AKTIVSPRACHE  

Lengua activa

(Recop.) Justo Fernández López  

 

Vgl.:

Diathese / Genus Verbi / Passiv / Ergativsprache / Ergativitätshypothese / Transtivitätshypothese

 

Aktivsprache [Auch: Aktivischer Sprachtyp]

Sprachtyp der Relationalen Typologie neben Nominativsprache und Ergativsprache. Unter der Annahme, dass von den Mustern des einfachen Aussagesatzes der intransitive und der transitive Tätigkeitssatz und von den semantischen Rollen Agens und Patiens die wichtigsten sind, ist dieser Sprachtyp folgendermaßen zu charakterisieren:

Das Agens wird unabhängig von der Transitivität des Satzes an der Verbergänzung, die diese semantische Rolle trägt, oder am Verb durch eine morphologische Kategorie kodiert, die »Aktiv« genannt wird. Das Patiens bzw. ein Zustandsverb, das kein Agens selegiert, wird durch eine morphologische Kategorie gekennzeichnet, die »Inaktiv« genannt wird. Vgl. das folgende Schema:

 

mit der entsprechenden Verteilung in einer Nominativsprache wie dem Dt.:

 

Aktivsprachen sind u. a. einige Indianersprachen Nordamerikas (z.B. Dakota), Lhasa-Tibetisch (Tibeto-Burmanisch), Guaraní (Paraguay), vgl. Ost-Pomo: há ce.xelka ‘ich rutsche aus (ohne Absicht)’, wí ce.xelka ‘ich rutsche/gleite (absichtlich)’. Die Tendenz, die agentivische Ergänzung intransitiver Verben anders zu kodieren als die nichtagentivischer, zeigt sich auch in anderen Sprachen, s. z.B. im Dt. (besonders im Mhd.), wo bei intransitiven Zustandsverben der Träger des Zustands bevorzugt im Dativ oder Akkusativ erscheint (mich friert, mir ist angst), während das Agens eines intransitiven Tätigkeitsverbs im Nominativ steht (ich arbeite, ich lese). Im Unterschied zum Dt. ist diese Form-Opposition in Aktivsprachen jedoch dominierend.“ [Bußmann, H., S. 61-62]