APOKOINU

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Zeugma

 

Apokoinu (das) [gr. eigentl. schema oder lat. constructio a. = vom Gemeinsamen]

Rhetorische Figur der Worteinsparung, Form des syntaktischen Zeugmas; ein Satzglied eines Satzes (doer Satzteiles) gehört syntakt. und semant. auch zum folgenden Satz (oder Satzteil); es steht meist zwischen den beiden Sätzen. In antiker und v. a. mal. Dichtung (Spielmanns- Heldenepos) belegt: »do spranc von dem gesidele der Hagene also sprach« (Kudrun 538, l): in der Neuzeit selten (»leer steht von Trauben und Blumen und von Werken der Hand ruht der geschäftige Markt«, Hölderlin), z. T. zur Andeutung außerlog. Verknüpfungen genutzt (Enzensberger). Umgangssprachliche Rahmenstellung (»du machts a zu a scheenes Gebete machst du immer«, G. Hauptmann) ist kein A. i.e.S., auch nicht das sog. Satz-A., bei dem ein Hauptsatz zwischen zwei von ihm abhängigen Nebensätzen steht (»Was sein Pfeil erreicht, das ist seine Beute, was du kreucht und freucht«, Schilller).“ 

[Metzler-Literatur-Lexikon: Begriffe und Definitionen, hrsg. von Günther und Irmgard Schweikle. Stuttgart: J. B. Metzlersche Verlagsbuchhandlung, ²1990, S. 21]

Apo koinu

Figur der Brachylogie

(1)  einmalige Setzung eines Wortes, das zu zwei Gliedern gehört, v. a. bei einem Objekt, das von zwei koordinierten Prädikaten abhängt, oder bei einem Prädikat, das zwei koordinierte Objekte regiert; im Gegensatz zum Zeugma ist die Apo-Koinu-Stellung nicht nur grammatisch, sondern auch stilistisch einwandfrei: ‘Sie küssten und sie schlugen ihn.’ Virtus amicitias conciliat et conservat.

(2)  In der Literatur wird der Begriff i. d. R. auf das seltene Phänomen der einmaligen Setzung eines gemeinsamen Wortes beim zweiten Glied beschränkt.“

[Verzeichnis der grammatikalischen Fachbegriffe. Ein Glossar zu Grammatik, Stilistik und Linguistik. In:

http://www.menge.net/glossar.html#alphe]