PRÄSENS INDIKATIV

Presente de indicativo

© Justo Fernández López


 

Ist der Präsens eine Gegenwartszeit?

 

Präsens: In einigen Grammatiken des Deutschen wird ausdrücklich bestritten, dass das Präsens als das „Gegenwartstempus“ aufgefasst werden könne. So sagt der Duden: „Das Präsens kann allgemein charakterisiert werden als das Tempus der ‘Besprechung’“; Hennig Brinkmann beginnt seine Erörterung des Präsens mit der Bemerkung: „dass das Präsens kein ‘Gegenwartstempus’ ist, also nicht die Aufgabe hat, einen Prozess der Gegenwart des Sprechens zuzuweisen, ist bekannt“. Die Grundzüge bestimmen das Präsens als allgemeinen Zeitausdruck: „Das Präsens bezeichnet eine allgemeine Zeitlichkeit, den allgemeinen Zeitverlauf“. Eine ähnliche Auffassung vertritt auch Weinrich. Damit wird einer intuitiv zunächst einleuchtenden Zuordnung des Präsens zum Zeitpunkt des Sprechers widersprochen, also der Auffassung, dass das Präsens dem Ausdruck der Gegenwart diene. Zur Begründung wird auf folgende sprachliche Fakten hingewiesen:

a)  Das Präsens kann zur Bezeichnung vergangener Ereignisse benutzt werden:

      - das szenische Präsens, z. B. Komme ich doch gestern nach Hause, was sehe ich?

      - das Präsens historicum im engen Sinne, z. B. Weihnachten 800 wird Karl der Große ...

      - das Präsens zur Einleitung von Zitaten: Goethe sagt: Arbeite nur, die Freude kommt

         von selbst. - In der Bibel heißt es: ...

b)  Das Präsens kann „zeitlose“ Ereignisse ausdrücken. Bonn liegt am Rhein.

c)   Das Präsens wird benutzt, um allgemeine Fähigkeiten und Gewohnheiten darzustellen, wobei die bezeichnete Handlung zum Sprechzeitpunkt gerade nicht vollzogen wird.

d)  Das Präsens kann zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens benutzt werden: Morgen fahre ich nach Berlin. Dieser Gebrauch des Präsens ist nicht in allen Sprachen gleich gut möglich, kommt jedoch durchaus auch in anderen Sprachen vor.

Aus diesen Gründen werden in den Grammatiken oft einzelne Funktionen des Präsens unterschieden. Helbig/Buscha führen vier Bedeutungsvarianten auf:

1. aktuelles Präsens;

2. Präsens zur Bezeichnung eines zukünftigen Geschehens;

3. historisches Präsens (zur Bezeichnung eines vergangenen Geschehens);

4. generelles oder atemporales Präsens.

Bei der semantischen Interpretation des Präsens stehen Meinungen, die ihm eine einheitliche Bedeutung zuschreiben, solchen gegenüber, die hierüber keine expliziten Aussagen machen, es aber faktisch als ambig darstellen, indem sie einzelne Varianten aufstellen.“ 

[Hentschel, E. und Weydt, H.: Handbuch der deutschen Grammatik. Berlin: W. de Gruyter, ²1994, S. 89-91]

„Das Präsens ist im Dt. und Sp. das häufigste Tempus; es dominiert in Argumentations- und Informationstexten. In seiner semantischen Hauptfunktionen bezeichnet das Präsens in beiden Sprachen einen von der Sprechsituation ausgehenden Gegenwartszeitraum von punktueller, durativer oder genereller Erstreckung; es bildet damit im Sp. die Nullstufe der Gegenwartsachse“.  

[Berschin, H./Fernández-Sevilla, J./Felixberger, J.: Die spanische Sprache: Verbreitung, Geschichte, Struktur. München: Hueber, 1987, S. 219]

Das Präsens beschreibt Zustände oder Handlungen der unmittelbaren Gegenwart, Geschehen, die bis in die Gegenwart andauern, sowie Gewohnheiten und Feststellungen, die zeit-lose Gültigkeit besitzen.

„Das Wesentliche des Tempus presente ist, gegenwärtige Handlungen oder Zustände zu beschreiben. Dieses Tempus bewusst zu erleben als „gelebte“ Zeit der Gegenwart fällt uns Menschen allerdings schwer. Man stelle sich die Handlung „compro pan“ wirklich vor und erlebe sie als Gegenwart.

Dennoch kennt das Spanische noch eine Unterteilung dieser bloßen Gegenwart mit Hilfe der Formel „Präsens von estar + gerundio“. Mit dieser Formel schaut das Spanische gleichsam mitten in die Handlung hinein, die sich gegenwärtig abspielt. Um das vorige Satzbeispiel auzugreifen, verwandelt sich der Broteinkauf in:  Estoy comprando pan. (Ich kaufe gerade Brot oder ich bin dabei, Brot zu kaufen).

Mit der Formel estar + gerundio wird die Gegenwart fast greifbar: Estoy comprando pan vermag mir zu vermitteln, dass ich mittendrin in der Handlung stehe und mein Mitten-Darin-Stehen schließlich bewirkt, dass ich das Brot bekommen werde, zumindest ist das die unmittelbare Erwartung oder Hoffnung, die an das Mitten-Darin-Stehen geknüpft ist. Wird die Erwartung oder Hoffnung erfüllt, habe ich also mein Brot bekommen, so ist meine gegenwärtige Handlung bereits vorbei und damit vergangen. Mit dem Brot in der Hand werde ich gleichsam in eine sprachliche Vergangenheit katapultiert.“

[Hölzel, P. / Kumschier, E., Schamfuß, C.: Der Zeitstrahler. Wegweiser zur Anwendung der spanischen Tempora. Stuttgart: Schmetterling Verlag, 1996, S. 15f.]

 

Presente puntual - das punktuelle Präsens

 

Wie das dt. Präsens drückt presente einen gegenwärtigen Sachverhalt aus.

Beim ‘punktuellen’ Präsens fallen Sprechzeit und Ereigniszeit zusammen.

Mira, allí viene Miguel.

Schau, da kommt Miguel.

-¿Me lo prometes?

-Sí, te lo prometo.

-Versprichst du es mir?

-Ja, ich verspreche es dir.

Son las diez, tengo que irme.

Es ist zehn Uhr, ich muss gehen.

Con este ruido no puedo dormir.

Bei dem Lärm kann ich nicht schlafen.

 

Presente habitual o durativo - das durative Präsens

 

„Das ‘durative’ Präsens verweist auf einen variablen Zeitraum, der sich über die Sprechzeit hinaus in die Vergangenheit ausdehnt: Me levanto a las siete „Ich stehe [gewöhnlich] um sieben Uhr auf“, Este es mi hermano  „Das ist mein Bruder“, María vive en Madrid „Maria wohnt in Madrid“.

[Berschin u. a., S. 219]

Das durative Präsens drückt Handlungen aus, die sich wiederholen oder die nicht unterbrochen werden. Es ersetzt die Verbalperiphrase soler + infinitivo.   

Duermo siempre con la ventana abierta.  /

Suelo dormir con la ventana abierta.

Ich schlafe immer mit offenem Fenster.

En este cine ponen buenos filmes. / 

En este cine suelen poner buenos filmes.

Dieses Kino zeigt immer ganz gute Filme.

En España se come más pescado que carne.

In Spanien isst man viel mehr Fisch als Fleisch.

¿Pasa por aquí el tranvía?  

Fährt hier die Straßenbahn vorbei?

Los precios suben; la vida se hace cada vez más cara.

 

Presente permanente - das allgemeine Präsens

 

„Das ’generelle’ Präsens ist ein zeitlich entgrenztes duratives Präsens: es wird zum Ausdruck allgemeiner Gültigkeit in Bewertungen, Urteilen und Sprichwörtern verwendet - z. B. steht bei vier Fünftel aller spanischen Sprichwörter das finite Hauptverb im Präsens: El hombre es malo „Der Mensch ist schlecht“, El sol sale por el oriente „Die Sonne geht im Osten auf“, Dos por dos son cuatro „Zewei mal zwei ist vier“,  A quien madruga Dios le ayuda „Wer früh aufsteht, dem hilft Gott [= Morgenstund hat Gold im Mund].“ [ebd.]

Das generelle Präsens wird bei allgemeingültigen Aussagen oder bei Definitionen, Aphorismen, Sprüchen usw. verwendet.

La tierra gira alrededor del sol.

Dos y dos son cuatro.

A buen hambre no hay  pan duro.

El que mal anda, mal acaba.

El que mucho abarca, poco aprieta.

 

Presente histórico - das historische Präsens

 

Wenn eine Handlung in der Vergangenheit stattfand, der Sprecher jedoch in seiner Erinnerung diese Handlung aktualisieren möchte, so kann das Tempus Präsens als presente histórico den Sachverhalt beschreiben.

Das historische Präsens gibt es, wie im Dt., nicht nur für die geschriebene Sprache, sondern auch für das lebendige Erzählen.

„Das ‘historische’ Präsens ist ein stilistisches Mittel zur Vergegenwärtigung der Vergangenheit: Colón descubre América en 1492 „1492 entdeckt Kolumbus Amerika“. [ebd.]

Um eine Erzählung aufzulockern oder lebhafter zu gestalten, kann man das historische Präsens anstelle eines Vergangenheitstempus verwenden.

Vamos al teatro, se levanta el telón y a a mí me da un ataque de tos.

Wir gehen ins Theater, der Vorhang geht auf, und ich kriege einen Hustenanfall.

España redacta su primer Constitución en el año 1812.

Spanien bekommt seine erste Verfassung im Jahre 1812.

Estaba durmiendo cuando de repente oigo un ruido en la habitación de al lado.

Ich schlief gerade, als ich plötzlich einen Geräusche im Nebenzimmer höre.

Dos cazas españoles chocan en vuelo.

Zwei spanische Jagdbomber stoßen im Flug zusammen. [Schlagzeile in einer Zeitung]

Colón descubre América en el 1492; los Reyes Católicos logran terminar la Reconquista conquistando Granada; comienza así la época imperial.

La Guerra Civil española acaba en el 1939. 

En el 39 termina la guerra. Los republicanos se marchan a Francia y a México, donde siguen manteniendo un gobierno republicano en el exilio.

Beachte:    

hace tiempo que no voy al cine

es ist schon lange her, dass ich im Kino war

desde hace dos años no voy más al cine

seit zwei Jahren gehe ich nicht mehr ins Kino

 

«El ‘presente analítico’ característico de los pies de foto  en los medios gráficos de comunicación, es otro caso de ‘presente’ que enfoca el suceso como simultáneo a los mismos hechos.

La policía dispersa la manifestación con botes de humo.

Este empleo está en relación con el llamado ‘presente histórico’. Un hablante puede narrar hechos pasados haciendo uso de las formas verbales habitualmente consideradas ‘de pasado’:

Te cuento: ayer iba yo tan tranquilo por la calle cuando apareció un chiflado en una moto que casi me atropelló.

Pero puede también reorientar temporalmente los precesos narrados de manera que emplee formas que expresen relaciones temporales distintas, ahora enfocadas desde un centro de referencias retrospectivamente desplazado a un momento del pasado; es lo que sucede si en el ejemplo anterior el hablante, en lugar de formas de ‘pretérito’, emplea formas de ‘presente’.

Te cuento: ayer voy yo tan tranquilo por la calle cuando aparece un chiflado en una moto que casi me atropella.

En este caso las formas verbales expresan los procesos como literalmente simultáneos a un punto de referencia que no es el ‘presente’ de los interlocutores, sino que se identifica con un punto situado en un momento tal del pasado (que en este caso concreto podemos identificar gracias al adverbio ayer) que permita la correspondiente reorientación temporal con los efectos estilísticos de proximidad, viveza, fuerza dramática, etc., que tantos autores han señalado siempre como propios de las narraciones en ‘presente histórico’.

Hecho muy importante en relación con la cuestión del ‘presente histórico’ es que, contra lo que tantas gramáticas o estudios específicos sobre sistemas verbales han afirmado o presentado implícitamente, este peculiar uso temporal no es, ni mucho menos, exclusivo del ‘presente’. Partiendo de un ejemplo como

El poeta X. X. nació en 1523, cuando su país había logrado la independencia y se respiraba un clima de exaltación patriótica; moriría en 1597 y a lo largo de su vida habría compuesto más de dos mil poemas.

la retroacción del punto origen a un momento localizable en la conceptualización lingüística del año 1523 provoca una múltiple reorientación de todos los procesos verbales cuyo resultado es

El poeta X. X. nace en 1523, cuando su país ha logrado la independencia y se respira un clima de exaltación patriótica; morirá en 1597 y a lo largo de su vida habrá compuesto más de dos mil poemas.

En este ejemplo no sólo un presente, sino también un pretérito perfecto, un futuro imperfecto y un futuro perfecto aparecen expresando cronológicamente pasados, todos ellos compartiendo el mismo punto de referencia temporal.

La posibilidad de reorientación de diferentes ‘tiempos’ en una perspectiva idéntica a la del ‘presente histórico’ es argumento inequívoco contras las teorías que han querido ver en este uso concreto de los ‘presentes’ una consecuencia del valor ‘neutro’ de la unidad ‘presente’ en el sistema temporal o incluso la evidencia de un supuesto valor atemporal de las formas consideradas ‘de presente’. Ninguna propiedad que se atribuya en exclusividad a dichas formas puede ser la responsable de su uso ‘histórico’ desde el momento en que dicho uso es una posibilidad compartida por toda una serie de formas verbales, con sus contenidos temporales propios en la estructura del sistema. »

[Rojo, Guillermo / Veiga, Alexandre: “El tiempo verbal. Los tiempos simples”. En: Bosque, Ignacio / Demonte, Violeta (eds.): Gramática descriptiva de la lengua española. Madrid: Real Academia Española / Espasa Calpe, 1999, § 44.2.2.5.]

 

Presente imperativo

 

Das Präsens wird auch verwendet, um einen energischen, scharfen, weniger höflichen Befehl oder eine direkte Aufforderung auszudrücken. Vor allem mit einem Verb in der zweiten Person, das in einem verneinten Satz steht.

Die Nennung des Subjektspronomens verwandelt die Anweisung in einen etwas schroffen, herausfordernden Befehl.

Ahora me haces el favor de arreglarte de una vez.

Tu mir jetzt den Gefallen, und mach dich endlich fertig.

Tú no me vuelves a traer más amigos así a casa.

Solche Freunde bringst du mir nie wieder nach Hause.

Tú no vuelves a casa, tú te quedes aquí conmigo.

Du gehst nicht nach Hause zurück, du bleibst hier bei mir.

Si no está en casa, le tocas a la puerta al vecino y le das la carta.

Falls er nicht zu Hause ist, klopfst du bei dem Nachbarn und gibst ihm den Brief.

¡Tú te callas!    Du bist ruhig!

En cuento llegues a Madrid, nos llamas.

Cuando vuelvas, avisas.

Cuando pases por Madrid, vienes a dormir a nuestra casa.

Cuando veas a tu jefe, le pides disculpas.

Tú te callas la boca, aquí sólo hablo yo.

Tú le acompañas, y basta.

Tú te quedas en casa, y sin rechistar.

Vd. paga la cuenta y se acabó.

Esto se hace así, y basta.

 

Presente descriptivo

  

Oft bei schnell unmittelbar aufeinanderfolgenden Handlungen.

Voy, vengo, corro, me siento, me levanto, mi vida es un verdadero infierno, señor; ¡así llevo diez años!

De Madrid a Sevilla hay una buena carretera.

Ronaldo no hace un fútbol muy vistoso, pero sí muy eficiente.

 

Presente futuro - das futurische Präsens

 

Das futurische Präsens (praesens pro futuro) ist deutsch weit häufiger als spanisch. Es kommt aber auch spanisch nicht selten vor.

„Das ‘futurische’ Präsens dient gewissermaßen als Sparform, mit der in bestimmten Kontexten die Sprechzeitnachzeitigkeit nicht eigens temporal markiert wird: El año que viene acabo la carrera „Nächstes Jahr bin ich mit dem Studium fertig“, ¡Tú te quedas! (Befehl) „Du bleibst [jetzt] hier!“, ¿Adónde pongo las maletas? (Zustimmungsfrage) „Wo soll ich die Koffer hinstellen?“ In der Wenn-Komponente eines (realen) Bedingungssatzes muss das futurische Präsens stehen: Si vienes te esperaré „Wenn Du kommst, werde ich Dich erwarten“; das Futur wäre hier ungrammatikalisch: *Si vendrás te esperaré“. [Ebd.]

Das Präsens kann auch eine zukünftige Handlung bezeichnen, wenn ein konkreter Zeitpunkt genannt wird.

Der Sprecher identifiziert sich emotional mit der zukünftigen Handlung oder er betrachtet die zukünftige Handlung als sicher.

El año que viene termino mis estudios y me marcho a Argentina.          

Oder er bezieht sich auf eine nahe Zukunft.

El domingo juegan  el Madrid y el Barcelona. Vamos a ir al partido.

En cuanto venga se lo decimos (= diremos).  

Der Sprecher fragt, ob er etwas tun darf / soll / muss.

¿Te ayudo?

Soll ich dir helfen?

¿Me voy?

Soll ich weggehen?

¿Te lo digo?

Soll ich es dir sagen?

¿Lo compro?

Soll ich es kaufen?

¿Le acompaño?

Soll ich Sie begleiten?

¿Compro leche?

Soll ich Milch kaufen?   

¿Cierro la puerta?

Soll ich die Tür schließen?

Oder:

¿Quieres que te ayude?

¿Quieres que me vaya?

¿Quieres que te lo diga?

¿Quieres que lo compre?

¿Quiere usted que le acompañe?

¿Queréis que compre leche?

„Im Unterschied zum Spanischen wird das Präsens im Deutschen in weit größerem Maße zur Bezeichnung künftiger Vorgänge herangezogen. Dies zeigt sich in Übersetzungen sehr oft:

Je ne serai pas là demain.  (Franz.)

Mañana no estaré aquí. (Sp.)

Ich bin morgen nicht da. (Dt.)

Je serai revenu avant cinq heures.

Estaré de vuelta antes de ...

Ich bin vor fünf zurück.

Aber auch im Spanischen findet sich, besonders bei näherer Zukunft, das Präsens in dieser Verwendung:

Tu repars ce soir?

¿Te vas esta noche otra vez?

Du fährst heute abend zurück?

Neben der Periphrase mit werden spielt im Dt. auch die mit wollen, die modal sein kann, aber auch, je nach Eine der des Spanischen vergleichbare Periphrase für die „unmittelbare Zukunft“ (dies ist jedoch, wie gesagt, nur die „eigentliche“ Verwendung von ir a + infinitivo) fehlt im Deutschen.“

[Cartagena / Gauger, Bd. 2, S. 438]

 

Presente de inminencia

 

Oft in Ausrufen verwendet. Wenn der Sprecher eine Handlung als bevorstehend und drohend erlebt.  

¡Que rompe!

Es wird brechen!

¡Que estalla!

Es wird explidieren!

¡Ese cuadro se cae al primer portazo!

Das Bild wird herunterfallen!

¡Cuando lo veas, se lo dices!

Wenn du ihn siehst, sagst du es ihm!

Bei Handlungsanweisungen.

Cuando veas que sale vapor, abres la válvula.

Se pone el pescado en la sartén y se le echa un poco de sal.

En cuanto lo veas llegar a casa, me llamas inmediatamente, pero desde una cabina pública. No te debe ver cerca de su casa.

Bei Drohungen.

¡Que se lo digo a tu padre!

¡Que te denuncio a la policía! 

Im Konditionalsatz, wenn die Bedingung erfüllbar ist. Es kann auch im Hauptsatz stehen.

Tú pruebas, y si no te gusta, lo dejas.

Du kannst es versuchen und, wenn es dir nicht gefällt, kannst du es sein lassen.

Tú vienes a mi casa, o, si lo prefieres, me llamas.

Du kommst zu mir nach Hause, oder, wenn es dir lieber ist, rufst mich an.

Si inviertes en la bolsa, ganas (ganarás) más dinero. 

Wenn du auf der Börse Geld investierst, kann mehr gewinnen.

 

Presente iterativo

 

Iterativo: Forma que significa que la acción se repite, o elemento que contribuye a que dicha significación se produzca. Así, son iterativos el prefijo re- (repicar, resonar, etc.), los verbos formados con dicho prefijo, etc. Alterna este término con el de frecuentativo.“ 

[Lázaro Carreter, F., a.a.O., S. 250]

Iterativ vs. Semelfaktiv [lat. iterum ‘zweimal’, semel ‘einmal’. - Für I. auch: Frequentativ, Habituell, Habituativ]. Aktionsart- bzw. Aspekt-Unterscheidung: I.-Bildungen bezeichnen durative Vorgänge (Durativ vs. Nicht-Durativ), die auf ständiger oder regelmäßiger Wiederholung des Geschehens beruhen, während S.-Verben sich auf einen individuellen Vorgang beziehen. Häufigste Bildung im Dt. durch ein auf l oder r auslautendes Suffix: sticheln (vs. stechen), streicheln (vs. streichen).“ 

[Bußmann, H. , S. 359]

Va y viene continuamente.

Er pendelt hin und her.

 

Presente de conatu - latín:  'präsens de conatu'

 

Conato: Intento. Iniciación de un acto delictivo que no llega a consumarse: ‘Un conato de robo’. Es el término empleado en derecho. Por extensión, acción de cualquier clase que no llega a alcanzar complejo desarrollo: ‘Un conato de incendio’.“ 

[Moliner, M.: DUE, Bd. 1, S. 704]

Conativo: 1. Se aplica este témino a las formas verbales que expresan un esfuerzo en la ejecución de la acción. 2. Aspecto conativo. Se produce en semítico, e indica que el sujeto trata de realizar un acción.

Conatu (de): Término latino que se aplica al presente y al pretérito imperfecto para expresar que significa acción que se inicia o intenta, pero que no llega a verificarse: Salía, cuando lo detuvieron. Es también frecuente el término traducido de conato.“ 

[Lázaro Carreter,F.: Diccionario de términos filológicos. Madrid: Gredos, ³1968, S. 104]

Das spanische Präsens kann eine bestimmte modale Bedeutung haben, die im Deutschen abgeht:

Bei belebter Erzählung in Verbindung mit por poco (‘beinahe’) und casi (‘fast’) sowie in Konditionalsätzen drückt das presente das, was hätte passieren können, aus.

Im Dt. steht in allen Fällen Plusquamperfekt Konjunktiv.

Por poco me mato  / Por poco me caigo .

[dies ist die geläufigste Form]

Por poco me habría matado. /

Por poco me habría caído.

[dies wäre die normale Form]

Beinahe wäre ich dabei ums Leben gekommen.

Por poco le pego una paliza.

Ich hätte ihn beinah verprügelt.

Casi me caigo.

Ich wäre beinah hingefallen.

"Psychologisch" leicht erklärbar: die beinahe eingetretene Tatsache wird als tatsächlich eingetreten - metaphorisch hingestellt.

Als modal muss auch die verwandte Bedeutung Imminenz, Eventualität bezeichnen, die dem Präsens spanisch - im Unterschied zum Dt. - ebenfalls zukommen kann: 

Estoy que exploto                                

Ich bin drauf und dran zu platzen. / Ich platze gleich.

Estoy que me muero de hambre

Estoy que no puedo más 

Estamos que no aguantamos más

Estoy que reviento de lo que he comido

Está que se sube por las paredes

Está que se cae de sueño  

Estoy que me parto de risa 

Está que no cabe en sí    

Estoy que no sé qué hacer

 

Presente de conato in Konditionalsätzen

 

Das presente de conato in Konditionalsätzen: ‘was hätte passieren können, wenn ...’.

Die Verbalperiphrase llegar a + infinitivo wird in der Alltagsprache für die Bildung irrealer, mit si eingeleiteter Hypothesen der Vergangenheit verwendet; der dazugehörige Hauptsatz steht ebenfalls im presente.

In der  habla coloquial steht  presente de indicativo als Ersatz für condicional compuesto  bzw.  pluscuamperfecto de subjuntivo  im  Konditionalgefüge  bei Unerfüllbarkeit der Bedingung in der Vergangenheit mit Auswirkungen in der Gegenwart.

Oft steht die Verbalperiphrase llegar a + infinitivo. 

Habla coloquial:    

Si lo llego a saber antes, no vengo. /

Si lo   antes, no vengo.

Habla culta:                   

Si lo hubiera sabido antes, no hubiera [habría] venido.    

Ejemplos:

Si lo antes, no vengo. /

Si lo llego a saber antes, no vengo.

[dies ist die geläufigste Form]

Si lo hubiera sabido antes, no hubiera venido / no habría venido.

[dies wäre die normale Form]

Wenn ich es vorher gewußt hätte, wäre ich nicht gekommen.

Si me caigo, me mato / Si me llego a caer, me mato.

[dies ist die geläufigste Form]

Si me hubiera caído, me hubiera matado / me habría matado.

[dies wäre die normale Form]

Si llego a apostar, gano.  [dies ist die geläufigste Form]

Si hubiera apostado, hubiera ganado / habría ganado. [dies wäre die normale Form]

Wenn ich gewettet hätte, hätte ich gewonnen.

No sabía que me iban a pagar tan poco. Si lo antes, no acepto el puesto. /

No sabía que me iban a pagar tan poco. Si lo llego a saber antes, no acepto. [habla coloquial]

No sabía que me iban a pagar  tan poco. Si lo hubiera sabido antes, no hubiera [habría] aceptado el puesto. [habla culta]

Ich habe nicht vorher gewußt, wie wenig ich verdienen würde. Wenn ich es vorher gewußt hätte, hätte ich diese Arbeit nicht angenommen.

Oft wird die verstärkende Wendung anda que si + Präsens von llegar + infinitivo, ...  oder (pues) mira que si  + Präsens von llegar  + infinitivo, ... verwendet, wenn das, was hätte passieren können, besonders gefährlich, schädlich oder verhängnisvoll gewesen wäre.

(Pues) mira que si me llego a caer, me hubiera matado. /

(Pues) anda que si me llego a caer, me mato.

Es hätte nur gefehlt, dass ich hinfalle, und ich wäre dabei ums Leben gekommen.

Auch in einem ironischen Ton:

Con que (decías) no me iba a  pasar nada, ¿eh? Pues anda que si me llega a pasar algo, no estaría aquí para contarlo.

Also wenn das nicht gefährlich was,  weiß ich nicht, was eine Gefahr ist. /

Von wegen mir würde überhaupt nichts passieren, dabei hätte ich beinahe daran glauben müssen!

Dices que no es tonto, pues anda que si lo llega a ser.

-¿Por qué tiraste esta camisa para lavar? No está tan sucia.

-¡Jolín! Pues si llega a estar sucia.  

Also wenn das nicht schmutzig ist, weiß ich nicht, was schmutzig ist.

-Me da el sueño, no sé de qué.                         

-Será de la cerveza.

-Pero si no bebí cerveza.

-Pues anda que si la llegas a beber, ya estabas tumbado en la cama.

 

Presente reduplicativo de intensidad y duración

 

Das Spanische verfügt über eine Form der elativischen Steigerung des Adjektivs, die im Deutschen nicht vorkommt - die einfache Wiederholung des Adjektivs.

Muy, muy caro.

Una chica loca, loca.

Manchmal wird das Adjektiv einfach wiederholt und zwar ohne ein Komma dazwischen zu setzen.  adjetivo + adjetivo > ganz ganz + Adjektiv.

Llevaba una falda corta corta.

Sie trug einen ganz ganz kurzen Rock.

Llevaba una vestido largo largo.

Sie trug ein ganz ganz langes Kleid.

Häufig in der Umgangssprache ist folgendes Verfahren, um einem Adjektiv superlativische Bedeutung zu verleihen: Adjektiv + que + Adjektiv

está muerto que muerto

er ist mausetot

está vivo que vivo

er ist quicklebendig

In Ausrufesätzen wird oft zwischen dem Adjektiv und que auch noch das Adverb más verwendet., wobei das Adjektiv zumeist eine negative Bedeutung hat.

¡Tonto que tonto! / ¡Tonto más que tonto!

du großer Dummkopf!

¡Terco que terco! / ¡Terco, más que terco!

du Trotzkopf!

Dieses emphatische que bei der Wiederholung eines Wortes kann auch bei Verben vorkommen, oft durch te verstärkt. Dieses Verfahren betont die Intensität, dieDauer und die Intensität der Handlung.  Das Verb steht in der 3. Person Singular.

Estuvieron charla que charla un rato.

Beide unterhielten sich eine Weile sehr lebhaft.

Está todos los días trabaja que trabaja.

Sie arbeitet Tag und Nacht.

 

Presente omnitemporal - zeitlos / allgemeingültig

 

Dos y dos son cuatro.

Zwei und zwei sind vier.

 

Presente incorativo

 

Der presente incoativo drückt den Beginn der Handlung aus.

Ahora mismo salgo para Madrid.

Ich fahre jetzt gleich nach Madrid.

 

Presente de indicativo im Konditionalgefüge

 

Bedingung

Nebensatz

Hauptsatz

Ersatz

die Bedingung ist erfüllbar

presente de indicativo  

presente de indicativo

futuro

 

Si mañana no llueve, vamos de excursión a Los Picos de Europa.

Si mañana no llueve, iremos de excursión a Los Picos de Europa.

 

Presente de indicativo sttat condicional compuesto im Konditionalgefüge

  

Bedingung

Nebensatz

Hauptsatz

Ersatz

die Bedingung ist unerfülbar in der Vergangenheit

pluscuampefecto de subjuntivo

condicional compuesto / pluscuamperfecto de subjuntivo

presente de indicativo

                  

Si te hubieras presentado al examen, habrías aprobado / hubieras aprobado.

Imperfecto de subjuntivo steht in älteren literarischen Texten statt pluscuamperfecto de subjuntivo / condicional compuesto im Hauptsatz eines hypothetischen Konditionalsatzes.

Si como tardó tres días tardara tres semanas, el caballero de la Triste Figura quedara tan desfigurado que no lo conociera la madre que lo parió. [Quijote, I, 26]

In der gesprochenen Sprache, wenn die Bedingung unerfüllbar in der Vergangenheit ist, kann im Hauptsatz auch presente de indicativo anstatt condicional compuesto bzw. pluscuamperfecto de subjuntivo.

Si le hubieran dicho al duque de Ahumada, fundador de la Benemérita [Guardia Civil], que un número de la Guardia Civil iba a pasar diez días de luna de miel con la hija de una estrella de la canción española en un lujoso hotel de Isla Mauricio, se le hunde el tricornio en las narices. 

[Cándido. En TIEMPO 22-4-96]

 

Wendungen

  

3. Person Singular Präsens Indikativ + que (te)  + 3. Person Singular Präsens Indikativ

> ‘ununterbrochen tun / immer wieder tun / unaufhörlich tun’

Hila, hila que te hila,

hilaban las dos infantas,

la mayor, hilos de oro;

la menor, hilos de plata.

[José María Pemán]

Häufig mit está(n) eingeleitet:

Está llama que llama a su novia y nadie coge el teléfono.

 

Kontrastive Betrachtung Dt. - Sp.

 

„Das das deutsche ‘Präsens’ und das spanische ‘presente’ nicht nur als zentrale Formen ihrer jeweiligen Systeme erscheinen, sondern im Prinzip als extensive Glieder sämtlicher vorkommender Oppositionen mit den übrigen Tempora fungieren, so ist es anzunehmen, dass sie einen weitgehenden Parallelismus in ihren Gebrauchsmöglichkeiten aufweisen. Hierüber kann die von Wunderlich vorgenommene Zusammenfasung der typischen Verwendungsweisen vom deutschen Präsens als Grundlage für den Vergleich zwischen beiden Tempora genommen werden. Nach seiner Aufzählung kommt das deutsche Präsens hauptsächtlich in den folgenden 16 Redebedeutungen vor, neben deren jeweiligen zitierten Belegstellen wir die spanische Übersetzung hinzufügen. In allen Fällen tritt im Spanischen das ‘presente’ auf.

in mathematisch-logischen Aussagen

    2 hoch 3 ist 8

2 elevado a 3 es 8

in empirisch-generellen Aussagen

Ohne den Einfluß äußerer Kräfte beharrt ein Körper im Zustand der Ruhe.

Sin la influencia de fuerzas externas un cuerpo se mantiene en estado de reposo.

in identifizierenden Aussagen

Dieser Herr ist Professor Kaganowitsch.

Este señor es el profesor Kaganowitsch.

in historisch-tabellarischen Aussagen

Im 9. Jahrhundert werden die Hauptwerke der griechischen Mathematiker ins Arabische übertragen.

En el siglo IX son traducidas al árabe las principales obras de los matemáticos griegos.

in generellen Aussagen vom Sprichwort- oder Sentenzcharakter

Der Klügere gibt nach.

Del prudente es ceder.

in Aussagen über habituelle Akte

Jeden Morgen esse ich eine Apfelsine.

Todas las mañanas me como una naranja.

in Aussagen, die die unmittelbare Gegenwart betreffen

Hörst du es klingeln?

¿Oyes que están tocando el timbre?

in Aussagen, die eine größere Zeitspanne betreffen, die die Gegenwart einschließt

Thomas wohnt in Stuttgart.

Thomas vive en Stuttgart.

in Aussagen, die die Zukunft betreffen

Morgen kommt wahrscheinlich Tante Else.

Mañana viene tía Else probablemente.

in Aussagen, die eine vergangene Zeitspanne betreffen, die bis zur Gegenwart reicht.

Wir wohnen seit einigen Jahren in Steglitz.

Vivimos desde hace algunos años en Steglitz.

in explizit performativen Akten

Ich beglückwünsche dich zur neuen Frisur.

Te felicito por el nuevo peinado.

in Befehlen, Aufforderungen

Du hälst jetzt den Mund.

¡Tú te callas ahora!

in Instruktionen

Bei Bluthusten ist unbedingt strengste Bettruhe erforderlich.

Cuando se tiene tos (con expectoración) sanguinolenta hay que guardar cama rigurosamente.

in Überschriften

Düsenjäger stürzt ins Kornfeld.

Cazareactor cae en campo de trigo.

in Aussagen, die die Vergangenheit betreffen, aber lebhaft vergegenwärtig werden

(...stelle dir vor ...) gestern, als ich über den Kudamm schlenderte / schlendere, treffe ich meinen alten Freund Olaf, und ...

(Imagínate) ayer, cuando iba / voy caminando por el Kudamm, me encuentro a mi viejo amigo Olaf, y ...

in fiktiver Erzählung

Ein Mann reitet auf seinem Esel nach Haus und läßt seine Buben zu Fuß neben her laufen. Kommt ein Wanderer und sagt: ...

Un hombre cabalga a casa en su mula y hace correr a pie a los criados a su lado. Se acerca un caminante y dice: ...

Die weitgehende Übereinstimmung in der Verwendung von ‘Präsens’ und ‘presente’ in beiden Sprachen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der einzelsprachliche Wert dieser Tempora sehr verschieden ist. Beide fungieren zwar als extensives Glied jeder anderen Form des jeweiligen Verbalsystems gegenüber, der Gebrauch des spanischen ‘presente de indicativo’ wird jedoch vergleichsmäßig durch seine oppositionellen Verhältnisse zum ‘presente de subjuntivo’ stark eingeschränkt.“

[Cartagena / Gauger, Bd. 1, S. 384-386]

 

Übersetzungprobleme

Dt., Sp., Franz., Engl.

 

„El presente es el único tiempo que tiene en las cuatro lenguas la misma denominación. Pero ¿tiene también en las cuatro los mismos usos? Prescindamos ahora del «presente continuo», al que otros llaman «progresivo» y que, como tal, sólo se da en inglés y en español, y atengámonos a los usos del presente simple.

Hay usos del presente comunes a las cuatro lenguas. Por ejemplo, cuando se enuncian acciones habituales o verdades generales:

 

(1)

alemán

Im Frühling ist die Natur schön.

francés

La nature est belle au printemps.

inglés

Cats drink milk.

español

Los leones rugen.

 

Pero hay otros que, siendo comunes a varias, no se dan en todas. Por ejemplo, en al., esp. y fr. se puede expresr en presente un hecho futuro que se considera como ya presente y actual:

 

(2)

alemán

Morgen gehe ich mit dir ins Theater.

francés

Demain je vais avec toi au théâtre.

español

Mañana voy contigo al teatro.

 

En inglés, en cambio, no usaría aquí el presente simple, sino el present continuous:

 

(3)

inglés

I’m going to the theatre tomorrow.

 

El alemán utiliza este valor futuro del presente mucho más que cualquiera de las otras tres lenguas. Lo utiliza incluso para futuros lejanos. Véase este ejemplo:

 

(4)

alemán

Wenn es aber Hochsommer wird, wenn alle diese Saat reit steht, woher nehme ich die Kraft, sie abzumähen?

francés

Mais au moment du plein été, quand la récolte sera mûre, où prendrai-je la force de la mois-sonner?

español

Pero cuando sea pleno verano, cuando todos estos sembrados estén en sazón, ¿de dónde sacaré fuerzas para segarlos?

 

El francés elude el primer presente mediante una transposición nominal, pero sustituye el segundo y tercero: steht y nehme, por dos futuros: sera y prendrai. He aquí una posible traducción española:

Pero cuando sea pleno verano, cuando todos estos sembrados estén en sazón, ¿de dónde sacaré fuerzas para segarlos?

Podemos observar en ella que los dos primeros verbos siguen en presente, pero no de indicativo, sino de subjuntivo, que muchas veces se refiere al futuro, puesto que expresa acciones de carácter posible o eventual. El tercer verbo va, como en francés, en futuro de indicativo.

Véanse los siguientes ejemplos donde el alemán muestra un uso del presente con valor de futuro mucho más frecuente no sólo que el español, inglés y francés, sino también que el italiano y el portugués:

 

(5)

francés

Au quatrième top il sera exactement huit heures.

español

Al cuarto golpe del gong serán las ocho horas exactamente.

italiano

Saranno le ore venti.

portugués

Serão oito horas.

inglés

It wil be eight o’clock.

alemán

Ist es genau 20 Uhr.

 

El presente sólo en alemán, frente al futuro en todas las demás lenguas. Por lo demás, en la traducción española sobra la palabra «horas»; debería decir: «las ocho de la tarde».

 

(6)

francés

-Laisse-moi. -Non, je ne te laisserai pas.

español

-Déjame. -No, no te dejaré.

italiano

-Non ti lascio.

portugués

-Não te deixarei.

inglés

-It won’t leave you in peace.

alemán

-Ich lasse dich nicht.

 

Nuevamente en alemán el presente, frente al furuto en las demás lenguas, excepto en italiano, que tiene aquí, como el alemán, presente. También en español podría tenerlo en este caso.

 

(7)

francés

Tu me rendras, sorcière!

español

¡Me las devolverás, bruja!

italiano

Me le renderai, strega.

portugués

Hei-de apanhar-tas, bruxa!

inglés

Give them to me, you little devil!

alemán

Hexe, du gibst die Bilder zurück!

 

También aquí el alemán es la única lengua que usa el presente. El francés, el español y el italiano, y lo mismo el portugués, tienen futuro, aunque en esta última lengua aparece ligeramente disgrazado en la forma hei-de apanhar, en vez de apanharei. En inglés aparece en imperativo, que está más relacionado con el futuro que con el presente.

 

(8)

alemán

Keine Sorge. Montag oder Dienstag bist du in Rotterdam.

francés

Tu seras.

español

No te preocupes. El lunes o el martes estarás en Rotterdam.

italiano

Sei.

portugués

Estarás.

inglés

You’ll be.

 

Nuevamente el italiano acompaña aquí al alemán en el uso del presente. Las demás lenguas tienen futuro.

 

(9)

alemán

Jetzt frühstücken sie. Später fahren sie noch weiter über Land, aber abends kommen sie wieder, und dann ist Tanzbelustigung hier im Saale.

español

Ahora desayunan. Despues se van al campo todavía otra vez, pero por la noche volverán y entonces celebrarán el baile aquí en la sala.

francés

Ils reviendront et alors il y aura bal.

italiano

Saran qui di nuovo e vremo trattenimento danzante. / Tornano, e ci sarà ballo.

portugués

Voltarão ... haverá ...

inglés

They will all come back for a dance.

 

El original alemán tiene en presente las cuatro formas verbales del pasaje. La traducción española conserva el presente en la primera, que no tiene en el original valor de futuro, puesto que se refiere al momento mismo en que se habla: Jetzt. También lo conserva en la segunda, que sí se refiere al futuro: Später, pero a un futuro próximo: [«cuando terminen de desayunar»]. El uso del futuro en volverán y celebrarán se justifica porque se trata de acciones más alejadas del «ahora». (Pero no se justifica la 3a persona del plural celebrarán el baile, que excluye innecesariamente a otras personas, entre ellas a la que habla, que, sin tomar parte en la excursión campestre, pueden participar en el baile. Sería menos arriesgado, y más ceñido al original: «y habrá baile». De las dos traducciones italianas, la segunda usa un presente: tornano, donde la primera tiene futuro: saran qui di nuevo, lo cual parece indicar que el uso del presente con valor de futuro es en este caso facultativo.

Veamos un último ejemplo muy ilustrativo:

 

(10)

alemán

Ja, wenn ich tot bin, kann Erika meinetwegen auch davonziehen ... und solange ich am Leben bin, wollen wir zusammen halten ... Einmal in der Woche kommt ihr zu mir zum Essen ... und dann lesen wir in den Familienpapieren.

español

Sí, cuando yo muera, Erika podrá incluso marcharse de allí ... y mientras [yo] viva, estaremos juntos aquí ... Una vez a la semana vendréis a mi casa a comer ...Y entonces leeremos en [los] papeles de la familia.

francés

Quand je serai morte ... tant que je serai de ce monde ... vous viendrez ... nous reliron ...

italiano

Quando sarò morta ... finché son viva ... verrete ... leggeremo ...

portugués

Quando estiver morta ... enquanto viver ... vocês virão ... leremos ...

inglés

When I am dead ... so long as I am on earth ... you will come ... we will read ...

 

En el original alemán aparecen seis formas verbales personales; dos de ellas: «wenn ich bin», «solange ich ... bin» (la misma, repetida), en oraciones subordinadas temporales; las cuatro restantes: kann, wollen ... halten, kommt, lesen, en oraciones principales. Todas están en prsente, aunque en una, wollen ... halten, la forma de presente, wollen, funciona como auxiliar para la integración del futuro volitivo del verbo halten, con un valor próximo al de los futuros ingleses you will come, wie will read. El español sustituye el presente de indicativo alemán por el de subjuntivo en las subordinadas temporales, como ya vimos en el ejemplo (4) y pone en futuro los cuatro verbos de las principales. El inglés conserva el presente en las dos subordinadas: When I am ..., so long as I am, y usa el futuro en las principales. El francés usa el futuro en las subordinadas como en las princiales. El italiano, el futuro en las principales y futuro también en la subordinada que sigue a finché. Por último, el portugués usa el futuro de subjuntivo en las subordinadas: «Quando estiver morta ...», «enquanto viver ...», y el de indicativo en las principales: virão, leremos.

Con razón concluye Wandruzska: «El alemán es el que hace uso más frecuente de las posibilidades del presente pro futuro».“

[García Yebra, V.: Teoría y práctica de la traducción. Madrid: Gredos, ²1984, Bd. 1, S. 145-149]