BEDEUTUNG vs. BEZEICHNUNG

Significado vs. Designación

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Lexem / Lexematik / Logik / Sinn vs. Bedeutung  / Begriff / Semiotisches Dreieck / Grammatikalisierung [Kritik von Marcial Morera] / Denotation / Konnotation / Kategorematisch vs. Syntagmatisch / Wortsemantik / Gedanke / Konnotation-Denotation / Semantik / Referenz / Semiotisches Dreieck / / Sinn und Bedeutung bei Gottlob Frege / Sinn und Bedeutung bei Edmund Husserl / Sinn und Bedeutung bei Ludwig Wittgenstein / Gebrauchstheorie der Bedeutung

 

Significado / Significación  vs.  Designación / Denominación

„Zunächst besteht in den historischen Sprachen ein Wesensunterschied zwischen Bedeutung (Sprachwert bzw. -inhalt) und Bezeichnung (Anwendung der sprachlichen Zeichen auf die außersprachliche „Wirklichkeit“). Gewiss existiert dieser Unterschied zwischen Bedeutung und Bezeichnung auch in den Logiksprachen. Doch ist in diesen „Sprachen“ die Bezeichnung das Primäre, und die Bedeutung eines Zeichens ist dort jedes Mal nur ein bestimmter Bezeichnungstypus (z. B. „Buch“ für eine ganz bestimmte Art von Gegenständen), d. h. sie ist eigentlich nur eine verallgemeinerte Bezeichnung. Mit anderen Worten, handelt es sich hier ganz einfach um den Unterschied zwischen der Verwendung eines Zeichens (bzw. eines Ausdrucks) und seiner Anwendbarkeit auf eine wohl definierte Klasse von Gegenständen bzw. „Tatsachen“. In diesen Sprachen bilden eben die zu bezeichnenden „Gegenstände“ den Ausgangspunkt; daher sind die Gegenstände hier von Anfang an „existent“ bzw. „nicht-existent“. In den historischen Sprachen ist dagegen die Bedeutung das Primäre und die Bezeichnung sekundär und ohne im voraus gegebene Beziehung zur Bedeutung. Und die Existenz der Gegenstände ist in ihnen so gesehen gleichgültig, zumal die Bedeutung rational der Unterscheidung zwischen Existenz und Nicht-Existenz und sogar der Konstituierung der „Welt der Gegenstände“ (für welche die Bedeutung Grundlage und Werkzeug abgibt) vorausgeht. Denn die Wörter der historischen Sprachen, zumindest die des primären und rein sprachlichen Wortschatzes, nennen - auf unmittelbare Weise - nicht die „Dinge“, sondern Vorstellungen, intuitiv erfasste quidditates. Jeder Primärausdruck der „natürlichen“ Sprachen entspricht ursprünglich einer νόησις τν διαρετων (einer apprehensio simplex bzw. indivisibilium intelligentia), und keiner fest umrissenen Klasse von Gegenständen oder Tatsachen. In diesen Sprachen benennt man keine schon klassifizierten Gegenstände; im Gegenteil, man klassifiziert dort die Gegenstände (und die „Tatsachen“) unter Bezugnahme auf die Bedeutungen. Deswegen kann die sprachliche Bedeutung zunächst mehreren Arten der Bezeichnung entsprechen; und das ist in den historischen Sprachen sogar der Normalfall. [...] Ebenso verhält es sich mit den grammatischen Funktionen und den als sprachliche Fakten betrachteten Sätzen.“  

[Coseriu, Eugenio: „Logik der Sprache und Logik der Grammatik“. In: ders.: Formen und Funktionen. Studien zur Grammatik. Tübingen: Niemeyer, 1987, S. 7-8]

„Aus allen diesen Gründen sind die aktuellen Versuche, Redakte vom logischen Standpunkt aus zu analysieren, und damit allein schon - wie man hofft - zur Identifizierung und Beschreibung der sprachlichen Funktionen zu gelangen, unangebrachte und nutzlose Übungen, wenn man nur begreift, dass die Sprachen Bedeutungssysteme [sistemas de significación] und keine Bezeichnungssysteme [sistemas de designación] sind sinnlose und verfehlte Übungen, wenn man das nicht versteht, wenn man die historischen Sprachen wie reine Bezeichnungscodes [lenguajes designativos] behandelt und die Ebene der Sprache [plano de la lengua]  mit der der Rede [plano del discurso], den sprachlichen mit dem logischen Inhalt verwechselt.“

[Coseriu, Eugenio: „Logik der Sprache und Logik der Grammatik“. In: ders.: Formen und Funktionen. Studien zur Grammatik. Tübingen: Niemeyer, 1987, S. 21]

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1    Unter „Primärwortschatz“ verstehen wir den nicht-terminologischen Wortschatz.

2       Hegel, Enzyklopädie § 459: „der Name ist das einfache Zeichen für die eigentliche, d. i., einfache, nicht in ihre  Bestimmungen aufgelöste und aus ihnen zusammengesetzte Vorstellung“. In diesem Passus bezieht Hegel sich auf implizit auf Aristoteles, De interpretatione 16a, 10-17.

“Das Argument der Befürworter der Existenz eines Bedeutungskerns gegen ihre Kritiker, das isolierte Wort sei ja nicht ohne Bedeutung, löst die Streitfrage nicht, denn es ist keineswegs geklärt, was unter einem ‘isolierten Wort’ zu verstehen sei, noch, woher dieses ‘seine’ Bedeutung erhielte. Mit Wittgenstein wäre zu sagen, dass ein sprachlicher Ausdruck sich nicht völlig von jeglichem Kontext isolieren lasse. Ein Wort wird verstanden als Wort einer Sprache, als Ausdruck, der einen Platz in einer Grammatik derselben hat. (Vgl. dazu PhU, §§ 199, 432, 514, 525, 583-584, 663; Ph Gr, S. 130f.). Ein isoliert vorgestelltes Wort zu verstehen, heiße etwa, den von ihm ausgehenden Verweisungen auf Sprachspiele zu folgen, in denen es nach allgemeinem Gebrauch verwendet werden könne. «’Ein Wort verstehen’ kann heißen: Wissen, wie es gebraucht wird; es anwenden können.» (Ph Gr., S. 47; PhU, § 525). Das Paradigma des schlechthin isolierten Wortes ist für Wittgenstein der Ausdruck einer Privatsprache. In Bezug auf eine Privatsprache kann jedoch nicht ohne weiteres mehr von einer ‘Sprache’ gesprochen werden. Eine Privatsprache bestünde aus Zeichen, die keinerlei Gebrauch hätten, damit jedoch auch keinerlei Bedeutung.

Das Problems des Bedeutungskerns resultier aus einer bestimmten Sprachbetrachtung. Es wiederholt sich in verschiedenen Sprachtheorien in verschiedener Form, ist nun von einem «signifié» und einem «Designat» oder einem «Akttypus», etc. die Rede. Grundlegend für diese Betrachtungsweise ist die Unterscheidung grammatischer Formen und lexikalischer Inhalt. Ein Ausdruck habe Bedeutung, heißt für jede systematische Sprachbeschreibung, er weise wiederholt auf etwas Bestimmtes. Wittgenstein hingegen unterscheidet nicht systematisch zwischen einem verbalen (Ausdruck) und averbalen (Inhalt) Bereich. In Sprachspielen ist beides miteinander verwoben. Das Problem des Bedeutungskerns stellt sich für ihn nicht, weil er die Bedeutung von Wörtern nicht auf ihre Bedeutung als sprachliche Einheit reduziert. Wörter haben Bedeutung in den Lebenszusammenhängen, in denen sie von Bedeutung sind. Löst man sie, als sprachliche Einheiten, aus diesen Zusammenhängen, so kann streng genommen nicht mehr von Wörtern die Rede sein.

Der pragmatische Zug der Wittgensteinschen Reflexionen liegt somit nicht in der Einführung besonderer, pragmatischer Sprachregeln, die die Restriktionen der Semantik auf eine Kernbedeutung in kontrollierter Weise lockerten oder die den Gebrauch besonderer, pragmatischer Ausdrücke regelten. Die Philosophischen Untersuchungen stellen weder eine Ergänzung semantischer Theorien noch eine Alternative zu ihnen dar. Wittgensteins Kritik an der systematischen Analyse ist die Reflexion ihrer Begrenztheit. ‘Unter Umständen’, zu bestimmten Zwecken, mag es sinnvoll sein, vom tatsächlichen Gebrauch der Wörter abzusehen und mit einem Explikandum und dessen Explikation einen Gegenstandsbereich festzusetzen. Sprachwissenschaftliche Theorien erfinden, um eines überschaubaren Gegenstandes willen, Sprachen – die Sprache ‘L’, diejenige der Sprechakte, u.a. Wittgensteins Kritik an Sprachtheorien ist pragmatisch, insofern er ihren zweckgebundenen, pragmatischen, Charakter im Bewusstsein hält und auf die mit ihrer Funktion als Mittel verbundene Begrenztheit hinweist.”

[Nowak, Reinhard: Grenzen der Sprachanalyse. Tübingen: Gunter Narr, 1981, S. 226-227]

«Bedeutung und Bezeichnung

Während das einfache Zeichen reine Mitteilungs- und Bezeichnungsfunktion hat, eignet dem symbolischen Zeichen eine Bedeutungsfunktion. Leider werden die Begriffe Bezeichnung und Bedeutung häufig durcheinander geworfen, nicht zuletzt auch von Linguisten und gewissen Semiotikern. Nur zu oft wird von „Bedeutung" gesprochen und „Bezeichnung" gemeint. Elisabeth Walther weist zu Recht darauf hin, dass wenn ein Wort mehrdeutig ist, es nicht verschiedene Bedeutungen hat, sondern verschiedene Objekte bezeichnet; so kann zum Beispiel das Wort "Bank" eine Sitzgelegenheit oder ein Geldinstitut bezeichnen. Exemplifizieren wir weiter, so bezeichnet die "Taube" als sprachliches Zeichen eben nichts anderes als diese Vogelart, als Symbol jedoch kann sie in einem Bedeutungszusammenhang stehen mit Frieden und Reinheit, im alten Orient und in der Antike mit Fruchtbarkeit und im Christentum mit Seele und Hl. Geist.»

[Lurker, Manfred: „Zur symbolwissenschaftlichen Terminologie in den anthropologischen Disziplinen“. In: Lurker, Manfred (Hrg.): Beiträge zu Symbol, Symbolbegriff und Symbolforschung. Baden-Baden: Verlag Valentin Koerner, 1982, S. 101]

Designación (lat. designatio ‘indicar con un signo’, cfr. por calco el alem. Bezeichnung) o denominación: Operación que establece una correspondencia o una asociación entre un signo lingüístico y un referente, un concepto, un objeto extralingüístico o, incluso, el mismo signo usado. Se opone a significación: en los ejemplos el vencedor de Jena y el vencido de Waterloo la designación es la misma; lo que cambia es la significación.“ [Cardona, G. R., p. 78]

„Según E. Coseriu, en relación con el análisis del significado, han de tenerse en cuenta los siguientes niveles:

(1)  el nivel de la designación (Bezeichnung), que es extralingüístico. Sería mediante este nivel con el que comprobaríamos la identidad significativa de activo y pasivo 1. A este nivel podríamos indagar, según Coseriu, fórmulas onomasiológicas como agente-acción-objeto, independientes de su exposición en cada lengua, y que no corresponden a ninguna función propia de la gramática;

(2)  el nivel del punto de vista del hablante, nivel lingüístico que se centra en la perspectiva del hablante de una lengua frente a una situación. Este punto de vista puede ser el normal, o el único existente. Sólo el punto de vista puede ser, según Coseriu, activo o pasivo. Así, el esquema onomasiológico actor-acción-objeto, en alguna lengua sólo puede ser activo, en otras sólo pasivo, y en algunas, de ambas formas;

(3)  el nivel del valor lógico de la oración, según Coseriu, puede establecerse mediante una paradigmática de las oraciones, esto es, lo positivo, lo negativo, lo interrogativo, etc. En este nivel no se tratan las cualidades de las acciones en sí mismas, sino, más bien, se da un juicio sobre la existencia, esto es, no se significa la existencia real de la situación, sino que, así como la palabra existe independiente de la realidad extralingüística, del mismo modo existe el significado estructural, gramatical, de una determinada oración respecto a la situación descrita; y

(4)  el nivel del valor informativo de la oración, por medio del cual el hablante enfatiza lo que quiere decir. Un caso de este énfasis es la puesta de relieve mediante el llamado hipérbaton, por ejemplo, Juliam amat Paulus ó Amat Juliam Paulus.

Hechas estas determinaciones, Coseriu critica la primera forma de gramática transformacional porque ésta consideraba el nivel de la designación, el del punto de vista y el del valor lógico de la oración como coincidentes, en parte con razón y en parte sin ella. Con razón, según Coseriu, respecto al nivel lógico de la oración, en donde la sintaxis, dentro del significado de la misma (significado estructural), es idéntica, donde no sólo la situación histórica, sino también el punto de vista puede ser el mismo y donde la diferencia existe sólo referida a la existencia de la situación. Sin razón, respecto al nivel del punto de vista, ya que el juicio no es aquí sobre la existencia de la realidad tomada, sino más bien acerca de otra representación de la situación misma. De esta confusión se deriva, según E. Coseriu, en el primer modelo de gramática generativa, la identificación de agente (A) y el sujeto (S). Agente es un concepto del nivel denominativo y sujeto, un concepto del nivel del punto de vista.“

[Báez San José, Valerio: Introducción crítica a la gramática generativa. Barcelona: Planeta, 1975, pp. 122-124]

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1       Con este ejemplo de Coseriu no coinciden muchos de los representantes de la Escuela de Praga. Si activo y pasivo son dos formas de una lengua, puede establecer en qué son idénticas dos formas activa y pasiva, respectivamente, y en qué difieren. Creo que E. Coseriu parte de la idea de que la única unidad significativa es el lexema; la Escuela de Praga considera, por el contrario, como unidades significativas todas las unidades del lenguaje superiores al fonema, esto es, morfemas, sintagmas, cláusulas y oraciones. Activo y pasivo son dos perspectivas semánticas diferentes de una unidad significativa del nivel superior, la oración.

«Sentido

Los términos ‘sentido’ y ‘significado’ son utilizados como sinónimos por algunos lingüistas. Sin embargo, se pueden encontrar matizaciones.

(1) Véase Triángulo Básico [ver aquí Semiotisches Dreieck - Triángulo semántico o semiótico]

(2) De acuerdo con Lyons (1990: 132 y sgs.) se llama ‘sentido’ a la relación que un lexema mantiene con otros lexemas; por ejemplo, vaca, animal, toro, ternera, etc., son conjuntos de lexemas con diversos tipos de relación de ‘sentido’, también llamadas relaciones léxico-semánticas (sinonimia, antonimia, hiponimia, etc.).  En cambio, la denotación es la relación que un lexema mantiene con entidades, propiedades, situaciones, etc., del mundo extralingüístico, por ejemplo, el lexema o la palabra vaca se relaciona con cierta clase de animales (mundo extralingüístico). Coseriu (1968: 3-16) al ‘sentido’ lo llama significación, y a la denotación, designación. Por tanto, para él habrá relaciones de significación y relaciones de designación. Cf. actualización, cambio léxico-semántico.

(3) Otra distinción entre significado y sentido es la introducida por Prieto. El significado estaría en la langue, en el sistema, mientras que el ‘sentido’ estaría en el habla, en la elocución, en el enunciado, en el que habría que tener en cuenta el contexto. En este caso, ‘sentido’ estaría relacionado con lo que se llama significado discursivo. Wittgenstein (1953: 34) defiende también esta última posición: el ‘sentido’ de una unidad lingüística está en su uso.»

[Alcaraz Varó, Enrique / Martínez Linares, María Antonia: Diccionario de lingüística moderna. Barcelona: Editorial Ariel, 1997, p. 515]