada. Con este fin, existe un componente especializado, el semántico-interpretativo, también llamado “Forma Lógica”, encargado de dar cuenta del significado composicional de las oraciones, esto es, del significado de las unidades en sus combinaciones sintácticas. Este nivel también tiene en cuenta la presencia de ciertas palabras, como, por ejemplo, en la oración compuesta, los determinantes todos y un, categorías que contribuyen a establecer los diferentes significados que puede tener una oración.

La interacción de los componentes que hemos visto: el léxico, la estructura sintáctica, el componente fonológico, el morfológico y el semántico conforman nuestro conocimiento o competencia lingüística. [...] La teoría gramatical ha evolucionado desde los primeros momentos de la Gramática Generativa con el objetivo de alcanzar la mayor adecuación explicativa posible. El enfoque minimalista actual propone un modelo de la competencia lingüística en el que los diferentes niveles de análisis gramatical se organizan del siguiente modo (Chomsky 1995):

 

Lexicón

Sistema computacional

Forma Morfológica

 

Forma fonética

(Sistema Articulatorio-perceptual)

Forma Lógica

(Sistema Conceptual-intencional)

 

Partimos del léxicón o diccionario interior que contiene todas las categorías léxicas y funcionales, así como los afijos derivativos, tanto unas como otros con sus rasgos de selección. Del lexicón se extraen las piezas con las que se construyen los sintagmas y las oraciones en el sistema computacional, identificado con el nivel sintáctico de creación de estructuras. Aquí se construyen las secuencias mediante la fusión o unión de dos piezas simples. Esta fusión está constreñida desde el comienzo por las exigencias léxicas, así como por los requisitos de las categorías funcionales. [...]

Del sistema computacional parten dos ramas, una se dirige hacia el nivel fonológico y la otra hacia el interpretativo. El componente o “Forma Morfológica” se sitúa en el camino entre la sintaxis y el nivel de la Forma Fonética. Aquí tienen lugar procesos de reajuste de rasgos formales que obedecen a razones exclusivamente morfológicas y que permiten dar cuenta del orden final que adoptan, por ejemplo, las secuencias de clíticos del español: se me cayó, se lo entregó. Estos reajustes deben ser previos a la materialización de la secuencia en la Forma Fonética, puesto que tienen su reflejo en la estructura material de la oración. Por último, el componente de la Forma Lógica, haciendo uso de un vocabulario formal específico, recoge la interpretación de una oración, teniendo en cuenta no sólo la información sintáctica contenida en la estructura, sino también los procesos que se pueden producir en el propio nivel interpretativo.»

[Rodríguez Ramalle, Teresa María: Manual de sintaxis del español. Madrid: Editorial Castalia, 2005, §1.2]

«Chomsky considera que el objeto de estudio de la lingüística es la forma lingüística pura, sin consideraciones subjetivas y reducida a reglas de tipo matemático. Propone la supremacía y la autonomía de la sintaxis, que en su visión carece de significado. Mi propia postura –que es la postura funcional y cognitiva– constituye la visión opuesta, es decir, que el lenguaje no puede estudiarse aisladamente de otros fenómenos mentales; que no existe en el lenguaje la forma sin contenido y que el lenguaje es uso y por tanto el objeto de estudio es el lenguaje en uso y no la lengua idealizada de un hablante idealizado. El término “significado” es equivalente a “conceptualización” y las distintas formas lingüísticas son simbólicas de distintas conceptualizaciones, pero no tiene cabida en esta visión la idea de transformación (ni de dos estructuras, una profunda y una superficial).»

[Fernández, Susana S.: La voz pasiva en español: un análisis discursivo. Frankfurt a. M.: Peter Lang, 2007, p. 18 n. 12]

Naturaleza y cultura no son  alternativos ni excluyentes. El aprendizaje debe realizarse a través de un esquema de circuitos innatos y lo que es innato no es una serie de rígidas instrucciones para un determinado comportamiento, sino más bien programas que absorben informaciones de los sentidos y dan vida a nuevos pensamientos y nuevas acciones. El lenguaje es un caso paradigmático. Una vez adquirida, una lengua no es un elenco rígido de frases, sino un algoritmo combinatorio que hace posible expresar un número infinito de nuevos pensamientos.