BACHTIN, MICHAIL MICHAILOVICH  

Bajtín, Mijail Mijailovich

(Recop.) Justo Fernández López

 

Bachtin, Michail Michailovich (engl. Bakhtin, Mikhail Mikhailovich) (1895‑1975)

Russ. Sprach- und Literaturtheoretiker, Philosoph.

Nach dem 1918 in Petersburg abgeschlossenen Studium der Altphilologie entwickelte B. in den Jahren der sowjetischen Kulturrevolution seine theoretischen Grundpositionen u. a. in Studien zu Freud und zum Marxismus, die z. T. unter dem Namen von Freunden erschienen.

1929 publizierte er seine erste Studie zu Dostoevskij (Probleme der Poetik Dostoievskijs), im gleichen Jahr wurde er aus politischen Gründen verhaftet und nach Kasachstan verbannt. Lange Jahre durfte er nur in der Provinz leben, wo er als Bibliothekar, Lehrer, Dozent und Privatgelehrter die bis in die 50er Jahre andauernden stalinistische Säuberungsaktionen überlebte, jedoch kaum Publikationsmöglichkeiten hatte. Erst Anfang der 60er Jahre wurde er politisch rehabilitiert und von ehemaligen Schülern aus der Obskurität gerettet. Mit der zweiten Auflage des Dostoevskij‑Buchs und der Veröffentlichung von Rabelais und seine Welt 1965 (1940 als Diss. zunächst abgelehnt) konnte B. zunehmend nationalen Ruhm erlangen, der sich v. a. postum in den 80er Jahren durch wichtige Übersetzungen und Interpretationen (v. a. von J. Kristeva und T. Todorov sowie M. Holquist) international ausweitete. Diese ließen den akademischen Außenseiter zum Modetheoretiker, gar zum Begründer einer neuen Literaturbetrachtung, der Dialogizität, werden, die im Karnevalismus ihre ursprünglichste Ausprägung erhält.

B. ist, im Sinne seiner eigenen Theorien, bewusst kein schematischer Denker. Er wollte mit seinen Forschungen das geisteswissenschaftliche Äquivalent zu Einsteins Relativitätstheorie entwickeln, in der Erkenntnis, dass es keine absolute Sinnhaftigkeit mehr gibt, dass Bedeutung nur in Relationen begriffen werden kann und entscheidend von der Position des Betrachters abhängt. Vorläufige Erkenntnis können nur in einem nie abgeschlossenen Dialog zwischen dem Selbst und dem Anderen gewonnen werden (Alterität). Ein Ende des Dialogs, Monologizität, impliziert einen gleichmacherischen Totalitarismus.

B.s Theorien lassen eine lebenslange Auseinandersetzung mit dem dogmatischen Marxismus und dem lebensbedrohenden Stalinismus erkennen. Sie stehen ferner in einem engen Spannungs‑ und Anregungsverhältnis zum Strukturalismus de Saussurescher Prägung und zum Russ. Formalismus. Anders als diese Richtungen weist B. der parole, der Diachronie und dem außensprachlichen Umfeld bes. Bedeutung zu, indem er jede Stimme (als Wort, Äußerung, Text) nicht nur als dynamischen Spannungspol im Zentrum vielschichtiger intertextueller Bezüge sieht, sondern darüber hinaus auch als Schnittstelle soziokultureller Strömungen und Diskurse versteht. Jede Stimme ist teils offen, teils verdeckt durch vorherige und andere Stimmen beeinflusst; sie ist auf ein Gegenüber gerichtet, auch wenn dies erst ein zukünftiges, noch unbekanntes ist. Entsprechend leugnet B. die Vorstellung eines autonomen Ich. Das Selbst formt sich und wird geformt in der Selbstreflexivität und in der Reflexion auf andere, in der dialogischen Existenz. Als Mikrokosmos der mehrstimmigen Welt der Heteroglossie erkannte B. die Romane Dostoevskijs, in denen er eine galileische Wende menschlichen Denkens ausmachte. Mit dem Rückzug des Autors, der nur mehr eine Stimme unter vielen ist, sprechen die Charaktere der Romane für sich selbst. Die Referenzvielfalt spiegelt nicht allein ein demokratisches Bewusstsein, sondern der polyphone Text stellt seinerseits einen wichtigen Markierungspunkt in der Geschichte des menschlichen Bewusstseins dar, hin zu der zunehmenden, sich aber keinesfalls kontinuierlich entwickelnden Fähigkeit zur Selbstreflexibilität und zum Dialog mit dem Anderen. Der polyphone Roman im Sinne B.s greift die alle Ordnung und Autorität unterminierende Kraft des karnevalesken Lachens auf, die B. auch in den Werken Rabelais, der Menippeischen Satire und im Schelmenroman erkannte. Anhand von »Chronotopen« (d.h. dem raumzeitlichen Arrangement des Romangeschehens und typischen Motiven wir Narr, Schelm, Schurke oder Idylle) zeigt B. auf, wie überzeitliche literarische Topoi jeweils spezifische historische Ausprägungen erfahren und in die Episteme einer Epoche eingebettet sind. Als monologisch (und somit autoritär, dogmatisch und konservativ) lehnt B, die Romane Tolstojs ab, ebenso Epos und Lyrik, die er als Produkte einer autoritätszentrierten Mentalität (zu einseitig) deutet.

Das unsystematische Werk B.s kann in immer neuen Übersetzungen und Deutungen noch an Wertigkeit gewinnen. Dabei mögen sich die zunächst überzeichneten Konturen einer Philosophie des radikalen Relativismus und Skeptizismus auflösen. Ebenso mag B. als exotischer Advokat einer lustbetonten Lachkultur des Karnevalesken in den Hintergrund treten. In den Vordergrund schieben könnte sich B.s Vision einer offenen Dialogizität.“

[Nünning, Ansgard (Hg.): Metzler Lexikon Literatur‑ und Kulturtheorie. Stuttgart ‑ Weimar, Metzler, 1998, p. 32-33]

Bachtins Werk ist eine geniale Sackgasse», diese spontane Äußerung eines der Teilnehmer des Moskauer Bachtin-Symposions im Februar 1993 (Sergej Senkin) könnte man vielleicht als ein unverbindliches Aperçu unbeachtet lassen. So geschah es auch in der Tagung, wo diese Bemerkung durch die nachdrückliche Replik eines anderen Diskussionsteilnehmers (Wadim Ljapunow) blitzartig entschärft wurde: „Jawohl, aber es fragt sich dann, warum eine geniale?“

Der Nachlass des großen russischen Gelehrten und Denkers Michail Michailovitsch Bachtin (1895-1975) wird in der letzten Zeit immer skrupelloser nach seinem wissenschaftlichen Wert und kognitiven Potential befragt. Eine intensive Auseinandersetzung mit Bachtin läßt auch skeptische Stimmen immer lauter werden. So kommt bei Wadim Linjetzkij 1994 in seiner Studie "Anti-Bachtin - das beste Buch über Wladimir Nabokow" in Anwendung an Bachtins Theorien dasselbe Wort - "eine Sackgasse" – wieder, allerdings diesmal ohne "rettend-milderndes" Attribut "genial".

Die Zugehörigkeit von Bachtins Ideen des Dialogs, des Karnevals, des Chronotopos sowie der Romantheorie zum Gemeingut des europäischen humanitären Wissens ist z. Z. eine unumstrittene Tatsache. Bachtins Bücher über Rabelais und Dostojewskij sind bereits Klassiker des neuzeitlichen literaturwissenschaftlichen Diskurses geworden. Ob jedoch Bachtins ästhetische Lehre, die in ihrem Kern in den zwanziger und dreißiger Jahren, zum Teil im Exil, in einer Atmosphäre der ideologischen Unfreiheit, in einer relativen, bis Anfang der 1950er Jahre immer wachsenden Isoliertheit von europäischen Geistesströmungen entstand, nun für unsere postmoderne Zeit, für die Wissenschaft nach dem 2. Weltkriege ein immer noch lebendiges Erbe bleiben kann, ist die Frage.

Die auf der "Dialogizitätsästhetik" Bachtins aufbauende mit Julia Kristeva 1967 in Westeuropa und den USA einsetzende reichhaltige Tradition der Intertextualitätsforschung scheint eine eindeutig positive Antwort auf diese Frage zu liefern.

Die junge bulgarische Semiotin lernte Ende der 1960er Jahre zwei eben erschienene Bücher Bachtins in Russisch kennen und bringt Bachtins Namen als erste in den Westen, indem sie über Bachtin in Roland Barthes Seminar in Paris referiert. Durch Bachtins' Überlegungen zum immanent dialogischen, polyphonen Charakter eines jeden gesprochenen bzw. geschriebenen Wortes wird Kristeva besonders angeregt. So lesen wir bei Bachtin:

"Jedes Wort (jedes Zeichen) eines Textes führt über seine Grenzen hinaus. Jedes Verstehen ist das In-Beziehung-Setzen des jeweiligen Textes mit anderen Texten /.../ Der Text lebt nur, indem er sich mit einem anderen Texte berührt. Nur im Punkt dieses Kontaktes von Texten erstrahlt jenes Licht, das nach vorn und nach hinten leuchtet, das den jeweiligen Text am Dialog teilnehmen lässt".

Bachtins Dialogizitätskonzept macht Kristeva zum Grundstein ihrer Intertextualitätstheorie, die, allgemein gesprochen, das umschreibt, „was sich zwischen Texten abspielt, d.h. den Bezug von Texten auf andere Texte“. So schreibt Kristeva 1967: "[...] jeder Text baut sich als Mosaik von Zitaten auf, jeder Text ist Absorption und Transformation eines anderen Textes".

Die knappen drei Jahrzehnte der Intertextualitätsdebatte und Intertextualitätsforschung setzen besonders in Frankreich, den USA und Deutschland ein großes heuristisches Potential dieses Begriffs - wohl Leitbegriffs der postmodernen Geisteswissenschaft - frei.

Mit Gerard Genette und Ulrich Broich/Manfred Pfister bekam die Intertextualitätstheorie einen konzis und detailliert ausgearbeiteten Begriffsapparat. Die intertextuellen Bezüge wurden in meta-, para-, hyper- und architextuelle differenziert. Es kommen dazu mit Referenzialität, Kommunikativität, Autoreflexität, Strukturalität, Selektivität u.a. Kriterien für "Abmessung" der Intensität intertextueller Verweise. Verschiedene Grade der Markierung von Intertextualität und Rezeptionsorientiertheit der intertextuellen Mechanismen werden aktiv erforscht.

Es entstehen naturgemäß Divergenzen in der Deutung des Textbegriffs bzw. des Intertextbegriffs. So hält man im Gefolge Kristevas am poststrukturalistischen Postulat des sich selbst reproduzierenden "offenen Textes" und damit des "universalen Intertextes" fest (wie Roland Barthes und Charles Grivel). Andererseits kann man sich einem eher traditionell strukturalistischen restriktiven Text- und Intertextbegriff verpflichten (Renate Lachmann, Gerard Genette). Die benannten Divergenzen ändern jedoch wenig an der Tatsache einer immensen Produktivität der Intertextualitätstheorie.

Selbst in den jüngsten Arbeiten zur Intertextualität, seien es theoretische (Holthuis, Helbig, seien es Fallstudien (Hebel, Rüdiger), bleibt eine Bezugnahme auf Bachtin als eine obligatorische Respektgeste am Anfang nie aus. Es wird jedoch von den Forschern selbst kaum geleugnet, dass sich die heutige wissenschaftliche "Intertextualitätsindustrie" wie sie auch geprägt sein mag, strukturell oder poststrukturell, nun "weitgehend abgekoppelt von den Bachtinschen Texten vollzieht".

Zum Ersten war ja der Dialogizitätserfinder Ende der 1920er Jahre einer der schärfsten Angreifer des russischen Formalismus, eines Vorboten des europäischen Strukturalismus. Anfang der 1970er Jahre, am Ende seines Lebens, distanziert sich Bachtin dezidiert auch von modernen Strukturalismusströmungen.

Zum Zweiten hielt Bachtin immer an der Instanz einer "künstlerischen Gestaltungsabsicht" des Autors fest. Diese Instanz wird bei ihm einer im 19. Jahrhundert wurzelnden, nun altmodischen russischen Tradition gemäß als eine weiter unzerlegbare Einstellung des ästhetischen Subjekts zu Werten des "Wahren, Guten und Schönen" verstanden. Wenn man dabei an den „Tod des Subjekts“ M. Foucaults oder an den "Tod des Autors" R. Barthes' denkt, beides gewisse Ausdehnungen der Intertextualitätstheorie, wird ersichtlich, inwieweit Bachtins Denken vom poststrukturalistischen Diskurs abweicht.

Ganz evident wird der benannte Unterschied im jüngsten Versuch W. Linjetzkijs, Bachtins Texte einer dekonstruktivistischen Analyse zu unterziehen. Ein russischer Derrida-Jünger "dezentriert" folgerichtig Bachtins Überlegungen zum Karneval, Dialog und Chronotopos und meint damit die Dialogizität als eine „äußerst monologische, totalitäre Sprache“ desavouiert zu haben. Bachtin wird also mit Hilfe eines Forschungsinstruments be- und verurteilt, zu dessen Herausarbeitung er über Kristeva Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre beigetragen hat.

Bachtins "Dialogizität" und strukturalistisch-poststrukturalistische Intertextualität sind also zwei ziemlich weit auseinanderliegende Sachen und, streng genommen, absolut inkompatibel. Eine Kritik an der Intertextualitätstheorie seitens "puristischer" Bachtineiferer z. B. die Russen Vitalij Machlin, A. Kusnetzow, S. Averintzew oder Versuche, mit einer Berufung auf den "echten" Bachtin das moderne Intertextualitätsverfahren zu "revidieren" (wie beim Holländer Gruettemeier) vermögen nun an der längst aus sich selbst schöpfenden "Intertextualitätsindustrie" wenig zu ändern. Wenn eine Lokomotive mit Volldampf dahinsaust, was hilft's, ihr nachzusagen, ihr Modell wäre ursprünglich ein anderes gewesen oder sie fahre auf einem falschen Gleis?

Wenn auch missdeutet und missverstanden, wurden Bachtins Ideen dem Korpus der Intertextualitätstheorie fest einverleibt. Mit dieser Theorie, und das bleibt unwiderlegbar, wurde der Literaturwissenschaft der Nachkriegszeit eines der besten Instrumente besonders zur Erforschung der modernen und postmodernen Dichtung in die Hand gelegt.

Wenn man vom Florieren der Intertextualitätsforschung im Westen weiß, erscheint das Ausbleiben einer vergleichbaren theoretischen und methodologischen Aufwertung von Bachtins Ideen in seiner Heimat beinahe verblüffend. Wenn in den 1960er, 1970er Jahren, in der Zeit der ideologischen Unfreiheit eine offene Berufung auf den Exilwissenschaftler nur mit Vorbehalt und unter gewissen Modalitäten möglich war, so steht seit der politischen Wende einer produktiven Bachtinrezeption bzw. einer Weiterentwicklung Bachtinscher Ideen eigentlich nichts mehr im Wege.

Allerdings setzt besonders seit Ende der 1980er Jahre explosionsartig eine intensive Auseinandersetzung mit Bachtins Nachlass ein, die 1995 im Bachtins Jubiläumsjahr ihren Höhepunkt erreicht, sich z. T. als eine autonome Richtung des humanitären Wissens also als "Bachtinistik" / "Bachtinologie" konstituiert und in manchen Ausprägungen recht kuriose Formen einer "Bachtinomanie"  bzw. einer "Bachtintollheit"  annimmt. Die ganze Diskussion brachte jedoch keine produktive Ausdehnung Bachtinschen Ideenguts auf den literaturwissenschaftlichen Bereich, kein plausibles greifbares, methodologisch operationalisierbares Forschungsinstrument für die Praxis der Literaturwissenschaft.

Sollen nun Ideen des Geisteswissenschaftlers Michail Bachtin ausgerechnet in Russland unfruchtbar bleiben, wo man schon von der Sprache her ein viel besseres Verständnis seiner Werke hat? Die Metapher einer "Sackgasse" signalisiert nun eine wirkliche, deutlich feststellbare Krise in der russischen Bachtinrezeption. Wodurch kann das bedingt sein?

Wenn man die Sachlage analysiert, stößt man auf wenigstens drei Gründe für die benannte Krise. Sie kann mit Bachtin selbst zusammenhängen, sie kann ja auch an der aktuellen Beschaffenheit der russischen Geisteswissenschaften und/oder an der heutigen Zeit liegen.

Zum Ersten mangelt es Bachtinschen Texten, bei aller stilistischen Brillanz und hochgradiger Artistik der Aussage an klarer Begrifflichkeit. Seine Schlüsselkategorien "Dialog", "Karneval", "Polyphonie", in mehreren Werken Bachtins aus verschiedenen Schaffensperioden präsent, bleiben nach ihrem Begriffsinhalt und ihrem Begriffsumfang nicht immer gleich. Bachtins Lehre an sich , konkret sein Dialogizitätskonzept, sind nicht frei von Widersprüchen. Der Nachlass Bachtins, der nun endlich in seinem ganzen Umfang vorliegt, müsste vielleicht vorerst in seinem diachronen, wie in seinem synchronen Ausmaß systematisiert werden. Bis dahin fühlt man sich in einer "praktischen" Anwendung und in einer "Weiterentwicklung" Bachtinscher Ideen etwas gehemmt.

Zum Zweiten muss gesagt werden, dass an russischen Geisteswissenschaften von jeher eine Tradition der strengen disziplinären Einteilung haftet. Grenzen zwischen Philologie, Soziologie, Philosophie, innerhalb der Philologien - zwischen Sprach- und Literaturwissenschaft, auch innerhalb der Literaturwissenschaft - zwischen Theorie der Literatur und Literaturgeschichte bleiben deutlich gezogen. Dies lässt sich heute auch in der Hochschulpraxis an einer zumal minutiösen Differenziertheit von Studiengängen und Instituten an den humanitären Fakultäten oder in den Prinzipien der Systematisierung der Bibliotheksbestände beobachten.

Bachtin, der sich eher als einen auf den literaturwissenschaftlichen Diskurs angewiesenen Philosophen sah, seine Dialogizitätslehre als "Metalinguistik" bezeichnete und demgemäß Grenzen zwischen Disziplinen stets überschritt, erscheint nun erst recht als eine "harte Nuss" für die an interdisziplinäres Denken nicht gewöhnte russische Geisteswissenschaft. Für Kulturwissenschaftler und Philosophiehistoriker bleibt er eher ein Literaturwissenschaftler, für Literaturwissenschaftler erscheint er daher stets als "zu philosophisch".

Insbesondere Textlinguisten und Sprachwissenschaftler scheinen mit dem "philosophisch" geprägten "Dialog"-Konzept Bachtins wenig anfangen zu können. Die jüngsten interpretatorischen Ansätze zeigen, dass für die russische Sprachwissenschaft z. Z. die vom Westen importierten Kategorien der Intertextualität, der Rezeptionsästhetik, der Hermeneutik viel brauchbarer im Sinne von „handlicher“ erscheinen, als Bachtins "Dialogizität", die zwar am Rande pietätvoll erwähnt, in den Forschungsprozess aber nie eingebracht wird.

Zum Dritten muss nun zuletzt gesagt werden, dass im gegenwärtigen Russland vielleicht noch nicht die rechte Zeit für eine produktive "Weiterführung" Bachtinscher Theorien gekommen ist.

In dieser Hinsicht scheint mir ein Interview Julia Kristevas interessant zu sein, das sie 1995 der bachtinistischen Zeitschrift "Dialog. Karnaval. Chronotop" gewährte und in dem sie über das Entstehen ihrer Intertextualitätstheorie erzählte. Von den "revolutionären" Ideen Bachtins fasziniert, wollte sie den russischen Denker dem westlichen Publikum "vorstellen". Auf zwei Momente ihrer Bachtinrezeption verweist die Wissenschaftlerin des weiteren mit einem besonderen Nachdruck.

Erstens interessierte sie Bachtin nicht "an sich", sondern als etwas, was sich in den "Kontext" ihrer eigenen Gedankengänge gut einordnen ließ, also, als ein Ferment, das in einen schon von sich aus "gärenden" Prozess des Paradigmenwechsels im französischen Strukturalismus Ende der 1960er Jahre geratend, diesen Prozess zu intensivieren verhalf.

Zweitens unterstreicht Kristeva, daß sie keine Scheu davor hatte, von einer Buchstaben-Wörtlichkeit der Bachtinschen Ideen abzuweichen, wo sie ihr als veraltet oder als der Zeit unangemessen vorkamen. So nimmt sie z.B. bewusst eine "Entstellung" der Instanz des "Anderen" Bachtinscher Dialogizität vor, indem sie diese Instanz durch eine Freudsche Implikation (das "Unheimliche") komplementiert, sie tatsächlich bereichernd. Daher auch ein Ablassen von der genuin Bachtinschen "Dialogizität" und ein Einsatz des eigenen Terminus - "Intertextualität". "Auf diesem Boden hat sich nun ein zeitweise chaotischer und verwickelter, jedoch ohne Zweifel ein reichhaltiger und vielfältiger kreativer Prozess entfaltet", so Kristeva zuletzt.

Mit anderen Worten, um in einen produktiven lebendigen Schaffensprozess eingeschaltet zu werden, müssten Bachtins Ideen auf den jeweiligen Zeitgeist und auf die spezifischen Bedürfnisse der nationalen Wissenschaft bezogen werden. Zweitens müssten sie wahrscheinlich produktiv umgestaltet, rekonstruiert werden.

Wenn man nun auf die russische Auseinandersetzung mit Bachtin zurückschaut, sieht man die zeitgenössische Bachtindebatte zwischen zwei Extremen pendeln. Einerseits eine bedingungslose unkritische Annahme, Kanonisierung, ja beinahe Sakralisierung seines geisteswissenschaftlichen Nachlasses. Andererseits wachsende Bachtinskepsis, Bachtinmüdigkeit, bis zu einer nihilistischen Revolte gegen Bachtin, die in einer Herabsetzung seines Ideenguts mündet (Grois, Bosenko, Linjetzkij). Beide Extreme sind m. E. deutliche Merkmale eines "Erbkomplexes", beide sind in ihrer Ausdehnung nichts als eine "Sackgasse".

Einige Studien der letzten zwei Jahre zum wissenschaftlichen Ursprung Bachtinscher Ideen, in denen Konzepte des Dialogs, Karnevals, Chronotopos, des polyphonen Romans, in den Kontext der russischen und europäischen Geisteswissenschaft gestellt, auf ihren objektiven wissenschaftlichen Wert und ihr kognitives Potential befragt werden, scheinen einen gewissen "mittleren" Weg zwischen zwei Extremen eingeschlagen zu haben. Auf diesem Wege wird vielleicht auch für das Bachtinsche Ideengut einmal eine "Wiedergeburtsfeier" möglich sein, die, wie Bachtin fest glaubte, für eine jede echte Sinneinheit der Kultur künftig zu erwarten ist.

[© Larissa N. Polubojarinowa (St. Petersburg): „Intertextualität und Dialogizität: Michail Bachtins Theorien zwischen Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft“.  In: Internet-Zeitschrift für Kulturwissenschaften. 3. Nr. 3, März 1998]

Bachtin (esp. = Bajtín) fue un precursor de la pragmática y de la teoría de la conversación. Es un postformalista en pleno apogeo del formalismo ruso; es admirable leer en pleno postestructuralismo sus teorías y sus críticas a la lingüística de F. de Saussure: Es una ficción científica presentar esquemáticamente en la comunicación discursiva al hablante y al oyente como si éste sólo le correspondieran los procesos pasivos de recepción y la comprensión igualmente pasiva, viene a decirle a Bajtín al lingüista suizo. Para Bajtín la comunicación es activa, está preñada de respuesta y de alguna manera la genera: el oyente se convierte en hablante. No hay palabra sin respuesta, la esfera de la verdadera vida de la palabra es la relación dialógica, de tal modo que las relaciones entre autor y lector, hablante y oyente, emisor y receptor, se modifican en el proceso mismo de la comunicación. El diálogo cubre toda la comunicación verbal. La palabra, el enunciado, su contenido, dependen de la situación de enunciación y de la respuesta del oyente. De camino hacia su sentido y expresión pasa la palabra por el campo de las palabras y los acentos ajenos, en consonancia o en disonancia con sus distintos elementos; y en ese proceso dialógico puede llegar a modular el aspecto y el tono estilístico. Los textos nunca son monológicos, siempre están poblados de voces ajenas.

"La historia de Bajtín es la historia de la recuperación tardía de un personaje que surge de los años oscuros de la Unión Soviética y llega hasta Occidente para irse revelando poco a poco en su grandeza intelectual. Gran parte de él sigue siendo un misterio; la atribución o la participación en algunas obras sigue siendo motivo de discusión. Sus dos obras capitales, las dedicadas a Dostoievski y a Rabelais muestran una cierta forma de ser, sobre todo si tenemos en cuenta los momentos históricos, el contexto en los que las realiza.

A diferencia de otros grandes personajes de este siglo que no tienen necesidad de ser interpretados por la claridad de su obra, en el caso de Bajtín nos encontramos con versiones muy diversas, incluso contradictorias. Como señalaba irónicamente el crítico David Lodge, "el pensamiento de Bakhtin tiene tantas facetas y es tan fértil, que está inevitablemente abierto a que otros lo colonicen” ("Después de Bakhtin", en Culler, Derrida et al. La lingüística de la escritura, Madrid, Visor, 1989, pp. 99). Es importante señalar esto porque, efectivamente, ha habido intentos de apropiación de Bajtín, también en el ámbito hispánico, tratando de llevarlo a senderos que probablemente nunca hubiera querido —ni obligado— recorrer. A Bajtín hay que interpretarle bajtinianamente, buscando sus diálogos, las relaciones dialógicas presentes —por qué no— en su propia obra.

La obra motivo de esta reseña, La estilística de la novela en M.M. Bajtin. Teoría y aplicación metodológica, puede que sea una de las más completas introducciones y explicaciones de la obra de Bajtín en nuestro idioma. La profesora Pampa O. Arán y María del C. Marengo y M.  Candelaria de Olmos, sus colaboradoras en este trabajo, han realizado un completo estudio de la obra bajtiniana, modélico en su claridad expositiva y estructuración.

No era fácil. De hecho, la producción de Bajtín se encuentra, además de en las dos obras clave sobre Dostoievski y Rabelais, dispersa por artículos y borradores, papeles de trabajo, bosquejos con diversos grados de elaboración, notas personales. Lograr articular una exposición sistemática y coherente y, además, respetuosa tiene un gran mérito. Es importante, además —y esto se olvida con demasiada frecuencia—, el grado de encubrimiento que pueda existir en sus escritos por efecto de la rígida censura y control de la vida intelectual soviética de aquellos años. Bajtín fue prácticamente un desconocido, no ya en Occidente, sino en su propia patria para la gran mayoría. Silenciado y silencioso, su obra requiere en ocasiones, como señalábamos antes, ser leída e interpretada a la luz de ese contexto político en el que un desliz podía costarle a alguien la carrera académica o el exilio, por no señalar posibilidades más dramáticas. Falta por realizar una biografía de Bajtín, elemento indispensable para la interpretación total de su obra. Faltan por esclarecer facetas de su personalidad que, probablemente como tantos otros de su época, tuvo que disimular u ocultar.

Esta obra esta dividida en dos partes bien diferenciadas. En la primera se aborda la realización de una síntesis estructurada del pensamiento bajtiniano. Aquí podemos encontar todo el aparato teórico del autor. La segunda parte supone la aplicación de los conceptos de la primera a una obra literaria: La invención de Morel, de Bioy Casares. Es en esta segunda parte en donde se revelan algunos de los problemas que la propia obra de Bajtín crea desde sus propios planteamientos.

Bajtín no trató de desarrollar un método de análisis; le interesaba más el problema de los "géneros" que el de los casos concretos. Más bien trató de dibujar un marco conceptual, desarrollando un corpus teórico, un conjunto de ideas que le permitieran explicar el conjunto.  Es decir, las ideas plasmadas por Bajtín son lo que podemos calificar como ascendentes; se condensan desde una serie de obras que él utiliza para elaborar una teoría general. Convertirlas en método, significa hacerlas recorrer un camino descendente, por continuar con la metáfora.  Las obras literarias le sirven a Bajtín para ahondar en lo social; la filología, el análisis crítico es el primer paso, el primer peldaño en el ascenso. Si Bajtín elaboró un método fue para tratar de analizar la realidad, lo humano, lo social, en última instancia.

Para tratar de ilustrar este constante problema metodológico que plantea la misma obra bajtiniana en su conjunto, reproducimos parte del comienzo del segundo capítulo de la obra, firmada por Voloshinov, El marxismo y la filosofía del lenguaje, por considerarlo especialmente pertinente en esta cuestión, ya que refleja esa tensión entre lo particular y lo general, entre el elemento concreto y el sistema. En el capítulo se debate precisamente la relación entre los fenómenos aislados y las superestructuras.

El establecimiento de un nexo entre las bases y un fenómeno aislado, sacado del contexto ideológico global, no tiene ningún valor cognoscitivo. Ante todo es indispensable determinar la significación de un cambio ideológico dado en el contexto de la ideología respectiva, tomando en cuenta el hecho de que toda el área ideológica representa una totalidad, la que reacciona mediante todos sus componentes a los cambios en las bases.  Por eso una explicación debe conservar todas las diferencias cualitativas entre las áreas en interacción, siguiendo todas las etapas por las cuales el cambio atraviesa. Sólo bajo esta condición el resultado del análisis no registrará tan sólo una correspondencia externa de dos fenómenos eventuales pertenecientes a planos distintos, sino que mostrará el proceso de una generación dialéctica efectiva en una sociedad, proceso que se inicia en las bases y culmina en las superestructuras.

Al subestimar de la especificidad del material de los signos ideológicos, se simplifica el fenómeno ideológico: en éste se toma en consideración y se explica o bien el aspecto racional del contenido (por ejemplo, el sentido cognoscitivo directo de alguna imagen artística: Rudin como «hombre superfluo»), y este aspecto se relaciona con las bases (por ejemplo: la nobleza se arruina, de ahí que el «hombre superfluo» aparezca en la literatura).  0 bien, por el contrario, ponen de relieve sólo un momento externo y técnico de un fenómeno social (por ejemplo, la técnica de una obra arquitectónica o la técnica química de las pinturas), y este aspecto se deriva directamente del nivel técnico de la producción.  En las dos maneras de hacer derivar la ideología de las bases se pasa igualmente por alto lo esencial del fenómeno ideológico. Si bien la correspondencia establecida sea correcta, si bien los «hombres superfluos», en efecto, hicieran su aparición en la literatura junto con el hecho de que la economía nobiliaria empezara a tambalearse, en primer lugar, todo esto no quiere decir que los correspondientes trastornos económicos generaran, mediante una causalidad mecánica, a los «hombres superfluos» en las páginas de una novela (salta a la vista el absurdo de una suposición semejante) y, en segundo lugar, la correspondencia en sí no tiene ningún valor cognoscitivo si no se aclara antes el papel específico del «hombre superfluo» en la estructura artística de una novela, así como el papel específico de la novela en la totalidad de la vida social.

Está claro que entre las transformaciones económicas y la aparición del «hombre superfluo» en la novela hay un camino muy largo que recorrer y que pasa por toda una serie de esferas cualitativamente diversas, cada una de las cuales posee sus leyes específicas y su singularidad. Está claro que el «hombre superfluo» no surgió en la novela autónomamente, sin relación alguna con otros elementos de la novela; por el contrario, la novela en sí se reestructuró como un todo orgánico e íntegro sometido a leyes específicas.  Todos los demás elementos de la novela -su composición, su estilo, etc- se reestructuraron respectivamente. Pero aun esta reestructuración orgánica de la novela se llevó a cabo asimismo en una estrecha relación con los cambios en todo el sistema de la literatura.

Valentin N. Voloshinov, El marxismo y la filosofía del lenguaje, Madrid, Alianza, 1992 pp. 41-43

Se puede comprobar en el texto la preocupación existente por el carácter sistémico de cualquier cuestión que se plantease para su análisis. Cuando se dice que Bajtín es más que un lingüista, que es más que un crítico literario, que es más que..., se está resaltando precisamente esa característica tan personal suya de trascender los enfoques parciales en busca de formulaciones más amplias. Esto no significa que Bajtín desprecie lo concreto, ni mucho menos. Más bien sucede lo contrario, al ser para él el signo —en el sentido más amplio, que va de la "palabra", el lenguaje, a la obra literaria— un elemento material sintomático de la cultura. Parte de su acerada crítica a los formalismos se deriva, precisamente, de esta imposibilidad de aislar el signo, de detenerlo y extraerlo del proceso dinámico general al que responde y que solo se resuelve en un orden superior, que es el de la Cultura.

Desde estos condicionamientos, el análisis literario con una perspectiva bajtiniana es complicado por la sencilla razón de que él buscaba las respuestas en ese nivel superior, en el cultural. El análisis realizado por las autoras de la obra es meritorio por la dificultad de trabajar con las teorías bajtinianas al completo sobre un texto único, el de Bioy, obra que ha generado un abanico amplio de interpretaciones. Esto no significa que haya que renunciar a utilizar las teorías bajtinianas para explicar los casos particulares, sino -simplemente- que hay que tener en cuenta la distancia desde la que hace sus propuestas finales, su carácter evolutivo y cultural.

Como conclusión, nos encontramos ante una importante contribución a la bibliografía hispana sobre un autor rico y complejo, cuya importancia como punto de referencia explicativa de ciertos fenómenos —del lenguaje a la literatura, del ser humano a la Cultura— va creciendo.  Todo lo que trate de llevarlo un paso más allá, sea bienvenido."

[Joaquín Mª Aguirre Romero - Universidad Complutense de Madrid - 24/07/99.

El URL de este documento es http://www.ucm.es/info/especulo/numero12/est_bajt.html]

"Aproximación a Bakhtin (Pavel Medvedev y Valentin Voloshinov)

«Ser significa comunicarse (dialógicamente). Ser significa ser para otro y a través de otro para sí mismo. El hombre no dispone de un territorio soberano, sino que está, todo él y siempre, sobre la frontera, mirando al fondo de sí mismo, el hombre encuentra los ojos del otro o ve con los ojos del otro» (Dostoyevski)

·         estado de la cuestión: formalismo y crítica sociológica

·         Concepto de dialogismo (Dostoyevski) frente monologismo (Tolstoy): sátira menipea y el diálogo socrático

·         Sócrates, Platón, Heráclito y Hegel

·         carnavalización. Concepto amplio del carnaval

Conceptos fundamentales de Bakhin:

Enunciado:

palabra/comunicación individual, pero también como palabra ajena que no es mía. Cualquier palabra/enunciado: tres realidades:

  1. neutralidad en el diccionario
  2. historicidad en el uso de los otros
  3. presencia: en la actualización que realiza cada emisor (aquí habría que incluir a alguien que Bakhtin olvida: presencia en la interpretación del receptor).

Dialogismo:

noción dinámica que establece relaciones entre «voces» (enunciados) individuales o colectivas. Noción social.

  1. Dos voces mentales distintas
  2. Dos voces exteriores distintas: emisor/receptor (en un mismo tiempo)
  3. Dos voces exteriores distintas: emisor/receptor (en un tiempo, una cultura, comunidad distintos.

Por lo tanto: la otredad, el ejercicio del poder, la norma, el lenguaje único

Se debe entender el dialogismo de una forma amplia: Publicación de un libro Dialogismo dos sentidos:

  1. no puede haber un discurso que pueda darse aisladamente, siempre es parte de un todo
  2. la intención del hablante es que el oyente escuche sus palabras como si estuvieran entrecomilladas

En el lenguaje profesional:

  1. enunciados sin entrecomillado: monológicos, una sola voz
  2. enunciados entrecomillados: nunca estamos seguros de su correcta interpretación, pueden conducir a la ironía

Dialogismo:

  1. Activo: Mirada de reojo. Desde fuera
  2. Pasivo. Desde dentro. Acuerdo y desacuerdo: parodia.

Todo discurso sería una especie de parodia no irónica.
Diferencia dialogía o interdiscursividad e intertextualidad.

Eterno/limitado. En la dialogía se tiene en cuenta el contenido social del enunciado. La unidad viene dada, en la dialogía, por el mismo proceso dinámico de la creación.

Géneros prenovelescos:

  1. Serio-cómicos: sátira menipea, la parodia y el diálogo (dialógicos)
  2. géneros monológicos: el mito, la leyenda, la tragedia.

Componentes de la novela:

  1. narración directa
  2. estilización de formas de tradición narrativa de carácter oral
  3. estilización de formas de narración escrita, semiliteraria o vulgar: las cartas
  4. formas literarias del discurso del autor: escritos morales, filosóficos, digresiones
  5. discurso de los personajes estilísticamente individualizados-

Heteroglosia:

distintos niveles discursivos dentro de un determinado lenguaje y las distintas maneras en que estos niveles gobiernan la operación de significado en un determinado enunciado.

Heteroglosia se estudia en la lingüística.

La novela polifónica/Polifonía se estudia en la teoría narrativa.

Rabelais and his World (1965): Carnaval.

Hutcheon: La parodia pone de manifiesto la paradoja de las transgresión de las normas. Tiene que haber unas normas para poder transgredirlas.

Eco, Jameson, Kristeva: Carnaval es la muerte del padre, se lleva una máscara que comete el crimen.

Feministas: se oponen al carnaval por la utilización que se hace en él del cuerpo femenino.

Carnaval~cross-dressing
Carnaval~saturnalia
Carnaval~bodas fingidas

Parodia:

Ironía consciente o una evoación sardónica de un modelo artístico

En Bakhtin la parodia puede ser:

·        estilizada (no irónica): cita, pastiche, la alusión

·        no estilizada (irónica): transgresión, subversión contra la ideología."

[Carmen de Urioste: http://www.public.asu.edu/~sev1987/Aproximaciones_Bakhtin.html]