ANALOG

Analógico

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Digital

 

Analog [griech. analogía ‘richtiges Verhältnis’]

A. nennt man in der Informationsverarbeitung eine Darstellungsform, bei der zwischen dem Dargestellten und der Repräsentation eine wohldefinierte Ähnlichkeitsbeziehung existiert. A. Darstellungen spielen insbesondere bei der Verarbeitung gesprochener Sprache eine wesentliche Rolle.

In den letzten Jahren haben analogische Repräsentationen im Hinblick auf die Verarbeitung räumlicher Konzepte in natürlichen Sprachen zunehmend an Bedeutung gewonnen.“ [Bußmann, S. 78]

Digitale und analoge Kommunikation. Watzlawick et al. vergleichen die digitale und die analoge Kommunikation mit der Kommunikation im menschlichen Organismus:

Im Nervensystem werden Signale grundsätzlich auf zwei verschiedene Arten übermittelt: durch die Neuronen mit dem ihnen eigenen Alles‑oder‑nichts‑Charakter ihrer Entladungen und durch die Aktivität der innersekretorischen Drüsen, die Hormone als Informationsträger in den Blutkreislauf einführen. (1969. 6 1)

Einmal werden also Informationen Mittels BINÄRER Oppositionen DIGITALISIERT: Ein Neuron entlädt sich entweder oder es entlädt sich nicht: es gibt nichts dazwischen. Das humorale System funktioniert dagegen ganz anders; es werden geringe Mengen bestimmter Substanzen in den Blutkreislauf abgegeben. Die Wirkung hängt wesentlich von der Menge ab. Die beiden intraorganismischen Kommunikationssysteme existieren, so Watzlawick et al, 'nicht nur nebeneinander, sondern ergänzen und durchdringen einander in oft sehr komplexer Form' (1969, 61).

Ein einfacheres Beispiel für diese Unterscheidung wären die unterschiedlichen Arten der Lautstärkenanzeige auf einem Kassettenrecorder. Die herkömmliche Anzeige durch einen Zeiger, der sich bewegt. ist ein analoges System: Jede kleinste Veränderung der Lautstärke verändert die Position des Zeigers. Die LED‑Anzeige dagegen besteht aus einer Reihe von Lichtchen, die entweder aufleuchten oder nicht. Bei modernen Computersystemen wird Information digitalisiert.

In der Sprachwissenschaft sind Theorien, die auf der Digitalisierung von Information basieren, inzwischen sehr wichtig. Ein phonetisches System funktioniert zum Beispiel auch, wenn verschiedene Mitglieder einer Sprachgemeinschaft bestimmte phonetische Einheiten durch relativ unterschiedliche Laute wiedergeben, solange diese Laute erkennbare Oppositionen oder binäre Unterscheidungen produzieren. In Ferdinand de Saussures Linguistik ist die Erkennung von DIFFERENZEN zwischen binären Oppositionen ein zentrales Element.

Dies scheint auf den ersten Blick sehr wenig mit Literatur und Literaturkritik zu tun zu haben. Wie Jonathan Culler feststellt, hat aber die Linguistik die STRUKTURALISTEN dahingehend beeinflusst, dass sie in Binaritäten denken und in ihrem Untersuchungsmaterial nach funktionalen Oppositionen suchen (1975, 14), was wiederum von großem Einfluss auf die ERZÄHLFORSCHUNG und die Literaturkritik war.

Man ist sich nun etwa verstärkt der Tatsache bewusst, dass neben subtileren 'analogen' Reaktionen der Wahrnehmung binärer Oppositionen durch den LESER bei der LEKTÜRE eines literarischen WERKES eine notwendige Funktion zukommt. Das gilt sowohl für die Makroebene der GATTUNG (so schafft zum Beispiel die Opposition zwischen Tragödie und Komödie bestimmte Entweder‑Oder‑Erwartungen, die einen starken Einfluss auf unsere Reaktion auf das literarische Werk haben) als auch für die Mikroebenen innerhalb einzelner TEXTE. Als Beispiel wäre hier Claude Bremonds Erzähltheorie zu nennen, wonach jede Funktion in einer Erzählung zwei Möglichkeiten eröffnet: AKTUALISIERUNG oder Nicht‑Aktualisierung.

In FORMELHAFTER Literatur scheinen Leserreaktionen klar durch die Funktion einfacher binärer Unterscheidungen bedingt: 'Wenn die blonde, schüchterne Frau die Heldin ist, dann muss die dunkle, selbstbewusste Frau die attraktive, aber hinterhältige Rivalin sein.' “

[Hawthorn, Jeremy: Grundbegriffe moderner Literaturtheorie. Tübingen und Basel: Francke, 1994]

„El término «digital» se contrapone a «analógico», y alude a un determinado modo de representar información cuantitativa. Los dispositivos llamados analógicos recurren a la ayuda de medios y magnitudes físicas, que representan la información de una manera continua, como la representa, por ejemplo, la columna de mercurio en un termómetro. Los dispositivos digitales, como por ejemplo un ábaco o un taxímetro (que mide en pesetas y fracciones fijas de peseta el importe de un recorrido), representan la información de un modo discontinuo o discreto. Los calculadores electrónicos se dividen fundamentalmente, de acuerdo con su diferente estructura y finalidad, en analógicos (de interés en física e ingeniería) y digitales. La mayoría de los computadores hoy en uso son digitales.”

[Garrido, Manuel: Lógica simbólica. Madrid: Editorial Tecnos, 21977, p. 356 n. 3]