ANAGRAMM

Anagrama

(Recop.) Justo Fernández López

 

Vgl.:

Ideographie / Piktographie / Zeichen / Symbol

 

Anagramm [griech. anagráphein ‚umschreiben’]

Durch Vertauschung der Buchstaben eines sprachlichen Ausdrucks (Wort, Wortgruppe oder Satz) entstandener neuer (sinnvoller) Ausdruck. A. werden häufig als Pseudonyme verwendet, vgl. P. Celan aus P. Antschel. Ausdrücke, die von hinten nach vorn gelesen werden können (vgl. Nebel – Leben) heißen »Palindrom«.“ [Bußmann, S. 77]

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Anagramm (grich. anagraphein = umschreiben), ‚Letterkehr’, Umstellung der in einem Namen (Satz, Wort, Wortgruppe) enthaltenen Buchstaben zu anderer Reihenfolge und neuem Sinn. Die Umsetzung untersteht keiner Regel, doch müssen stets alle Buchstaben wieder enthalten sein, bei höchstens ganz geringen lautlichen Abweichungen. Das regelmäßig rücklaufende A. heißt Palindrom; der Austausch der Silbenanlaute ergibt Schüttelreim.

Erfinder des A. ist wohl Lykophron von Chalkis (3. Jh. v. Chr.); weite Verbreitung im Orient durch jüdische Kabbalisten u.a. religiöse Geheimschriften.

Im 16./17. Jh. beliebtes Wort- und Buchstabenspiel, das einen verborgenen Sinn der Laute in verschiedenen Kombinationen bloßlegen will oder die Wandelbarkeit des Irdischen zeigt, z.B. Tobianus: obit anus, obit onus, tua nobis, sunto abi, ubi sonat, Tuba Sion, ita bonus ... oder Pilatus in Joh. 18,38: Quid est veritas? zu Est vir que adest. S. Butler prägt aus »nowhere« seinen Romantitel Erewhon.

Im Barock oft anagrammatische Anspielungen an den Empfänger. Häufigste Verwendung zur Verschleierung von Autorennamen als Pseudonym, so bei Rabelais, Fischart, Logau, Grimmelshausen, Voltaire, besonders klangvoll Kaspar Stieler zu Peilkarastres; im 20 Jh. wird Marek zu Ceram, Antschel zu Celan.“ 

[Wilpert, Gero von: Sachwörterbuch der Literatur. Stuttgart: Alfred Körner, 51969, S. 22]

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“Zwar ist es spätestens, seitdem Starobinski am Beginn der siebziger Jahre de Saussures Anagrammstudien herausgegeben hat, kein Geheimnis mehr, dass der Genfer Sprachwissenschaftler nicht nur mit der systematischen Grundlegung der modernen Linguistik beschäftigt war, sondern darüber hinaus poetologische Studien betrieb, deren Einschätzung zwischen »zweiter saussurescher Revolution« (Jakobson) und »absurdem Zeitvertreib« (Amacker) schwankt, trotzdem ist es erstaunlich, daß die von J. Fehr gesammelten und übersetzten Texte aus de Saussures Nachlass nur zu einem Drittel der Linguistik gewidmet sind. Der überwiegende Teil hingegen besteht aus Notizen zu den so genannten Anagrammstudien, zu dem Pseudo‑Sanskrit des Genfer parapsychologischen Mediums Hélène Smith sowie zur Entstehungsgeschichte des Nibelungenliedes. Während die im Französischen bereits nahezu vollständig publizierten Texte von den Herausgebern bisher in sprachwissenschaftliche und andere Untersuchungen geschieden wurden, belässt sie die sorgfältige Übersetzung Fehrs in ihrer fortlaufenden Anordnung, um ihren inneren Kontext und damit die wechselseitigen Bezüge von linguistischen und scheinbar eher abseitigen semiologischen Fragestellungen hervortreten zu lassen. In diesem Kontext konturiert sich ein anderer de Saussure.

Galt der Genfer Sprachwissenschaftler bisher als Gründervater der modernen Linguistik und Vorreiter des Strukturalismus, so ermöglichen die hier publizierten Texte und die behutsam verfahrende Einleitung Fehrs einen Blick auf die mit diesem Gründungsakt einhergehenden Zweifel. Wenngleich de Saussure der seines Erachtens unzureichenden Terminologie der historischen Sprachwissenschaft einen anderen Satz von Begriffen und ein scheinbar geschlossenes Gegenstandsfeld – la langue – gegenübergestellt hat, dokumentieren die meist Fragment gebliebenen Texte seine irreduzible Ambivalenz zwischen dem Versuch, eine allgemeine Sprachwissenschaft zu konstituieren, und seinem Interesse an Singulärem, das sich dieser Allgemeinheit entzieht. Wie weit diese Ambivalenz geht, zeigt sich nicht nur darin, dass de Saussure bisweilen von der »ziemlich große(n) Vergeblichkeit von allem« spricht, »was man schließlich in der Linguistik machen kann«, es zeigt sich darüber hinaus im Stil seiner Notizen und bis in biographische Details, die in der Einleitung Fehrs zwar eine marginale Rolle spielen, die er aber andeutungsweise derart in ein Verhältnis zum Werk de Saussures setzt, dass die Randung zwischen Leben und Werk, zwischen Subjekt des Systems und System – mit Derrida zu sprechen – als dýnamis hervortritt; die sich gegenüber monokausalen Ableitungen als ausgesprochen sperrig erweist.

Von daher ist die über 200 Seiten umfassende Einleitung nicht nur wissenschaftsgeschichtlich relevant. Dass de Saussures hartnäckige Zweifel im 1916 posthum erschienenen Cours de linguistique générale nur am Rand oder in Lektüren wie derjenigen, die Derrida in De la grammatologie vorgenommen hat, lesbar sind, verdankt sich, wie Fehr nachweist, vorab der Redaktion seiner Schüler Bally und Sechehaye, deren Bestreben es war, das Denken ihres Meisters in Form einer Lehre als abgeschlossenes System zu überliefern. Dagegen fragt Fehr nach den Gründen, die de Saussure davon abhielten, seine sprachtheoretischen Überlegungen zu publizieren, und äußert die Vermutung, dass dieses vermeintliche Versäumnis ebenso von einer Stärke de Saussures Denken zeugen könnte wie dessen durchgängige Zweifel an der systematischen Darstellbarkeit des Gegenstands der Linguistik, dass es sich – anders gesagt – bei der Unabgeschlossenheit diese Sprachdenkens um eine konstitutive handelt, die sich der Einsicht in die Natur der Sprache selbst (und gibt es diese selbst?) verdankt.

Anders als Derrida, dessen dekonstruktiver Lektüre seine Untersuchung mehr verdankt, als es auf den ersten Blick erscheinen mag, beschränkt sich die Lektüre Fehrs nicht auf den Cours de linguistique générale, sondern weist überzeugend auf, dass sich nicht wenige der gegenläufigen Argumente, die Derrida im Cours gegen dessen Systemgedanken latent am Werk sieht, in Saussures Notizen einen manifesten und massiven Ausdruck gewonnen haben. Stellt die langue innerhalb des von Bally und Sechehaye editierten Cours das irreduzible, in sich geschlossene Erkenntnisobjekt der Linguistik, das gleichsam Sprachliche der Sprache dar, und wird infolgedessen das Faktum der Vielsprachigkeit als äußeres Anhängsel des systematischen Teils unter dem Titel »Geographische Sprachwissenschaft« im 4. Teil verhandelt, so insistiert de Saussure dagegen in seinen Notizen darauf, dass das allgemeine Problem der Sprache nur ausgehend von der Vielzahl der Sprachen (langues) gedacht werden kann. Wenngleich die Sprache (langue) als System für de Saussures sprachwissenschaftlichen Denkweg unbestritten der bestimmende Leitgedanke ist, fungiert sie, folgt man den Notizen, auf diesem Weg eher als eine Art Fluchtpunkt am Horizont denn als Ausgangsort, wie es der Aufbau des Cours nahelegt.

Zusammen mit dem von de Saussure als absolut aufgefassten Prinzip der Bewegung der Sprache(n) in der Zeit bewirkt deren räumliche Differenzierung eine, wenn man so will, unkontrollierbare »Dissemination«. Mit den Worten de Saussures: »Eine sich selbst überlassene Sprache [langue] ist einer unbegrenzten Zersplitterung ausgesetzt.« – Mit der Folge, dass die Bewegung der Sprache für deren Theorie nicht weniger wichtig ist als für ihr System, das Bewegung und Transformation nicht ausschließen darf, sondern diese als notwendiges Prinzip beinhaltet.

Dem Prinzip des Wandels gelten auch de Saussures zeitgleich mit den Genfer Vorlesungen zur allgemeinen Sprachwissenschaft verfassten akribischen Aufzeichnungen zum Nibelungenlied. Auch diese führen ihn sehr schnell zu Überlegungen allgemeinerer Natur, die ihrerseits den Fragen entsprechen, die er während dieser Zeit auf dem Gebiet der Sprachwissenschaft stellt. Der Zweifel an belegbaren Zusammenhängen zwischen historischen Ereignissen und dem Stoff der Legende gilt den Kriterien, die eine Identifizierung von geschichtlichem Ereignis und Legende allererst ermöglichen könnten. Vor dem Hintergrund einer mündlichen Tradierung, die in ihrem Fortgang das Überlieferte unablässig entstellt, gelangt de Saussure zu einer Auffassung, der die Weitergabe als Ort einer Transformation gilt. Insofern diese jedes geschichtliche Faktum zum Symbol werden lässt, existiert es nur insofern, als das Symbol einer Zirkulation angehört, die unkontrollierbar seine Identität von einem zum anderen Augenblick zu verwandeln vermag – was dem Prinzip des unablässigen Wandels der Sprachen entspricht: nicht als äußerlich Hinzukommendes, sondern als Möglichkeitsbedingung der Struktur bzw. des Systems.

Wie die Legenden existieren die Sprachen nur, insofern sie zirkulieren, was auch bedeutet, dass ihre soziale Natur nicht eine dem System äußerliche wäre, sondern diesem vielmehr konstitutiv ist. Die Unkontrollierbarkeit der in der Zirkulation befindlichen Symbole beschränkt sich mitnichten auf die Wörter der Sprache(n), sondern – und dies allein ermöglicht die Analogie, die de Saussure zwischen Legenden und Sprachen herstellt – erstreckt sich auch auf Zeichensysteme, die außerhalb des Gebiets der allgemeinen Sprachwissenschaft liegen. Indem er die Wörter als zirkulierende Symbole begreift, öffnet de Saussure die Linguistik hin auf eine Semiologie, die den Begriff des Zeichens aus seiner philosophischen Tradition herauszulösen vermag.

Von dieser Tradition unterscheidet sich seine Konzeption des Zeichens in zweierlei Hinsicht: Zunächst definiert er das Zeichen als ein »Ding«, dem »von seiner Natur her bestimmt ist, übermittelt/weitergegeben [transmis] zu werden.« (326) Außerhalb seiner notwendigen Zirkulation ist das Zeichen undenkbar. Diese Dynamik einer kontinuierlichen Transformation verknüpft sich mit der Arbitrarität des Zeichens, gegenüber der jede Vorstellung eines regulierenden Vertrags als unzulänglich erscheint: Weder auf vorgängige Objekte fixierbar, noch auf vernünftige Vereinbarung reduzierbar, spielt sich der »ursprüngliche« Vertrag jeden Tag aufs Neue in der Sprache ab.

Die wortwörtlich instabile Relativität des sprachlichen Wertes wird durch die wechselseitige Determinierung der Sprachzeichen innerhalb eines Idioms verursacht. Mit den Worten de Saussures lautet dieses Procedere eines durch pure Differenz Hervorgebrachten: »Die Präsenz einer Form ist in den Formen, die sie von Moment zu Moment umgeben.« (340) Im Zentrum seiner sprachtheoretischen Reflexionen findet sich somit ein kontingentes Moment, das das kleinste Element der Sprache – und de Saussure geht hier bis zum Buchstaben – als nicht korrigierbar und nicht intentional aufweist. Und dies hat Folgen für die Stellung des Subjekts, das seinerseits heillos der »inneren Nichtigkeit der Sprache« ausgeliefert ist.

Gegen eine szientistische Lesart kehrt Fehr in seiner Einleitung den Satz, dass es keinen Menschen ohne Sprache gibt, dahingehend um, dass es auch keine Sprache ohne Sprecher gibt. Und es gelingt ihm anhand der Notizen de Saussures zu zeigen, dass das sprechende, singuläre Subjekt aus der Linguistik nicht wegzudenken ist. Der Gedanke, auf dem Weg zu la langue die sperrigen Besonderheiten der Idiome, Dialekte und Sprecher zu übergehen, hat de Saussure – das beweisen die hier versammelten Texte – aus gutem Grund Kopfschmerzen bereitet. Denn wenn der Wert des Zeichens in seiner Zirkulation ständig neu und nie endgültig ist und wenn er nicht nur von Land zu Land, von Region zu Region, sondern auch von Sprecher zu Sprecher differiert, muss von einer permanenten Einschreibung subjektiver sprachlicher Differenzen in das System der langue, das seinerseits aus sprachlichen Differenzen besteht, ausgegangen werden.

Und in der Tat bewegt sich der Versuch de Saussures, der Linguistik eine zeichentheoretisch verlässliche Basis zu geben, trotz seiner zweifellos theoretischen Ausrichtung und dem Verlangen nach einer verallgemeinerbaren Systematik immer entlang der Beziehung singulärer, einzelsprachlicher (und das heißt: vielsprachiger) Phänomene der sprachwissenschaftlichen Praxis, die als solche unmöglich zu antizipieren sind. Was in den Notizen de Saussures wie in deren sorgfältiger Lektüre Fehrs lesbar wird, ist eine tief greifende Ambivalenz, das passionierte Drama eines Denkens, das in der redlichen Auseinandersetzung mit scheinbar abseitigen sprachlichen Phänomenen wie dem Pseudo‑Sanskrit des Genfer Mediums Elise‑Catherine Muller alias Hélène Smith oder den lautlichen Phrasen der saturnischen Verse, einer Regelhaftigkeit nachspürt, von der es bisweilen zu ahnen scheint, dass sie in ihrer Absichtslosigkeit nur im Nachhinein theoretisch konstruiert werden können.

Zwar wäre es vermessen zu behaupten, de Saussure habe einen Begriff des Unbewussten gehabt, doch erscheint Lacans in Radiophonie geäußerter Befund, de Saussure habe seine Untersuchungen zur saturnischen Dichtung deshalb nicht publiziert, weil sie die universitäre Literatur niederwerfen würden, in Anbetracht der jetzt vorliegenden Notizen als absolut zutreffend: Die Rede ist hier, in den Notizen de Saussures wie in der Einleitung Fehrs, von der Kehrseite der Linguistik, auf der die Sprache »ein wenig wie eine Ente« erscheint, »die von einem Huhn ausgebrütet wurde.«

[Hoffmann, Roger: “Von einem anderen de Saussure. FERDINAND DE SAUSSURE, Linguistik und Semiologie, Notizen aus dem Nachlass – Texte, Briefe und Dokumente. Gesammelt, übersetzt und eingeleitet von Johannes Fehr, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997”. In: RISS – Zeitschrift für Psychoanalyse. Freud – Lacan, Wien: Verlag Turia & Kant, 41./1998-1, S. 138-142]

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Anagrama

Palabra o palabras formadas por la reordenación de las letras que constituyen otra u otras palabras: Gabriel Padecopeo (= Lope de Vega Carpio).“ [Lázaro Carreter, Diccionario..., p. 42]

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„La rima no es sino un caso particular de repetición sonora, fenómeno muy difundido en el verso, pero también en la prosa, aunque de manera menos sistemática. El estudio sistemático de las repeticiones sonoras fue iniciado por uno de los formalistas rusos, O. Brik, que distinguió los siguientes factores: número de sonidos repetidos, número de repeticiones, orden de los sonidos en cada uno de los grupos repetidos, lugar del sonido repetido en la unidad métrica. Tomando otro punto de partida, F. de Saussure también estudió, en trabajos que permanecieron inéditos hasta 1964, las repeticiones de los sonidos en la poesía, que según él obedecen al principio de los anagramas: los sonidos o las letras que componen un nombre propio estarían diseminados en el conjunto del poema.

Este papel estructural (y estructurador) de los sonidos debe distinguirse del que se les atribuyó tradicionalmente estudiando el simbolismo fonético. En este último caso se busca una significación intrínseca de los sonidos, o una correspondencia directa entre el sentido de las palabras y la naturaleza de los sonidos que las componen. Tal relación existe, pero más bien en los textos individuales que en la lengua en general; y en una relación proporcional, más directa. Fuera de estas correspondencia locales sólo pueden establecerse regularidades muy generales y, por ende, vagas.“

[Ducrot, Oswald / Todorov, Tzvetan: Diccionario enciclopédico de las ciencias del lenguaje. Buenos Aires: Siglo XXI, 1974, p. 224-225]

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“Saussure descubre que las formas poéticas latinas esconden una serie de palabras cuyos sonidos se dispersan para dar forma a la superficie del texto tal como la percibimos. Como señala Starobinski, «Ferdinand de Saussure oye elevarse, poco a poco, los fonemas principales de un nombre propio, separados entre sí por elementos fonéticos indiferentes» (p. 26). Saussure va descubriendo una serie de regularidades en las obras que va analizando que le llevan al convencimiento de que esos „anagramas“, esas palabras bajo las palabras, ese «texto bajo el texto», eran una parte esencial de la técnica de composición. Starobinski comenta:

El „discurso“ poético no será, pues, sino la segunda manera de ser de un nombre: una variación desarrollada que dejaría percibir, a un lector perspicaz, la presencia evidente (pero dispersa) de los fenómenos conductores. [...] se tratará de reconocer y reunir las sílabas directrices, como Isis reunía el cuerpo fregmentado de Osiris. Esto equivale a decir que, apoyando la estructura del verso en los elementos sonoros de un nombre, el poeta se imponía una regla sumplementaria, a gregada a la del ritmo (p. 30)

Como puede apreciarse, el descubrimiento de Saussure podía haber revolucionado el campo de los estudios literarios. Su descubrimiento poseía la importancia suficiente como para haber cambiado las perspectivas del análisis poético. ¿Qué sucedió, entonces? ¿No estaba convencido Saussure de la validez de sus observaciones? Todo lo contrario, y ahí está el interés de la fábula-documento.

Como si de una extraña maldición se tratara, como si esa maldición le hubiera convertido en un Midas del conocimiento, todo lo que Saussure tocaba se le convertía en prueba de su descubrimiento. El procedimiento normal en la investigación científica suele ser un duro proceso de obtención de las confirmaciones de las hipótesis de trabajo. Un primera observación de un fenómeno permite crear una hipótesis que es sometida a prueba mediante la realización de análisis para comprobar si ese fenómeno se repite. Supongo que cuando Saussure observó por primera vez en un texto el fenómeno de los anagramas, pensó que se debían a una característica del autor; posteriormente, cuando lo observó en otros autores diferentes, pensó que era una característica de un período o un tipo de poesía determinado. Pero las pruebas aumentaban, Saltó del latín al griego y el fenómeno se seguía manifestando. Las pruebas se le amontonaban. Donde quiera que buscaba, incluso en textos modernos, aparecía aquella técnica compositiva.

Ingenuamente, podríamos pensar que aquella abundancia de pruebas le habría hecho feliz. Sin embargo, Saussure era un científico y sabía lo que aquello podía significar realmente. Si cuando miramos a cualquier parte observamos una mancha, es que la mancha está en nuestro ojo. Saussure tenía demasiadas evidencias. Por eso era necesario una ayuda exterior. Como la institutriz de Otra vuelta de tuerca (The Turn of the Screw), de Henry James, necesitaba que alguien viera los fantasmas con ella para confirmar que no estaba loca, que aquellas presencias no eran figuraciones suyas. A partir de cierto punto, lo demasiado evidente puede ser un peligro.

Un fenómeno de tales dimensiones no podía haber permanecido oculto. Habría sido el secreto mejor guardado de la Humanidad a lo largo de toda su historia. Suponía, por expresarlo claramente, que todos los poetas habrían utilizado una técnica secreta que habría permanecido oculta al resto de los mortales:

Como jamás se ha señalado tal alusión, debemos suponer que los teóricos antiguos de la versificación latina siempre se han abstenido de mencionar una condición elemental y primaria de esta versificación. Por qué han observado silencio es un problema para el cual no tengo respuesta, y que frente, a la escrupulosa observación de todos los poetas (p.114)

«Interrupción significativa», comenta Starobinski, «¡Ni un solo traidor a lo largo de las generaciones.» La soledad de Saussure con su descubrimento es patética. Cada nueva prueba convierte en menos fiable su teoría. La explicación de las reglas nmotécnicas, de la invocación religiosa, etc., van saltando hechas añicos cuando se saltan las barreras espaciales y temporales.“

[Joaquín Mª Aguirre, reseña de Jean Starobinski: Las palabras bajo las palabras La teoría de los anagramas de Ferdinand de Saussure. En: http://www.ucm.es/OTROS/especulo/numero5/starobin.htm]