BEDEUTUNG und FUNKTION  

Significado y función

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Bedeutung / Bedeutung und Bezeichnung / Bedeutung und Begriff / Bedeutung  vs. Sinn / Bedeutung  vs. Referenz / Bedeutung und Bezug / Denotation / Konnotation / Kategorematisch vs. Syntagmatisch / Wortsemantik / Gedanke / Begriff / Konnotation-Denotation / Semantik / Referent / Frege, Gottlob / Semiotisches Dreieck / Sinn und Bedeutung bei Gottlob Frege / Sinn und Bedeutung bei Edmund Husserl / Sinn und Bedeutung bei Ludwig Wittgenstein / Gebrauchstheorie der Bedeutung

 

"Von 'Bedeutung' wird im folgenden gesprochen, wenn es um die  Charakterisierung von Modalpartikeln auf rein semantischer Ebene geht.  Bedeutung ist das, was in allen Kontexten konstant bleibt. Die Funktion  hingegen ergibt sich aus dem Zusammenwirken der Bedeutung mit bestimmten Kontextelementen und betrifft die Ebene der Äußerungsbedeutung und des  kommunikativen Sinns. Es ist häufig die Meinung vertreten worden, dass  Modalpartikeln keine isolierbare Bedeutung zugesprochen werden könne (Weydt 1969:60). Diese Auffassung beruht u. a. auf der Tatsache, dass Modalpartikeln  nicht auf Objekte oder Sachverhalte der außersprachlichen Wirklichkeit  referieren. Betrachtet man jedoch die Bedeutung eines sprachlichen Zeichens  in Anlehnung an Wittgenstein (1967:35) als die Regel für seinen Gebrauch,  so lässt sich jedem sprachlichen Zeichen eine Bedeutung zuweisen. Die  Diskussion darüber, ob Modalpartikeln lexikalische Bedeutung haben oder  nicht, betrifft m. E. nicht in erster Linie Eigenschaften von  Modalpartikeln, sondern den zugrunde gelegten Semantikbegriff und ist vor  allem terminologischer Natur."

[Beerbom, Christiane: Modalpartikeln als Übersetzungsproblem. Eine  kontrastive Studie zum Sprachenpaar Deutsch - Spanisch. Frankfurt/M. u.a.:  Peter Lang, 1992, S. 33]

«Lexikalische und textuelle Bedeutung

Die lexikalische Bedeutung eines Sprachzeichens, wie sie das Wörterbuch verzeichnet, ist eine Abstraktion aus den immer verschiedenen textuellen Bedeutungen („Meinungen“), die ein Sprachzeichen in unterschiedlichen Texten hat. Denn im jeweiligen Text wird die Bedeutung eines Sprachzeichens durch die Bedeutung anderer Sprachzeichen in dessen Umgebung determiniert, das heißt, in ihrem Bedeutungsumfang („Extension“) eingegrenzt und in ihrem Bedeutungsinhalt („Intension“) präzisiert. Die determinierenden Faktoren können entweder im (sprachlichen) Kontext oder in der (nichtsprachlichen) Situation enthalten sein. Kontext und Situation sind in ihren Determinationsleistungen grundsätzlich äquivalent. Die Grammatik stellt nun Anweisungen bereit, aus denen der Hörer entnehmen kann, welches für ein gegebenes determinationsbedürftiges Sprachzeichen („determinandum“) das spezifisch geeignete determinationskräftige Sprachzeichen („determinans“) ist, das mit jenen zusammen ein DETERMINATIONSGEFÜGE im engeren Sinne bildet. Bei einem solchen Determinationsgefüge nennen wir das determinationsbedürftige Element die DETERMINATIONSBASIS, das zugehörige determinationskräftige Element ihre DETERMINANTE.»

[Weinrich, Harald: Textgrammatik der deutschen Sprache. Unter Mitarbeit von Maria Thurmair, Eva Breindl und Eva-Maria Willkop. Hildesheim: Olms, 4., revidierte Auflage 2007, S. 21]