ANTWORTPARTIKELN

(Recop.) Justo Fernández López

 

„Unter Antwortpartikeln versteht man Wörter, die als zustimmende oder ablehnende Antwort auf eine Entscheidungsfrage verwendet werden: -Hast du schon gegessen? -Ja / Nein.

Da sie als Antworten anstelle eines ganzen Satzes stehen können, nennt man die Antwortpartikeln „Satzäquivalente“. Der Gebrauch der Antwortpartikeln schließt allerdings nicht aus, dass zusätzlich ein ganzer Satz als Antwort auftritt: Ja, ich habe schon gegessen.

Die Antwortpartikel muss stets außerhalb des Satzes stehen; gewöhnlich steht sie am Anfang der Äußerung, in seltenen Fällen kann sie auch nach ihr stehen: Gegessen habe ich schon, ja.

Zur Beantwortung negierter Entscheidungsfragen stehen die beiden Antwortpartikeln nein und doch zur Verfügung (1). Mit nein wird die Negation bestätigt, mit doch wird sie zurückgewissen:

Hast du denn noch nicht gegessen? -Nein. / Doch.

Wenn es sich bei der verneinten Frage um eine rhetorische oder um eine Vergewisserungsfrage handelt, kann sie auch wie eine positive Entscheidungsfrage beantwortet werden:

    Sind Sie nicht Frau Lehmann? -Ja, die bin ich.

Außer auf Entscheidungsfragen kann man mit diesen Partikeln auch auf Aussagesätze oder Aufforderungen antworten: Ich gehe jetzt. -Ja, ist gut. / Nein, warte noch einen Moment.

In Solchen Fällen scheint doch dazu zu dienen, einer nicht ausgesprochenen, aber denkbaren oder vermuteten Negation entgegenzuwirken.

Als seltenere, nachdrücklichere Form von ja steht auch jawohl (und als Variante hierzu jawohl) zur Verfügung. Als Antwort auf Aufforderungen kann ferner unter bestimmten Voraussetzungen die Wendung sehr wohl  gebraucht werden, die an ein soziales Gefälle zwischen den Sprechern gebunden ist; im alltäglichen Sprachgebrauch kommt sie so gut wie nie vor.

Umgangssprachlich können Antwortpartikeln auch durch eine Reihe anderer Elemente ersetzt werden, so etwa durch m-hm oder m-m mit entsprechender Intonation oder aber durch den Gebrauch von Wörtern wie klar, sicher, logisch, allerdings usw. Im Dt. ist - im Gegensatz zu manchen anderen Sprachen - vor allem eine Ersetzung der positiven Antwortpartikeln ja zu beobachten.“ [Hentschel / Weydt, S. 292-293]

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(1) Nicht in allen Sprachen gibt es wie im Dt. zwei positive Antwortpartikeln ‘ja’ und ‘doch’ [‘sí’].

     Im Englischen wird in solchen Fällen beispielsweise einheitlich mit yes geantwortet.